Die Nachfrage nach dem Hausnotruf nimmt zu

Von: Jessica Küppers
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Wie eine Halskette getragen, stört der Hausnotruf der Caritas seinen Besitzer Günter Jansen aus Imgenbroich nicht bei der Gartenarbeit. Das Gerät hat einen Radius von 200 Metern. Foto: jkü

Nordeifel. Mal ehrlich, wer hat nicht schon einmal eine Treppenstufe übersehen und ist unglücklich gestolpert? Die meisten Menschen können nach so einem kleineren Sturz problemlos wieder aufstehen und tragen höchstens ein paar blaue Flecken davon. Für ältere, behinderte oder kranke Menschen, die alleine leben und nicht mehr eigenständig auf die Beine kommen, kann so eine Situation zum Problem werden.

„Dann können sie auf den Hausnotruf drücken und werden automatisch mit der Caritaszentrale verbunden“, erklärt Brigitte Dovern von der Caritas Eifel. Der Hausnotruf ist ein ovales Gerät in der Größe einer Zwei-Euro-Münze, der mit einem Funksender und einem Druckknopf versehen ist.

Es wird entweder in Form einer Kette um den Hals oder als Armband am Handgelenk getragen.

Darin sei ein kleines Mikrofon eingebaut, „so dass man frei in den Raum sprechen kann“, schildert Dovern die Vorgehensweise im Notfall. Sollte das Sprechen nicht möglich sein, werde die Rettung automatisch alarmiert.

Der Hausnotruf funktioniert über eine Funkverbindung im Umkreis von 200 Metern zu einer Basisstation, die üblicherweise am Telefon eingebaut wird. Dadurch soll gewährleistet werden, dass auch Notfälle, die im Garten oder vor dem Haus auf der Straße passieren, durchgegeben werden können.

Die Nachfrage nehme stetig zu, beobachtet Dovern. Allein im vergangenen Jahr sind von der Caritas 162 neue Geräte in der Eifel verteilt worden, so dass sich inzwischen eine Gesamtteilnehmerzahl von 334 ergibt. Im Zuständigkeitsgebiet der Caritas-Pflegestation Simmerath, also der Eifel-Kommunen Monschau, Simmerath, Roetgen nutzen 79 Menschen den Hausnotruf.

Günter Jansen aus Imgenbroich ist einer von ihnen. Er hat den Hausnotruf schon vor zwei Jahren in seinem Wohnzimmer installieren lassen. „Da ging es mir nach einer Operation nicht gut“, berichtet er. Zu jener Zeit habe das kleine Gerät ihm vor allem Sicherheit gegeben.

Heute geht es ihm wieder besser, aber die Vorteile des Gerätes weiß er immer noch zu schätzen: „Auf den Knopf drücken geht im Notfall schneller als eine vierstellige Nummer mit dem Telefon zu wählen.“ Wenn er seinen Hausnotruf alarmiert, geht dieser zunächst in der Zentrale der Caritas ein, die rund um die Uhr besetzt ist. Reagiert Günter Jansen auf den anschließenden Rückruf der Caritas-Mitarbeiter nicht, wird sofort seine Tochter informiert, die dann nach ihm sieht.

Wer im Notfall benachrichtigt werden soll, können Angehörige und Teilnehmer des Hausnotrufs im Vorfeld selbst bestimmen: „Man kann wählen, ob nur Bezugspersonen, Bezugspersonen und gleichzeitig die Rettung oder ob Caritas-Mitarbeiter benachrichtigt werden und kommen sollen.“

Ungeeignet sei das Gerät jedoch für ältere Menschen, die noch alleine zum Friedhof oder zum Einkaufen fahren möchten, weil der Funksender für diese Entfernungen nicht ausgelegt sei.

Um einen Hausnotruf zu installieren, sind nur ein Telefon- oder Handyanschluss und eine Steckdose notwendig. Die monatlichen Kosten für den Haus-Notruf übernimmt in der Regel die Pflegekasse, sofern eine Pflegestufe des Teilnehmers vorliegt.

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