Die Motorsägen werden trotz Protest angesetzt

Von: Robert Flader
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Bald ein Bild der Vergangenheit: Die Linden im Bereich der Walter-Scheibler-Straße zwischen der L 214/Eupener Straße werden vor den Herbstferien gefällt. Beendet sind die Diskussionen damit Foto: Robert Flader

Monschau. Über das eigentliche Problem mit den Linden entlang der Walter-Scheibler-Straße, darüber waren sich alle einig. Das Problem sei, so die Mitglieder des Umweltausschusses am Dienstagabend, die Gefahrenlage - für Anwohner, den Verkehr, die Schulkinder.

Auch wenn der Beschluss zur Fällung von etwa 20 Linden im Bereich L 214/Eupener Straße bei fünf Ablehnungen keine Einstimmigkeit vermuten ließ, so blieb es letztendlich dabei, dass das Schicksal der instabilen Bäume entschieden wurde: Sie werden noch vor den Herbstferien gefällt, so dass in der schulfreien Zeit die Fahrbahn saniert werden kann. So weit, so gut.

Oder auch nicht. Die Abstimmung über die Fällung der als „potenziell gefährlich” eingestuften Linden führte zu einer Grundsatzdiskussion, wie denn die Zukunft der Walter-Scheibler-Straße einmal konkret aussehen soll.

Die Kritik von Dr. Ralf Güttes (Bürgerforum 21/Die Linke) an der „Radikalkur” und dem Eingriff in den „Lebensraum von Insekten und Fledermäusen” konterte Hermann-Josef Backes (CDU): „Wir müssen uns fragen, ob wir in einem Neubaugebiet etwas erreichen oder aus der Walter-Scheibler-Straße ein Naturschutzgebiet machen wollen. Die Anwohner haben bei Stürmen Angst vor herabstürzenden Bäumen.”

Würden die Linden, die vor rund 50 Jahren gepflanzt wurden, nicht ausnahmslos gefällt, so sei die anstehende Sanierung der Walter-Scheibler-Straße „zwecklos”, ergänzte Kämmerer und Hauptamtsleiter Franz-Karl Boden. Grund: Die Bäume „fressen” sich mit ihren Wurzeln sichtbar durch die Bürgersteige, richten auch für die ohnehin enge Fahrbahn, an den Hochbordsteinen, erhebliche Schäden an und würden durch teils beträchtliche Schieflage Häuser bedrohen. „Und dann”, so Boden weiter, „haben wir in wenigen Jahren die gleiche Diskussion wieder.”

Ärger über Zeitdruck

Bei der Ortsbesichtigung im Vorfeld der Sitzung des Umweltausschusses meldete sich ein betroffener Anwohner zu Wort, der „massive und unermessliche” Schäden für sein Haus infolge eines umgestürzten Baumes fürchtet.

Deshalb gelte es, zeitnah zu handeln, denn durch einen Gutachter wurden bereits etliche Bäume in der Walter-Scheibler-Straße als gefährlich eingestuft. Sollten diese Bäume nicht beseitigt werden und Schäden anrichten, wäre die Kommune nicht versichert.

Was allerdings bei manchem Politiker für mehr Kopfzerbrechen sorgte, war die - aus ihrer Sicht - sehr kurzfristige Vorlage, die erst Ende vergangener Woche den Ausschuss-Mitgliedern zugesandt wurde. „So entsteht unnötiger Zeidruck”, sagte Werner Krickel (Grüne). Er kritisierte auch den grundsätzlichen Umgang mit dem Thema: „Der Neubau der Straße fällt nicht vom Himmel. Das wissen wir seit drei Jahren.”

Was passiert mit dem Gehweg?

Außerdem, so Krickel, bestehe die Arbeit des Ausschusses „nicht darin, nur Vorlagen der Verwaltung abzunicken. Wir wollen uns schon unsere eigenen Gedanken machen.”

Dafür sei in Bezug der Walter-Scheibler-Straße aus besagtem Grund keine Zeit gewesen. Auch deswegen stimmten die Grünen, wie die SPD und das Bürgerforum/Die Linke der Vorlage zur Fällung der Linden nicht zu.

Dennoch werden die Motorsägen in den kommenden Wochen angesetzt. „Wenn die Bäume bleiben, brauchen wir an eine Gehwegsanierung nicht zu denken”, sagte Franz-Karl Boden.
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