Rohren - Die Mühle am Kluckbach klappert wieder

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Die Mühle am Kluckbach klappert wieder

Von: M. S.
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Vorbilder unter zahlreichen ehrenamtlich aktiven Sägewerkern an der neuen Hütte am Kluckbach: Rudi Hilgers (links) und Robert Lauscher. Foto: Manfred Schmitz

Rohren. Es klappert (wieder) eine Mühle am Kluckbach. 1995 wurde im Kluckbachtal bei Rohren stilgerecht eine Sägemühle in historischer Konstruktion erbaut, die treue Dienste tat - wie ihre Vorgängerinnen nachweislich schon vor 400 Jahren in der Nordeifel.

Der Initiator wiederbelebter Tradition, Monschaus pensionierter Förster und passionierter „Müller”, Bernd Drevermann aus Rohren, hatte in Zusammenarbeit mit dem Architekten Karl Niessen aus Strauch vor 14 Jahren etliche freiwillige Helfer, um dieses - kulturell wie touristisch - vorbildliche Projekt zu verwirklichen.

Auf diesen Tross handwerklich geschickter und motivierter „Eifelmän” konnte der frühere rurstädtische Forstbeamte auch nun wieder bauen, andere Helfer kamen hinzu. Sie wurden aus traurigem Anlass denn auch händeringend benötigt. Denn am Abend des 4. Mai dieses Jahres brannte das einst massive und höchst funktionale Häuschen aus Fichtenholz bis auf die letzte Bohle ab.

Vier Monschauer Feuerwehren, die zur Hilfe eilten, konnten nichts mehr ausrichten. Vor allem deshalb, weil es zu einer folgenschweren Verwechslung kam: Die zuständige Katastrophenleitstelle, bei der ein Höfener Bürger Alarm ausgelöst hatte, schickte den ausgerückten Löschzug aus Kalterherberg irrtümlich zur Höfener Mühle. Lediglich ein kostbares Sägegatter, das aus dem Zillertal zum Schneiden von Nordeifeler Langholz „importiert” worden war, überstand das Flammeninferno zum Glück fast unbeschadet. Auslöser des Unglücks, so stellte sich heraus, war eine Ofenverpuffung.

„Jetzt haben wir endlich wieder ein Dach über dem Kopf und können sägen”, freute sich Bernd Drevermann Samstag Vormittag. Er begrüßte im ersten Eifeler Schneetreiben dieses Winters eine große Gästeschar zur Einweihung des präzise-anschaulichen Holzbetriebes in romantischem Umfeld.

Im Oktober hatten dessen Wiederaufbau und Rekonstruktion begonnen, selbst das Wasserrad musste erneuert werden. Sein Vorgänger wurde ebenfalls ein Raub der Lohe. „Unsere Kräfte haben bis Freitag Abend und bis zum letzten Nagel gearbeitet”, lobt Drevermann seine aktive Mannschaft in einer Grußadresse.

Stellvertretend für zahlreiche fleißige Hände und ideenreiche Köpfe nannte der „Bauherr” den vorbildlichen Einsatz der Senioren Rudi Hilgers („Schrauben-Rudi”) und Robert Lauscher. Beide hätten binnen sechs Wiederaufbau-Monaten unermüdlich je 200 gemeinnützige Arbeitsstunden geleistet. Vom Antrieb durch Keilriemen bis zum Zahnrad fertigten sie wichtige Ersatzteile selbst.

Insgesamt kamen von allen engagierten Kräften „mehr als 1000 Stunden zusammen”, sagte Drevermann. Er und seine Mühlenfreunde sind nun zum perfekten Glück dringend auf der Suche nach einem funktionalen, in Öl gelagerten Anlasser für das Aggregat. Die alte Startanlage erwies sich mit ihrer Leistung von 1,1 KWh als zu schwach, drei Kilowatt sind erforderlich. Und so hofft Bernd Drevermann, „dass sich in der Bevölkerung jemand findet, der uns den geeigneten Anlassertyp zur Verfügung stellt”.

Übrigens: Gottlob hat die Versicherung den entstandenen Schaden in Höhe von 62.000 Euro voll ersetzt und laut Drevermann „den Fall Sägemühle großzügig und unbürokratisch abgewickelt”. Wolfgang Formen, Monschauer Repräsentant der Versicherung: „Die letzte Rate zur Restinstandsetzung wurde schon überwiesen.”

Der rechte Anlass, auf eine gute Zukunft der neuen Mühle eine deftige Erbsensuppe zu genießen und bei nassem Flockenwirbel mit Glühwein anzustoßen.
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