Die Milch macht‘s: 40 neue Arbeitsplätze in Kalterherberg

Von: P. St.
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31.000 Liter fasst ein solcher Tank-Auflieger. Die neuen Auszubildenden der Spedition Hermanns & Kreutz in Kalterherberg steigen jetzt ein in die große Welt des Transportwesens. Foto: P. Stollenwerk

Kalterherberg. Das Kalterherberger Unternehmen Hermanns & Kreutz expandiert im Bereich Milcherfassung. Das bedeutet, dass künftig 25 neue Fahrzeuge angeschafft und 40 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Verkehrswege zum Betriebsgelände an der Arnoldystraße sind aufgrund verschiedener Straßenbaumaßnahmen derzeit ein wenig verbaut, aber die Fahrer der Spedition Hermanns & Kreutz finden immer einen Weg zum Kunden bzw. zurück auf den Hof. Nicht nur, dass für eine Spedition die pünktliche Warenlieferung die beste Lebensversicherung ist, seit dem 1. Juli  hat das Unternehmen mächtig expandiert und möchte daher gerade in der Phase des Neubeginns seine Kompetenz nicht gefährden.

Für das Unternehmen mit Sitz in Kalterherberg ist die Milcherfassung jetzt zum stärksten Geschäftszweig geworden. „Das war die größte und wichtigste strukturelle Veränderung in 27 Betriebsjahren“, erläutert Geschäftsführer Bernd Kreutz. Der 50-Jährige spricht in diesem Zusammenhang von einer „großer Mannschaftsleistung.“ Oder um es in Zahlen auszudrücken: Bis zum 1. Juli waren neun sogenannte Liquid-Auflieger im Einsatz, jetzt sind es 50.

Verbunden mit dieser Expansion war auch ein beträchtliches Investitionsvolumen von nicht weniger als drei Millionen Euro. 25 neue Fahrzeuge schaffte das Unternehmen an, und 40 neue Arbeitsplätze, insbesondere im Bereich Berufskraftfahrer, wurden neu eingerichtet. Mit 300 Mitarbeitern in der gesamten Betriebsgruppe und 100 Fahrzeugen, die täglich auf der Strecke sind, festigt die Spedition ihre Position als zweitgrößter Arbeitgeber in der Stadt Monschau.

Hintergrund dieser einschneidenden Veränderung für die gesamte Unternehmens-Logistik war die Tatsache, dass die beiden Großmolkereien Pronsfeld (Südeifel) und Walhorn (Ostbelgien) fusionierten, und Bernd Kreutz sich bei der nachfolgenden Ausschreibung durchsetzen konnte.

In Deutschland, Belgien und den Niederlanden steuern die Hermanns & Kreutz-Liquid-Transporter jetzt 500 landwirtschaftliche Betriebe an. Eingerechnet sind dabei auch die Betriebe im Allgäu, die von der Münchener Niederlassung des Unternehmens bedient werden. Aus marktrechtlichen Gründen musste das Unternehmen in Luxemburg einen weiteren Firmensitz gründen, weshalb man Hermanns & Kreutz-Transporter inzwischen auch hin und wieder mit gelben Kennzeichen sieht.

Einen guten Monat nach dem Start in die neue Unternehmens-Phase ist Bernd Kreutz überzeugt davon, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Die Umstellung war eine riesige Herausforderung für unser Unternehmen, aber es hat auch großen Spaß gemacht.“ So habe man beispielsweise gemeinsam mit dem Hersteller eine neue Software entwickelt, die eine für das Einsammeln der Milch optimale Tour ausarbeite.

Das Geschäft mit der Milch bezeichnet Bernd Kreutz nicht nur als seriös sondern auch als zukunftssicher, „denn die Kühe produzieren Tag für Tag.“

Auch bei Hermanns & Kreutz hat am 1. August ein neues Ausbildungsjahr begonnen, und neun neue Auszubildende konnten auf dem Betriebsgelände am Ortsrand von Kalterherberg begrüßt werden, die im kaufmännischen Bereich, im Lager, in der Werkstatt oder als IT-Kräfte ausgebildet werden.

Nur einer der Lehrlinge strebt diesmal den Job Berufskraftfahrers an. Bernd Kreutz weiß, dass dies vor allem damit zusammenhängt, dass man dem Betriebsstandort Kalterherberg nicht gerade punkten kann, aber auch mit der Tatsache, dass das Berufsbild des Fernfahrers nach wie vor unter einem schlechten Image leide – völlig zu Unrecht wie er findet.

Besonders in ländlichen Gebieten ohne Bahnverkehr sei der Lkw die einzige realistische Alternative zur Schiene. Bernd Kreutz: „Wenn wir nicht fahren, dann bleibt der Kühlschrank leer.“

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