Die Luft in Lammersdorf wird sauberer

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
Ein spektakulärer Vorgang  is
Ein spektakulärer Vorgang ist Herstellung von Formteilen in Edelstahlgießerei der Firma Junker in Lammersdorf. Das Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern, unter anderem ist Junker der größte Lieferant für die deutsche U-Boot-Industrie. Auch die Geschäftsleitung und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns gehlörten zu den interessierten Beobachtern. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. Es ist die Kombination aus verbranntem Sand und Schlichte, einer feuerfesten Dichtmasse, die den typischen und nachhaltigen Geruch bei der täglichen Arbeit in einer Gießerei erzeugt. Das ist auch bei Firma Junker in Lammersdorf nicht anders.

Diesen Geruch kennen nicht nur die Mitarbeiter sondern auch viele Lammersdorfer, die rund um das mitten in einem Wohngebiet liegende Unternehmen wohnen.

Der Geruch wird auch in Zukunft nicht ganz verschwinden, aber Situation für Beschäftigte und Bürger wird wesentlich erträglicher. Gestern nahm die Firma, mit 430 Mitarbeiter am Standort Lammersdorf auch der größte Arbeitgeber der Region, eine neue Absauganlage für die Gießerei in Betrieb.

Wohngebiet wird entlastet

Dem Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns war es in Anwesenheit von JunkerGeschäftsführer Dr. Hans Rinnhofer und Gießereileiter Dr. Elmar Westhoff vorbehalten, offiziell den Schalter für den Start der 2,5 Millionen teuen Investition umzulegen. Die nach modernstem Stand der Technik installierte Anlage hat die Aufgabe, die zwar geruchsintensive, aber ansonsten völlig undenkliche Luft aus Gießereihalle abzusaugen.

Dabei wird nicht nur die Duftnote erheblich reduziert, was die Situation für die Nachbarschaft angenehmer gestaltet, auch die 90 Mitarbeiter in der Gießerei können künftig unter besseren Bedingungen ihre schwere Arbeit beim Stahlkochen verrichten. 67.000 Kubikmeter Luft werden pro Stunde abgesaugt Nicht zuletzt entlastet die Anlage auch die Umwelt.

Ein interessanter Synergieeffekt ist ein angekoppelter Wärmetauscher, der 95 Prozent der abgesaugten Luft bei Bedarf als warme Frischluft ins System zurückführt, was im Ergebnis einen erheblichen energetischen Spareffekt zur Folge hat. Auch die Teilnehmer der Jahresversammlung der Ofenbauer, für die die Firma Junker in dieser Woche der Gastgeber war, konnte sich von der Effektivität der neuen Absauganlage bereits überzeugen.

Einige hundert Meter unterhalb der Gießerei hat die Otto Junker GmbH die nächste Investition, ebenfalls für ein Volumen von 2,5 Millionen Euro, gestartet. Hier wird eine Halle hergerichtet, um Maschinenbetten zu produzieren.

Diese Anlage wurde für nur einen Kunden eigens gebaut und ist eine wichtige Komponente für die Herstellung von Mikrochips. Bei diesem Kunden aus den Niederlanden handelt es sich um den weltweit führenden Mikrochip-Hersteller mit 82 Prozent Weltmarktanteil. Hier wird höchste Präzision verlangt. So wurden allein 430 Kubikmeter Beton für ein absolut vibrationsfreies Arbeiten eingebaut. Anfang Juli soll die Anlage in Betrieb gehen.

Konjunktur ist angesprungen

Bürgermeister Hermanns wertete die jüngsten Investitionen bei Junker als „klares Bekenntnis” zum Standort Lammersdorf und zudem als „wichtiges Signal für die Mitarbeiter und die Nachbarschaft. Dies erhöhe auch die Akzeptanz für das Unternehmen.

Die Konjunktur, freute sich Dr. Rinnhofer, ist inzwischen auch bei Junker in Lammersdorf angesprungen. Nicht nur die Absicht, die Zahl der Lehrlinge um zehn auf insgesamt 30 zu erhöhen, unterstreicht diese positive Entwicklung. Die Gießerei laufe bereits auf Hochtouren, und der Anlagenbau werde nachziehen, verweist der Geschäftsführer auf eine wachsende Auftragslage.

Das Thema Fachkräftemangel spielt bei Junker übrigens keine große Rolle. Junker gilt in der Branche als eine hervorragende Adresse; entsprechend groß ist der Andrang von Bewerbern.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert