Die Roetgener CDU muss weitere Austritte verkraften

Von: ag
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Roetgen. Nachdem der Fraktionsvorsitzende der Roetgener CDU, Michael Seidel, auf seinem Facebook-Auftritt einen Beitrag des stellvertretenden Landesvorsitzenden der NRW-Republikaner veröffentlicht hatte, hatten zunächst die drei Roetgener Ratsmitglieder Wolfgang Schruff, Bernd Vogel und Anita Buchsteiner die Partei verlassen.

Sie hatten eine eigene Fraktion gegründet. Inzwischen sind ihnen zwei weitere Mitglieder und ein sachkundiger Bürger gefolgt.

Gleichzeitig seien aber auch drei junge Menschen neu in die Roetgener CDU eingetreten, betont der Vorsitzende des Ortsverbandes, Stephan Speitkamp. Zu den Gründen für die Austritte möchte er aber keine eindeutige Aussage treffen. „Die Gründe liegen in ganz anderen Bereichen als vermutet“, sagt Speitkamp auf Anfrage. Er vermute, dass Schruff, Vogel und Buchsteiner die anderen Personen, die die CDU verlassen haben, „mitgenommen“ hätten.

Alles in allem habe er den Eindruck, dass nun wieder Ruhe im Ortsverband eingekehrt und man zur Sacharbeit zurückgekehrt sei. Er blicke auf eine „sehr motivierte Truppe“, auf deren Unterstützung der CDU-Kandidat für die Bürgermeisterwahl bauen könne. „Es hat sicherlich etwas geknirscht, aber die Rückkehr zur Sacharbeit ist das Wichtigste“, sagt Speitkamp.

„Meine Entscheidung hängt damit zusammen, dass nach den Ereignissen in der Roetgener CDU bereits 14 Tage vergangen sind. Seitdem ist in der Öffentlichkeit keine Klarstellung oder Entschuldigung erfolgt. Die CDU hätte sich aus meiner Sicht deutlich von den Vorkommnissen distanzieren sollen“, sagt Elmar Hahn, der für die CDU als sachkundiger Bürger tätig war und sein Amt in dieser Woche niedergelegt hat. Ihm fehle das Signal an die Bürger. Deshalb habe er für sich die Konsequenzen gezogen.

Die von Buchsteiner, Vogel und Schruff neu gegründete Fraktion hat inzwischen auch einen Namen. Die ehemaligen CDU-Mitglieder nennen sich nun Parteilose Roetgener Bürger (PRB).

Die PRB-Fraktion hat für die nächste Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, 8. September, um 18 Uhr gleich einen Antrag gestellt. Es geht um eine Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit.

Dort heißt es: „Der Rat der Gemeinde Roetgen spricht sich gegen Fremdenfeindlichkeit aus. Er lehnt jede Art von Ausgrenzung, Diskriminierung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ab. Die Mitglieder des Rates der Gemeinde Roetgen sprechen sich für Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion aus. Die menschenwürdige Aufnahme, Unterbringung und Versorgung der Menschen, die bei uns Schutz suchen, sind erklärte Ziele des Gemeinderates.“

Die PRB-Fraktion hat eine namentliche Abstimmung beantragt, „damit jeder Einzelne durch sein persönliches Votum diesem Grundstein des gemeinsamen friedlichen Zusammenlebens Gewicht gibt“.

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