Die Maibaum-Lieferanten: Fachmännische Hilfe beim Liebesbeweis

Von: Max Stollenwerk
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Das Team der Gruppe BestWood Mai-Logistik blickt bereits mit Vorfreude auf die bald anstehende Mainacht. Dann werden die jungen Männer wieder zahlreiche Maibäume und Herzen Foto: Max Stollenwerk
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Das Schmücken und Aufstellen von Maibäumen hat auch in der Nordeifel Tradition. Foto: Archiv

Rollesbroich. Eine Lichtanlage, zwei Nebenanlagen, eine Musikanlage mit satten 12.000 Watt, über ein Dutzend Maibäume und eine Gruppe aus rund 20 jungen Männern zwischen 16 und 24 Jahren: Das ist die bewährte Mischung der Gruppe BestWood Mai-Logistik, die in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wieder zur Hochform auflaufen wird.

Die Gruppe, die sich 2013 aus einer privaten Initiative gegründet hat, verfolgt ein recht simples, aber wohl einmaliges Geschäftsmodell: „Wir helfen den Jungen und im Schaltjahr natürlich auch den Mädchen beim Transport, beim Schmücken und Aufstellen von Maibäumen und Maiherzen“, erklärt Jannis Helmel, Mitglied der Gruppe.

Denn er weiß: „Viele haben zum Beispiel keinen Traktor oder führen vielleicht eine Fernbeziehung, so dass sie keine Möglichkeit haben, selber einen Baum zu stellen.“ Und genau an diesem Punkt kommen die Jungs von der BestWood Mai-Logistik ins Spiel.

Rundum-Service

Hat jemand ein solches Problem, wird ihm hier geholfen. „Es ist jetzt kein angemeldetes Gewerbe, für das wir Geld verlangen. Wir freuen uns eher über eine Aufwandsentschädigung“, sagt Jannik Schlicht aus Lammersdorf. Der 19-Jährige, der in diesem Jahr sein Abitur macht, erklärt, dass man natürlich „die Benzinkosten und die Bäume finanzieren“ müsse, verdienen tue man damit aber nichts.

„Wir gehen normalerweise mit Plus-Minus-Null aus der Mainacht. Wenn es am Ende noch für eine Kiste Bier reicht, dann sind die Jungs alle glücklich“, ergänzt Jannis schmunzelnd.

Jannis, Jannik und die anderen jungen Männer haben es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, die Bäume und Herzen „auszuliefern“. „Wir schmücken die Bäume nach Bedarf auch, zahlen am jeweiligen Dorfplatz die Maisteuer in Form von jeweils einer Kiste Bier und stellen die Bäume anschließend auf“, erklären die beiden sozusagen den Rundum-Service, den die Gruppe anbietet. Die Maibäume besorgen sie zwei Tage vor der Mainacht entweder für kleines Geld bei der Gemeinde Roetgen oder aus einem Privatwald.

Dabei sind sie ziemlich professionell unterwegs. Mit insgesamt drei Traktoren ist die Gruppe am Start, und sogar ein Tieflader für alle Bäume wird in der Mainacht mit von der Partie sein. „Ich denke, dass das mit dem Tieflader schon etwas Einmaliges ist“, sagt Jannis etwas stolz. Doch dies sei praktischer, da man dann alle Bäume zugleich aufladen könne und nicht immer wieder zum Ausgangsort zurückkehren müsse. An der eigentlichen „Maikarre“ habe man circa drei bis vier Monate gearbeitet, wobei immer wieder Neuerungen und Ausbesserungen nötig seien.

Schon über 150 Kilometer

In der kommenden Mainacht hat die junge Mannschaft viel vor. „Unsere Route beträgt bereits jetzt weit über 150 Kilometer“, erklärt Jannik. Und auf der gesamten Strecke geht es mit maximal 40 Kilometern pro Stunde vorwärts. Um 18 Uhr startet die Truppe in Rollesbroich, bevor es unter anderem in Richtung Monschau und Roetgen, aber auch, je nach Bedarf, nach Vossenack, Stolberg oder Eschweiler geht.

Die Gruppe der BestWood Mai-Logistik kann bei ihren Aktivitäten stets auf Unterstützung setzen. „Wir sind gut mit der Truppe Tiefflieger Nordeifel befreundet, mit denen wir bei solchen Aktionen immer kooperieren“, sagen die beiden jungen Männer.

Auch wenn der Frühling aktuell zwar nur langsam in Schwung kommt und die Bäume noch nicht in voller Blüte sind, werden ab dem Ende der nächsten Woche wieder etliche junge Birken die Häuser der Nordeifel schmücken. Die Gruppe BestWood Mai-Logistik hat zurzeit bereits zehn Bäume auszuliefern, doch das muss noch nicht das Ende sein. „Bis spätestens zum 26. April können wir noch Wünsche annehmen, denn wir schlagen die Bäume erst zwei Tage vor der Mainacht“, so die beiden jungen Männer.

„In der Mainacht stehen für uns einerseits die Brauchtumspflege und andererseits natürlich auch der Spaß im Vordergrund“, sagt Jannis Helmel. Der 22-jährige Mechatroniker aus Rollesbroich betont, dass man dabei „die Jugend mit ins Boot nehmen“ wolle, und zwar unabhängig von Alter, Beruf oder handwerklicher Begabung. „Denn die Hauptsache ist doch, dass wir alle Spaß haben und am Ende schöne Bäume stellen und Maiherzen aufhängen.“

Fehlen darf während der Fahrt natürlich nicht die Musik. „Wir haben eine bunte Mischung mit Liedern aus den 1980-er und 1990-er Jahren, aber auch aktuelle Charts im Programm“, schildern die beiden. Doch in einer Sache sind sich Jannis und Jannik einig: „Wir haben nicht das Motto: Je lauter die Musik, desto besser, sondern es sollte alles in einem vernünftigen Rahmen bleiben.“ Denn es gehe um den Spaßfaktor und wenn die Musik zu laut sei, gebe es ohnehin überall nur Stress.

In der Mainacht wünschen sich Jannis und Jannik neben reichlich Spaß „eine unfallfreie Fahrt, eine starke Gemeinschaft und auch mit Mitgliedern anderer Maikarren in anderen Orten zu feiern“. Nach getaner Arbeit, die erfahrungsgemäß erst nach Sonnenaufgang am nächsten Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück enden wird, hat die Truppe dann eine Verschnaufpause. Doch spätestens in der Johannisnacht am 23. Juni werden die jungen Männer dann wieder ihre Runden drehen.

Noch Anmeldungen möglich

Wer kurzfristig noch professionelle Unterstützung beim Stellen und Schmücken von Maibäumen oder Maiherzen benötigt, der kann entweder über die Internetseite www.facebook.com/mailogistik oder über Instagram mit BestWod Mai-Logistik Kontakt aufnehmen. Anmeldungen für die anstehende Mainacht nimmt die Gruppe noch bis zum 26. April entgegen.

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