Die Paustenbacher Höhe lag voll im Schussfeld

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Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg von 70 Jahren in der Eifel: Die Gruppe besuchte auch eine Bunkerruine bei Lammersdorf, im Vordergrund Oswald Jansen. Foto: Cornelia Freuen

Nordeifel. Die Monschauer Land Touristik hatte jetzt zu einer Gedenkfeier eingeladen, um der blutigen Kriegsereignisse 1944 vor genau 70 Jahren zu gedenken. Schwere und verlustreiche Kämpfe zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Wehrmachtssoldaten hatten zwischen Lammersdorf und Paustenbach getobt.

Eine Gruppe von circa 20 Teilnehmern hatte sich auf dem Parkplatz an der Lammersdorfer Kirche eingefunden, um unter Leitung des eingeladenen bekannten Heimatforschers Jürgen Siebertz den Weg zur Kreuzung „Könnigsjääsje/Pärdswejd/Bönd“ zu finden. Dort ist kürzlich eine Hinweistafel aufgestellt worden, die an die heftigen Kämpfe rund um die Paustenbacher Höhe (Paustenbacher Berg) erinnern soll.

Schutz für 27 Personen

Unter den Gästen war auch Ludwig Förster aus Lammersdorf mit stolzen 92 Jahren. Vor Ort gaben Jürgen Siebertz und Arndt Schiffler fundierte Erläuterungen zu den damaligen Kriegsgeschehnissen mit Blick auf die Höhen 380 (Harresberg) und 554 (Paustenbacher Höhe).

Ein Bus brachte die Gäste zum sogenannten Harresberg zwischen Lammersdorf und Witzerath, in der Nähe des Lönsfelsens, um von dort zu den Westwall-Relikten mit Bunkeranlage und PAK-Garage zu gelangen. Die Bunkerruine ist noch relativ gut erhalten, während die PAK-Garage (Aufstellung einer Panzer-Abwehrkanone) wegen unwegsamer Topographie nicht zugänglich war. Der Bunker konnte 27 Personen Schutz bieten.

Nächstes Ziel der Busreise war das Eifelkreuz auf der „Paustenbacher Höhe“ („Kopp“). Von dort konnten die Besucher einen weiten Blick ins Simmerather Land werfen, das den amerikanischen Truppen voll im Schussfeld gelegen hatte. Zur Erläuterung dieses markanten Friedenskreuzes hatte der Veranstalter den Vorsitzenden des Ortskartells Simmerath, Erwin Finken, eingeladen. Erwin Finken erinnerte an die grauenvollen September-Tage 1944 und an die Zeit 1947, als das erste Eifelkreuz am 1. Oktober von 47 Simmerather Männern errichtet worden sei als Dank für den überstandenen Weltkrieg, zum Gedenken an die zahllosen Toten rund um die Kopp und als Mahnung zum Frieden.

Er zitierte die eingemeißelten Inschriften auf der Kreuz-Fußplatte: „Eifelkreuz-Heiliges Zeichen des Glaubens –einziger Bringer des Friedens – 3.10.1947“ ist zu lesen und weiterhin auf dem 2010 ergänzten Gedenkstein: „Gedenkstätte für die Kriegstoten und Mahnmal für den Frieden.“ Dieser Gedenkstein war seinerzeit entstanden aus einer fruchtbaren Zusammenarbeit von Ortskartell Simmerath, einigen Sponsoren, dem Künstler Erich Charlier und Steinmetz-Werkstatt Karl Goffart.

Das oft besuchte Friedenskreuz ist als 12. Station des Kreuzweges ab Friedhof Simmerath mittlerweile zu einer beliebten Stätte der Ruhe, der Besinnung und des Gebetes geworden. Am Sonntag, 12. Oktober, ist es wieder Anlaufpunkt einer Kreuzweg-Pilgergruppe ab der Simmerather Pfarrkirche.

Heute ragt seit 1947 das fünfte Holzkreuz mit stolzen 15 Meter Höhe in den Eifelhimmel. Eifrige Bürger hegen und pflegen den 14-Stationen-Kreuzweg. Für den 89-jährigen anwesenden Hobby-Dichter Oswald Jansen aus Paustenbach präsentierte Erwin Finken die öffentliche Premiere dessen Gedichtes aus dem Jahr 1947 mit dem Titel „Paustenbacher Höhe 1944, Eifelkreuz 1947“.

Unter Leitung von Cornelia Freuen kehrten die Gäste noch im Vorgarten des Lammersdorfer Bauernmuseums ein, wo sie beim Heimatverein Lammersdorf sich zu einer Kaffee- und Kuchenrunde treffen durften.

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