Die Sonne lacht dem Kämmerer: Photovoltaik auf öffentlichen Dächern

Von: hes
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Mit 2100 Quadratmetern verfügt das St. Michael Gymnasium (Bild) über die größe Dachfläche. Knapp 6000 Euro könnte dieses Gebäude bei vollständiger Dachnutzung nach der Kalkulation der Bauverwaltung jährlich an Pachteinnahmen erzielen.

Monschau. Der Gedanke ist verlockend: Ohne großes Zutun klingelt beim geplagten Kämmerer der Stadt Monschau immer dann die Kasse, wenn die Sonne lacht. Photovoltaik lautet das Zauberwort.

Sprich: die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom, für die vor allem größere Dachflächen gut geeignet sind. Davon besitzt die Stadt Monschau mit ihren öffentlichen Gebäuden eine ganze Menge, wie dem Bauausschuss nun einmal in konkreten Zahlen vor Augen geführt wurde.

Weit über 10000 Quadratmeter Fäche ergeben in der Summe die Dachflächen, die die Bauverwaltung nun einmal aufgelistet hatte und die grundsätzlich für eine Photovoltaiknutzung in Frage kommen. Nicht geeignet - und deshalb auch nicht aufgelistet - sind Dächer städtischer Gebäude, die in absehbarer Zeit einer Sanierung unterzogen werden oder bei denen die Statik nicht für eine solche Verwendung geeignet scheint.

Auch in der nun vorgelegten Liste glänzt noch nicht jede Fläche in der Sonne, „die genannten Flächen basieren auf Schätzungen und wurden nicht statisch geprüft”, erläuterte Martin Breuer dem Bauausschuss. Auch die Ausrichtung und Dachneigung spielen eine Rolle bei der Nutzung von Sonnenenergie.

Gefahr durch Bäume

Obwohl es in der Liste steht, hält Norbert Rader das Sportheim in Kalterherberg und vergleichbare Gebäude für nicht geeignet: „Hier fallen doch öfters Bälle aufs Dach und könnten die empfindliche Anlage beschädigen”, fürchtet der Ortsvorsteher. Besagtes Sportheim gehört mit seinen 190 Quadratmetern Dachfläche aber ohnehin zu den kleineren Gebäuden; richtig attraktiv sind dafür vor allem die Schulen.

Mit 2100 Quadratmetern verfügt das St. Michael Gymnasium über die größe Dachfläche, nur die daneben liegende Hauptschule kommt da mit 1650 Quadratmetern noch in etwa heran. Lukrativ könnten darüber hinaus auch noch die Städtische Ralschule (700 Quadratmeter), die Turnhalle gleich nebenan (500), der Städtische Bauhof (400) sowie die Grundschule (442), die Turnhalle (304) und der Kindergarten (300) Höfen sein. Auf 1000 Quadratmeter Dachfläche bringt es zudem das Himo in Imgenbroich.

30000 Euro Einnahmen?

Bei ihrer Kalkulation, was die einzelnen Dachflächen im Falle einer Vermietung oder Verpachtung im Einzelfall bringen könnten, ist die Bauverwaltung von fünf Prozent des Jahresertrags als „Miete” ausgegangen; der gängige Wert liegt zwischen vier und sieben Prozent und ist ebenfalls von Dachgausrichtung, Fläche und Größe abhängig. Nach dieser Kalkulation könnte die Stadt bei Nutzung aller aufgelisteten Gebäude Einnahmen zwischen 25000 und 30000 Euro jährlich erzielen.

Voraussetzung neben einer geeigneten Dachfläche ist aber auch das Finden von Pächtern, die in die Photovoltaiknutzung investieren. Die Raiffeisenbank Simmerath hat vor einigen Monaten ihr Konzept einer Bürger-Photovoltaikgeneossenschaft vorgestellt, dass auch Personen ohne eigenes dach ermöglichen soll, in erneuerbare Energien zu investieren und daraus Kapita zu schlagen.

Geeignet als Pächter sind neben Privatpersonen aber auch Energieversorger, Banken und private Investoren. Letztere wurden bei der Stadt Monschau sogar schon vorstellig, „vor allem das Interesse an den Schulen ist hier sehr groß”, berichtete Bürgermeisterin Margareta Ritter im Bauausschuss. Auch für die grundschule und das Feuerwehrgerätehaus Höfen liegt bereits das Angebot eines privaten Investors vor, der die Dachflächen dort pachten und nutzen möchte.

Im Bauausschuss gab es breite Zustimmung für die grundsätzliche Nutzung städtischer Dachflächen für erneuerbare Energien. Es soll daher nun konkret abgeklopft werden, welche Dachflächen für eine Photovoltaiknutzung tatsächlich geeignet und vermarktbar sind.
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