Monschau - Die Monschau-Klassik will näher zu den Menschen

Die Monschau-Klassik will näher zu den Menschen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
nachlesebild
Ihre ganz besonderen Momente hatte auch wieder die Klassik 2010 auf der Burg Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Nichts mehr erinnerte am Montagmorgen an die festlichen Stunden im Burghof in den zurückliegenden beiden Wochen: Regen und Sturm ließen die Spielstätte der Klassik 2010 auf der Burg Monschau ungemütlich und trostlos erscheinen.

Der Abbau der 1100 Plätze fassenden Stahltribüne lief bereits auf Hochtouren, denn am Mittwoch soll die Burg von den Klassik-Veranstaltern stubenrein überein übergeben werden.

Der Arbeitskreis Klassik erlebte bei den insgesamt neun Veranstaltungen ein Wechselbad der Gefühle. Angenehme Sommernächte und herbstliche Kühle bildeten die Gegensätze für die insgesamt 180 mitwirkenden Künstler und 10.050 Zuschauer.

Die Kammeroper Köln und das Orchester stießen an die Grenzen der Belastbarkeit, doch erst bei Abschlussveranstaltung am Sonntag nachmittag strichen die Musiker die Segel. „Schade, dass es keinen schöneren Ausklang gab”, bedauert auch Organisator Helmut Lanio die Tatsache, dass die italienische Operngala nicht ihren wahren Glanz verbreiten konnte. Dennoch lobt er die 60 bis 70 Prozent des Publikums, die nicht nur tapfer dem Regen trotzen, sondern auch noch zufrieden waren.

Diese manchmal schwierigen Rahmenbedingungen bei Freiluftveranstaltungen sollte man stets bedenken, antwortet Lanio einigen Kritikern der Festspiele 2010. Die Kritik richtete sich gegen die hohen Ticketpreise, aber auch der angeblich großzügige Umgang mit Freikarten stieß vereinzelt auf Missfallen. Das Freikarten-Kontingent sei gegenüber den Vorjahren nicht verändert worden, und der Bitte der Stadt Monschau, die in Mützenich aus Anlass der 35-jährigen Partnerschaft weilenden Gäste aus Bourg St. Andol auf die Burg einzuladen, sei man „gerne nachgekommen”.

Helmut Lanio rechnet vor, dass die Infrastruktur-Kosten für die Errichtung eines Tribünenplatzes auf der Burg wegen des enormen Aufwandes bei 32 Euro liegen, ein Stuhl vor dem Roten Haus (Rigoletto-Aufführung) jedoch nur 75 Cent koste. Da man außerdem die Jugendherberge für drei Wochen anmiete und dem Deutschen Jugendherbergswerk dafür einen adäquaten Ausfall zahlen müsse, ließen sich Ticketpreise kaum nach unten drücken. Die verstärkten Sicherheitsauflagen in diesem Jahr, die den Verlust von 250 Plätze bedeutet hätten, verschärften die Kalkulationsgrundlage noch.

„Wenig förderlich”, so Helmut Lanio, für ehrenamtliches und unternehmerisches Kultur-Engagement wie die Klassik Monschau seien außerdem kostenlose Großkonzerte und andere Aufführungen im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen aber geht der Blick des Arbeitskreises Klassik schon wieder nach vorne, der mit den Festspielen künftig den Menschen noch näher sein möchte. Mit mehr Kinderopern, Liedermachern, Klassik in der Altstadt, kleinen Veranstaltungen in Seitenstraßen oder den Ortsteilen sollen neue Wege beschritten und der Festspielsommer zeitlich ausgedehnt werden. Lesungen, Ausstellungen, Kleinkunst und Kabarett sollen in das Konzept eingebunden werden. Helmut Lanio: „Die Klassik 2011 will neue Zeichen setzen.”

In den nächsten Wochen gibt es im Hinblick auf die Festspiele 2011 schon viel zu tun. Mit den anderen Veranstaltungen in der Region, zum Beispiel den Festspielen in Nideggen, soll eine bessere terminliche Abstimmung erfolgen, und dann stehen auch wieder Vertragsverhandlungen an. Mit der Festspiel-Gastronomie und Veranstalter Max Krieger wird man darüber reden, ob man die Zusammenarbeit um weitere zwei Jahre verlängert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert