Die Schwalbenschule wehrt sich mit allen Kräften

Von: P. St.
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Selbst im Kesternicher Rosenmontagszug war die Grundschule ein Thema. An die Besucher wurden diese Buttons verteilt.

Kesternich. Die Kesternicher Grundschule kämpft ums Überleben. Als nach einer Info-Veranstaltung für die Eltern Ende letzten Jahres bekannt wurde, dass in absehbarer Zukunft die Schließung der Kesternicher Grundschule alternativlos unvermeidbar scheint, hat sich eine Interessengemeinschaft zum Erhalt der Schule zusammengefunden. Diese zieht nun alle Register, um die Schließung doch noch abzuwenden.

Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema ist die IG, die durch Miriam Seibel, Silke Peeters, Nikola Kunat und Simone Werker-Schwartz vertreten wird, zu der Überzeugung gelangt, dass es im Schulgesetz durchaus Möglichkeiten gibt, auch Kesternich trotz sinkender Schülerzahlen als Schulstandort zu erhalten.

Aktuell werden an der Grundschule Kesternich 75 Kinder in vier Klassen unterrichtet.

Daher wurden drei Aktionen gestartet, um das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Zunächst wurde ein offener Brief verfasst, der an den Bürgermeister der Gemeinde Simmerath sowie an alle Ratsmitglieder und die sachkundigen Bürger des Schulausschusses gerichtet wurde.

Daneben fand im Zeitraum vom 3. bis 19. Februar vor Ort eine Unterschriftenaktion statt, an der sich 1372 Unterzeichner – davon 910 aus Kesternich, Einruhr, Erkensruhr und Hirschrott – für die Fortführung der Schwalbenschule aussprechen und gleichzeitig den Gemeinderat beauftragen, sich für den dauerhaften Erhalt dieser Schule einzusetzen.

Zusätzlich wurde Anfang Februar auf der Internetplattform www.openpetition.de unter dem Suchbegriff „Kesternich“ eine Petition für den Erhalt der Schule gestartet. Auch hier können sich alle Interessierten mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Schule aussprechen und den offenen Brief an den Gemeinderat einsehen.

In diesem Brief heißt es: „Wie Ihnen bekannt ist, wurden alle 19 in Frage kommenden Kinder für das Schuljahr 2015/16 trotz der entstandenen Unsicherheit in der Schwalbenschule angemeldet. Damit haben die Eltern ihren Willen zum Erhalt dieser Grundschule unmissverständlich bekundet. Davon ausgehend, dass unsere politischen Vertreter die Grundschule in Kesternich auch erhalten wollen, haben wir erkannt, dass es Möglichkeiten gibt, nicht nur die Schwalbenschule zu bewahren, sondern auch die Qualität und das Lernklima für alle Schüler der Grundschulen unserer Gemeinde zu verbessern“.

Nach Rücksprache mit dem Schulministerium habe man die Erkenntnis gewonnen, dass es einen „erfreulich großen Handlungsspielraum“ gebe. So habe die Gemeinde Simmerath als Schulträger die Möglichkeit, die Zahl der in die Eingangsklassen aufzunehmenden Schüler einer oder mehrerer Grundschulen zu begrenzen, wenn dies für eine ausgewogene Klassenbildung innerhalb einer Gemeinde erforderlich sei.

Dies hätte dies nicht nur eine qualitative Verbesserung der Lernsituation für alle Schüler der Gemeinde Simmerath zur Folge, sondern würde auch für eine Optimierung der Lern- und Lehrbedingungen in allen Schulen sorgen – nicht zuletzt im Hinblick auf gerechte Rahmenbedingungen für die inklusive Beschulung. Durch die Einrichtung einer entsprechenden Busverbindung habe der Schulträger die Möglichkeit, eine Umverteilung der Schüler anzuregen.

Auch könnten kleinere Schul- Standorte beantragt werden, sofern z. B. der Weg zu einem anderen Schulstandort den Schülern nicht zugemutet werden könne. Hinzu komme, dass bereits jetzt der zumutbare Schulweg, z.B. für die Hirschrotter Schüler, nach §13 SchfkVO deutlich überschritten werde. „Wenn die Schwalbenschule Kesternich schließt, ist für die Kinder ein täglich bis zu 28 Kilometer langer Schulweg zu bewältigen – bei jeder Witterung“, heißt es weiter.

Wieder mehr Schüler zu erwarten

Die Landesregierung NRW habe wissen lassen, dass die Klassenfrequenz in den Grundschulen zum kommenden Schuljahr von 24 auf 22,3 gesenkt werden solle, wofür rund 1700 weitere Stellen eingerichtet würden. „Es wäre aus unserer Sicht demnach zu prüfen, wie sich diese Situation auf die Lehrerstellen in der Gemeinde und insbesondere auf die Schule Kesternich auswirkt“.

Abschließend werden die Entscheidungsträger gebeten, „sich mit allen Möglichkeiten, die Ihnen gegeben sind“, für den Erhalt der Kesternicher Grundschule einzusetzen, zumal mittelfristig steigende Schülerzahlen in Kesternich (2018/19 um 20 Prozent) zu erwarten seien.

Auch in der Online-Petition macht sich die IG für die kleine Dorfschule stark und will ein Zeichen gegen das Grundschulsterben in NRW setzen: Als GU-Schule (Gemeinsamer Unterricht) leiste die Grundschule Kesternich hervorragende und erfolgreiche Arbeit im Bereich der Inklusion und biete mit kleinen und reizarmen Klassen allen Schülern ein optimales Lernumfeld.

Die Kinder profitierten sehr „von der familiären Atmosphäre, dem hochqualifizierten Lehrpersonal und der ausgezeichneten Betreuungssituation“, die der Förderverein auf die Beine gestellt habe. Für Schüler aus den abgelegenen Dörfern Hirschrott, Erkensruhr und Einruhr sei sie die einzige nächstgelegene Schule.

„Als Herzstück des Dorfes stellt sie zudem ein wichtiges soziales Bindeglied dar für lebendige Dorfkultur, Vereinsleben, Kindergarten und das Miteinander im Ort,“ ist in der Petition zu lesen.

Abschließend heißt es: „Wir fordern den Blick in die Zukunft zu richten und Perspektiven zu erhalten, die allen Kindern hier im Gemeindegebiet eine angemessene und chancengleiche Beschulung mit kindgerechten Schulwegen ermöglichen. Die Kesternicher Grundschule darf nicht aufgegeben werden!“

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