Die Sekundarschule Nordeifel gewinnt an Vertrauen

Von: P. St.
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Für die Sekundarschule Nordeifel ist nach drei Jahren noch keine belastbare Tendenz erkennbar, aber die bisherigen Anmeldezahlen sprechen für eine gesicherte Zukunft. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Drei Jahre nach dem Start der Sekundarschule Nordeifel lässt sich zwar noch keine Bilanz ziehen, aber das Vertrauen der Eltern in die neue Schulform hat Schritt um Schritt zugenommen. Diese Tendenz bestätigt auch der Schulentwicklungsplan für den Schulverband Nordeifel.

Der Schulverbandsversammlung wurde jetzt bei seiner Sitzung im Monschauer Rathaus der Zwischenbericht der Fortschreibung des Plans vom beauftragte Büro Biregio vorgestellt.

Georg Heller als Vertreter des Büros konnte, rein statistisch betrachtet, der Sekundarschule eine sichere Zukunft vorhersagen. Die wichtigste Voraussetzung dafür sei, dass zwischen den Jahren 2015 und 2030 stabile Einschulungszahlen in den Grundschulen zu erwarten seien. Gleiches gelte auch für die prognostizierten Geburtenzahlen.

Immerhin wählen derzeit 28 Prozent der Schüler aus dem Schulverbandsgebiet nach der Grundschule den Weg zur Sekundarschule, wobei Georg Heller festhielt, „dass hier trotz des vorhandenen Vertrauensvorschusses noch Potenzial vorhanden ist.“ Im ersten Jahr waren es 30 Prozent Übergänge. Bei 120 Anmeldungen für das Schuljahr 2016/17 aber ist die Fünfzügigkeit der Schule (drei Eingangsklassen in Simmerath und zwei in Kleinhau) gesichert.

Einen leichten Einbruch gibt allerdings im nächsten Schuljahr am St. Michael-Gymnasium Monschau mit aktuell 84 Anmeldungen. Dies führt vorübergehend zu einem Rückschritt von der Vierzügigkeit auf die Dreizügigkeit, die aber nur für einen Jahrgang Bestand haben dürfte. „Das ist ein erster Warnschuss für das Gymnasium“, sagte Heller; es gelte wachsam zu bleiben. Das Franziskus-Gymnasium Vossenack hat die Jahre des Booms hinter sich und meldet für das kommende Schuljahr 68 Anmeldungen.

Jeder zehnte Schüler an der Sekundarschule wird im Rahmen der Inklusion beschult. 10,8 Prozent beträgt dieser Anteil. Innerhalb des Schulverbandes Nordeifel fällt dabei diese Aufgabe „praktisch ganz allein der Sekundarschule zu“, so Georg Heller. „Unsere Schule würde sich gerne an der Inklusion beteiligen, aber die Schüler kommen nicht zu uns,“ erläuterte Bernd Gotzen, Direktor des St. Michael-Gymnasiums.

Von den Schülern im Schulverband pendeln rund 20 Prozent auf weiterführende Schulen in andere Kommunen aus, während andererseits die Einpendler-Quote am Monschauer Gymnasium gegen null tendiert. Dies liegt fast ausschließlich am Wahlverhalten der Roetgener Eltern.

Als wichtige Handlungsempfehlungen für die Zukunft meinte Heller mit Blick auf die Sekundarschule, dass man noch mehr Mädchen gewinnen solle, um den aktuellen Jungen-Überschuss zu kompensieren. Vor allem aber gelte es, den Eltern zu vermitteln, „dass die Sekundarschule alles kann, was auch eine Gesamtschule bietet.“ Wichtig sei es auch, dass man nicht noch mehr Kinder aus Roetgen an Aachener Schulen verliere.

Bei der Raumausstattung an der Sekundarschule sieht der Schulentwicklungsplan ebenfalls Handlungsbedarf. Für eine exakte Aussage aber will das Büro die tatsächliche Raumsituation vor Ort erfassen, da man bislang nur auf der Grundlage von Gebäudegrundrissen arbeitet. Es sei wichtig, so Verbandsvorsteherin Margareta Ritter, dass das Büro gemeinsam mit der Schulleitung die Raumkonzeption betrachte.

Ursula Mertens, die Leiterin der Sekundarschule, sagte, dass man durchaus noch Schüler aus Venwegen und Brand gewinnen könne, wenn die Raumsituation wie auch die Busverbindung besser wären.

Klassenstärke mit Reserven

Ein weiteres Problem sprach Bernd Goffart (Simmerath) an. Die Rücklaufzahl der Schüler vom Gymnasium an die Sekundarschule nach der Erprobungsstufe sei „extrem hoch“. Daher müssten die Eingangsklassen so gestaltet werden, dass Reserven blieben. (Der Gesetztgeber lässt Klassengrößen zwischen 20 und 29 Schülern zu). Auch für Günter Scheidt (Simmerath) spielte dieser Aspekt eine wichtige Rolle. Man sollte auf möglichst kleine Eingangsklassen achten.

„Das ist ein wichtiger Faktor für die Entscheidung der Eltern“. Auch Waltraud Haake (Monschau) meinte, dass es gewährleistet sein müsse, dass vom Gymnasium zurückkehrende Schüler, wie zuvor auch von den Realschulen, jetzt von der Sekundarschule aufgenommen würden. Zum Problem der Rücklaufquote meinte die Schulleiterin, dass sich längst nicht alle Eltern an die Empfehlung der Grundschule zum weiterführenden Schulbesuch hielten.

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