Monschau - Die spannendere Abfallbilanz gibt es erst in einem Jahr

Die spannendere Abfallbilanz gibt es erst in einem Jahr

Von: hes
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Monschau. Das Thema Müll kommt in der Stadt Monschau nicht zur Ruhe. Nur langsam klingen die kontroversen Diskussionen um das Ident- und Wiegesystem ab, da droht neues Ungemach: Die Bestrebungen der NRW-Landesregierung, die Abfallwirtschaft zu liberalisieren, könnten auch die Stadt Monschau teuer zu stehen kommen.

Und zwar dann, wenn der Preis für die Verbrennung des Mülls in der MVA in Weisweiler (derzeit 166 Euro/Tonne) wieder steigt.

„Das können wir keinem Bürger mit normalem Menschenverstand klarmachen, wenn er immer sorgfältiger trennt, weniger Müll produziert und die Gebühren trotzdem steigen”, ereiferte sich Herbert Huppertz (CDU) im Umweltausschuss, und die Beigeordnete Margareta Ritter sorgte sich: „Wenn andere Kommunen ihren Müll nicht mehr in Weisweiler anliefern, bleiben die fixen Kosten an denen hängen, die zurückbleiben. Und dazu gehören wir.”

Der Ausschuss hatte sich am Dienstag gleich mehrfach mit dem Thema Müll zu beschäftigen. Georg Kleinen von der Abteilung Kundenservice und Abfallberatung bei der AWA Entsorgung GmbH, stellte die Abfallbilanz 2008 für die Stadt Monschau vor. Es war, da war man sich im Ausschuss einig, die letzte Müllbilanz vor den ganz großen Veränderungen, die das neue Wiegesystem mit sich bringen wird.

So waren die Anteile der einzelnen Müllfraktionen gegenüber 2007 zwar leicht gestiegen (Leichtsstoff, Altpapier, Schadstoffe) oder gesunken (Restmüll, Grünabfall, Sperrmüll), der große Rückgang bei der Restmüllmenge aber wird erst bei der Bilanz 2009 kommen.

Im vergangenen Jahr produzierten die 12.722 Monschauer Bürger jedenfalls 1472 Tonnen Hausmüll, das waren 140 Tonnen weniger als 2007. Das gesamte Abfallaufkommen veränderte sich um 401 Tonnen nach unten und lag 2008 bei 4047 Tonnen. Auf den Kopf gerechnet machte jeder Bürger 318,1 kg Müll, immerhin 27,4 kg weniger als im Jahr davor.

„Diese Zahlen sind etwas überraschend und weit weniger dramatisch als in der Presse zu lesen war”, spielte Margareta Ritter auf „die intensive Beratung der Monschauer Müllgebühren in einer Nachbarkommune” an.

Mit Blick auf das neue System räumte die Beigeordnete „einige Anlaufschwierigkeiten” ein, die man inzwischen aber im Griff habe. Sowohl im Internet wie auch telefonisch gebe es viele Bürgernachfragen bezüglich Gewicht und Handhabung des neuen Systems. Windelmüllsäcke zum Preis von einem Euro (die den „normalen” grauen Restmüllsäcken entsprechen) wurden laut Ritter bislang an Familien mit 60 Kindern (berechtigt: 230) bis drei Jahre und 21 pflegebedürftige Erwachsene ausgegeben.

Die spannende Frage der Bilanz in einem Jahr wird sein, wie stark das Restmüllaufkommen einbricht und gleichzeitig Grünabfall und Wertstoffe (gelber Sack, Glas, Papier) steigen. Passiert letzteres nicht, darf wieder diskutiert werden, wo er denn bitte schön hin ist, der Monschauer Müll.

Fakt ist, dass die Bewohner der sechs Dörfer (über die erste gewogene Sammlung in der Altstadt lagen noch keine Zahlen vor) bei den ersten Hausmüllabfuhren mit Wiegung in diesem Monat zurückhaltend mit ihrer neuen fahrbaren 60-Liter-Tonne waren.

3219 Gefäße mit einem Gesamtmüllgewicht von 23.425 Kilogramm wurden vom 5. bis 12. Mai herausgesetzt; 14 Tage zuvor waren es bei der letzten Sammlung ohne Wiegung noch 3923 Gefäße mit knapp 40 Tonnen Müll gewesen. Klarheit darüber, wie sich das Müllverhalten ändert, könnten aber erst die nächsten Sammlungen bringen, ist die Verwaltung überzeugt.
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