Die Kraniche fliegen kürzer

Von: Günter Krings
Letzte Aktualisierung:
9608489.jpg
Zum Leidwesen von Allergikern stäuben im Rurtal bereits seit einigen Tagen die Haselnüsse.

Nordeifel. Jetzt kommt der Frühling auch in der Eifel in die Gänge, und unüberhörbar und sichtbar sind doch die ersten Boten da, die uns darauf hinweisen, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Winter vorbei endgültig ist.

 Die ersten Kraniche haben unsere Region schon Mitte Februar überflogen, und am vergangenen Wochenende kehrte ebenfalls eine große Anzahl zurück in Richtung Nordost, wo die Brutgebiete liegen.

Zu Beginn der Vogelaufzeichnungen in unserer Region Ende der 70er Jahre kehrten Kraniche erst in der ersten Märzwoche zurück. Mittlerweile hat sich der Beginn des Rückzuges um ein bis zwei Wochen in den Februar hinein verlegt. Das könnte mit den milden Wintern der vergangenen Jahrzehnte zusammenhängen.

Es könnte aber auch ein anderer Grund vorhanden sein. In den 70er Jahren bauten die Franzosen in der Champagne in der Nähe der Stadt Troyes zwei große Talsperren, die sehr flach sind und Staumauern haben, die bis zu 20 Kilometer lang sind. In diesen Talsperren wird das Hochwasser der Flüsse Marne und Seine aufgefangen, damit Paris nicht überschwemmt wird. Viele Kraniche haben nun dieses Talsperrengebiet als ideales Winterquartier gefunden und fliegen nicht mehr bis Andalusien in Spanien. Nachts können die Kraniche sich in die flachen Talsperren begeben, um dort sicher zu sein vor Beutegreifern.

Wenn nun Ende Februar milde Temperaturen vorherrschen, starten in der Champagne die Kraniche schon zu ihrem Rückflug Richtung Brutgebiete.

Singvögel schon aktiv

Ab Mitte Februar sind auch die ersten Singvögel zu hören: Buchfinken, Heckenbraunellen, Rotkehlchen, Misteldrossel, Singdrossel. Kohl- und Blaumeisen singen schon seit Januar. Wer im Rurtal oder durch Wälder wandert, wird jetzt überall Buntspechte hören, die mit ihren Trommelwirbeln Brutreviere markieren. Die ersten Rotmilane wurden in der 2. Februarhälfte bei Kalterherberg und Dedenborn beobachtet. Im Rurtal blühen längst Krokusse und Schneeglöckchen.

Zum Leidwesen von Allergikern stäuben jetzt im Rurtal bereits die Haselnüsse. Schon im Herbst bilden diese Holzgewächse die Kätzchen für den Blütenstaub aus, aber die bleiben den Winter über fest verschlossen. Sie öffnen sich erst, wenn milde Temperaturen herrschen. Eines dieser Kätzchen kann bis zu zwei Millionen Pollen produzieren.

Es dauert dann allerdings noch einige Zeit, bevor sich die weiblichen Blüten öffnen. Diese sind winzig klein, violett gefärbt und bilden sich an der Spitze der Blattknospen. Bienen suchen zwar auf den männlichen Blüten Pollen, aber die Bestäubung oder Befruchtung der weiblichen Blüte findet durch Wind statt, der die winzigen Pollen weit verbreitet. Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf einer Pflanze.

Anders dagegen sieht es bei den Weiden aus, bei denen bei milden Temperaturen auch bald die Blüten aufgehen werden. Sie gehören zu den wenigen Pflanzen, die entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten haben. Sie werden durch Bienen oder andere Insekten bestäubt. Wenn aber beide Pflanzen gleichzeitig blühen, hat die Pflanze ein Problem mit der Befruchtung. Würden Bienen nämlich zuerst die weiblichen Pflanzen anfliegen und danach die männlichen Pflanzen, käme es nicht zu einer Befruchtung der Pflanze. Die Weiden müssen also dafür sorgen, dass die Bienen zuerst die männlichen Pflanzen anfliegen und danach die weiblichen.

Durch optische Reize werden die Bienen gezielt zu den männlichen Blüten gelenkt. Diese haben aufgrund ihrer leuchtend gelben Farbe eine viel höhere Anziehungskraft als die eher unscheinbaren weiblichen Blüten. Erst nach der ersten Ausbeute landen die Bienen dann auf den weiblichen Blüten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert