„Die lustigen Weiber von Roetgen“ groß in Fahrt

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In der Roetgener Grundschule waren Weiberfastnacht die Jecken los: Närrische Kinder feierten mit den Karnevalisten zünftigen Karneval. Foto: Günther Sander

Roetgen. „Ja, das Studium der Weiber ist schwer“, heißt es in der Operette „Die lustige Witwe.“ Ganz so schwer aber war es Weiberfastnacht mit den „Lustigen, närrischen Weibern von Roetgen“ doch nicht. Die ritten auf einer klaren Linie: „Alle Macht den Weibern!“

Sie führten gezielt und geschickt das Regiment, betätigten sich aktiv als „Krawattenabschneiderinnen“, zum Leidwesen so mancher Männer, die sich auch in das närrische Kampfgetümmel gemischt hatten.

Glücklicher war da die KG Roetgen dran, ohne Krawatte, aber in Stiefel und Uniform, leistete sie Schwerstarbeit. Ab 8 Uhr bereits zog die „närrische Karawane“ weiter und weiter: In alle Kindergärten, in die Grundschule, in die Sparkasse, ehe der ganze Tross, unter Leitung von „Karawanenführer“ Rainer Hütten, Station im Festzelt machte und sich als „Bettelstudenten“ aufführte.

Ziel war es, Bürgermeister „Manni“ Eis den Rathausschlüssel abzuluchsen. Dazu war ihnen kein Mittel zu schade. Langsam tasteten sie sich an das begehrte Stück heran, es nicht aus den Augen verlierend.

Anders die „löstije Wiever“, denen ging der Schlüssel glatt am Hut vorbei, die führten andere Missetaten im Schilde, trieben „ihr“ Unwesen, tanzten, sangen und waren froh.

Nun, der Bürgermeister war zwar nicht auf Anhieb bereit, das begehrte Stück in fremde (Narren-)Hände zu geben. Schräge Musik, schrille Alaaf-Rufe, Gardetänze, flotte Beinchen, Prinzensongs und „honigsüße Worte“, von Rainer Hütten präsentiert, brachten „Manni“ ganz schön ins Schwitzen.

Der „friedliche Bürgermeister“ wollte kein Spielverderber sein. Kämpferisch gab er sich kaum. War er am Ende etwa „schlüsselmüde?“ Sein Plädoyer an die Tollitäten groß und klein jedenfalls fiel kurz und knapp aus, dann gab er (fast) kampflos unter den Augen von Präsident Hütten den Schlüssel ab: „Nehmt ihn in Gottesnamen und geht gut damit um.“

Da gab es kein Halten mehr, die Narren hatten gesiegt. „Manni“ bekam zum Dank dafür ein flottes Kurzprogramm geboten, er zeigte sich zufrieden. Am Ende trügt nicht nur der Schein, auch Bürgermeister können närrisch und kampflos sein.

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