Die Klassik-Mischung verfeinert

Von: P. St.
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Keine Berührungsängste  mit
Keine Berührungsängste mit der leichten Muse: Wie hier bei der Aufführung des Musical-Klassiker „My Fair Lady” möchten die Veranstalter der Monschau-Klassik künftig für eine abwechslungsreiche Programm-Mischung sorgen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Nach den Festspielen ist vor den Festspielen: Dieser Rhythmus gilt auch für die Monschau-Klassik: Ein wenig Zeit zum Durchatmen sollte aber dennoch sein, nachdem gerade die letzten Töne der Zusatzvorstellung von „My Fair Lady” verklungen sind.

Aufatmen durfte vor allem die neugegründete Monschau Festival GmbH, die erstmals in Eigenregie die Fäden auf der Burg zog. Den Schlussapplaus der letzten Vorstellung 2011 durfte das Organisationsteam um Helmut Lanio und und Dorit Schlieper auch als anerkennendes Schulterklopfen für die eigene Leistung wahrnehmen, denn das neue Konzept war aufgegangen:

Das Programm der Klassik ist bunter und pointierter geworden: Neben Oper und Operette hat sich auch die Unterhaltungsmusik, die Show, ihren Platz in den alten Burgmauern gesichert.

Kontraste sind erwünscht

Die Mischung ist verfeinert worden, und damit haben die Monschauer Festspiele auch im Wettbewerb mit den weiteren Festivals im Umfeld ihr Profil geschärft, wohl wissend, dass man man mit einem reinen Opernfestival einen schweren Stand haben würde. „Wir fühlen uns in der Mischung unserer Programmauswahl bestärkt”, sagt Helmut Lanio, wie sich auch die Ausdehnung der Festspiele auf drei Wochenende bewährt habe.

Kontraste im Programm seien durchaus gewünscht, und wichtig sei es auch, neue Zielgruppen zu aktivieren. Mit der jetzt gefundenen Mischung glaube man, die richtige Nische gefunden zu haben.

Den durch die Verlängerung gewonnenen Freiraum hat man auf der Burg bislang allerdings noch nicht genutzt. Aber auch hier soll das Prinzip „Eile mit Weile” gelten, ehe man einmal von einem echten Monschauer Festival-Sommer sprechen kann. „Daran wollen wir in Zukunft arbeiten”, verspricht Helmut Lanio.

Das Bemühen um musikalische Qualität hat die Festspiele seit ihrer Neuauflage im Jahr 2000 begleitet, was ein nicht immer leichtes Unterfangen in der unendlichen und verlockenden Vielfalt musikalischer Sonderangebote war.

Die Monschau Festival GmbH ist nun auch mit dem Anspruch angetreten, ein gewisses Niveau nicht zu unterschreiten und nicht allein voll besetzte Ränge zum Maß aller Dinge zu machen. „Optimale, gesunde und funktionierende Strukturen” für die Monschau-Klassik zu schaffen, sei das langfristige Ziel der Festivalgesellschaft, betont Helmut Lanio. Zudem habe man bereits die Erfahrung gemacht, dass sich mit dieser neuen Konstellation „vieles einfacher und schneller regeln lässt”.

Aufmerksamen Gästen sind die Strukturverbesserungen nicht verborgen geblieben: Sowohl mit der Kammeroper Köln wie auch mit der Russischen Kammerphilarmonie St. Petersburg hatte man musikalisch zuverlässige Ensembles verpflichtet.Das verbesserte Klangerlebnis auf der Burg ist ein weiterer Gewinn der Festspiele 2011.

Bliebe noch das Wetter: Legt man einen strengen Maßstab an, dann verdiente nur die Kinonacht unter den insgesamt neun Veranstaltungen das Prädikat „laue Sommernacht”.

Aber das Wetter war auch keineswegs so schlecht wie es von außen (in der Regel vom Nicht-Klassik-Besucher) gerne geredet wird. Regencapes waren zwar stark nachgefragt, aber der Monschau-Klassik-Besucher weiß inzwischen, worauf er sich einlässt, wenn in der Nordeifel ein Open-Air-Ereignis geboten wird.

Mehr als 10 000 Besucher kamen zu den neun Veranstaltungen, von denen sechs ausverkauft waren. Aber wie schon gesagt: Nach der Klassik ist vor der Klassik, und die ersten Überlegungen für das Festival 2012, das vom 13. bis 29. Juli stattfinden wird, haben bereits begonnen.

Druckreif ist das Programm für 13. Klassik noch nicht, aber wenn nicht alles täuscht, wird es wieder einen großen Liedermacher-Abend geben, ebenso auch eine große Oper (Tosca?) und vielleicht erstmals auch ein Schauspiel. „Ein Sommernachtstraum” von William Shakespeare wäre doch wie geschaffen für die Burg,

Vor Weihnachten werden die Veranstalter gerne Näheres bekanntgeben.
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