Die Reformation war keine „Ein-Mann-Show“

Von: ag
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Sie stellten die Ausstellung am Montag vor: Hermann Mertens (allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin), Andrea Compes (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Monschau) und Pfarrer Jens-Peter Bentzin. Foto: A. Gabbert

Monschau. Der Reformator Martin Luther steht in diesem Jahr, dem Jahr des Reformationsjubiläums, oft im Mittelpunkt. Dass die Reformation aber keine „Ein-Mann-Show“ und keine reine „Männersache“ war und auch keine Vergangenheit ist, will die Wanderausstellung „Reformatorinnen.

Seit 1517“ deutlich machen, die bis zum 26. Juli auch in Monschau Station macht. Sie wurde von der Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland erarbeitet und will zeigen, dass Dichterinnen, Theologinnen, Herrscherinnen und Ehefrauen von Reformatoren die Reformation mitgestaltet haben und dies bis heute tun.

Auf öffentlichen Plätzen und in der Stadtkirche in Monschau begegnet man nun neun lebensgroßen Holzfiguren von historischen Persönlichkeiten wie Katharina von Bora, Argula von Grumbach und Dorothee Sölle quasi auf Augenhöhe. Auf großen Schautafeln werden in der Stadtkirche außerdem die Biographien von 13 bedeutenden Frauen vorgestellt.

Dass es gelungen ist, diese Ausstellung nach Monschau zu holen, ist für Pfarrer Jens-Peter Bentzin eine besondere Freude. Die Initiative sei dabei von Bürgermeisterin Margareta Ritter ausgegangen, sagte Bentzin bei der Vorstellung der Ausstellung in der Stadtkirche. Die Ausstellung werde nun in Kooperation mit Stadt Monschau in der Eifel präsentiert, und auch sonst sei die Geschichte der Stadt eng mit der Geschichte der Evangelen verknüpft. „Das verbindet auf besondere Weise“, betonte Bentzin.

Ausstellung sei „hochinteressant“

Auch Hermann Mertens ging als allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin auf diese Verbindung ein. „Wir sind stolz darauf, das einen Teil unserer Geschichte zu nennen“, sagte er. Die Ausstellung sei „hochinteressant“ und habe ihm Zusammenhänge vor Augen geführt, die ihm bislang nicht so bewusst gewesen seien, erklärte Mertens. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Monschau, Andrea Compes, zeigte sich beeindruckt von der Leistung dieser starken Frauen. „Jede Frau für sich gibt ihrer Zeit eine Stimme“, stellte sie heraus.

Bis zum 26. Juli werden die Besucher der Stadt an verschiedenen Orten auf die „Reformatorinnen“ treffen, wobei die Holzfiguren ihren Standort auch verändern werden. Eine der Figuren steht in der Tür der Stadtkirche. „Sie holt uns ab und führt uns durch die Zeit bis hin zu aktuellen Fragen“, erläuterte Bentzin. Der Eindruck, dass mit Blick auf die Rolle der Frauen in der Kirche alles geklärt sei, trüge aber. Dass sich die Kirche geöffnet habe, sei „noch nicht so lange her“. Gerade die in der Ausstellung porträtierten Frauen hätten „maßgeblich dazu beigetragen, dass wir unsere Gesellschaft heute so erleben wie sie ist“, sagte Bentzin.

Auch der Gottesdienst am heutigen Mittwoch um 18.30 Uhr in der Stadtkirche wird einen Bezug zur Ausstellung haben. Der zur Ausstellung erschienene Katalog ist zu den Öffnungszeiten der Stadtkirche von 11 bis 17 Uhr gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro erhältlich. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, sich per E-Mail an jens-peter.bentzin@ekir.de direkt an den Pfarrer zu wenden.

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