Die Kanalgebühr springt deutlich über fünf Euro

Von: rpa
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Simmerath. 5,14 Euro je Kubikmeter: Das ist ab Januar 2011 der neue Preis für das Schmutzwasser, das in den Kanal eingeleitet wird. Damit steigt die Kanalgebühr um 22 Cent je Kubikmeter (bisher 4,92 Euro).

Die Grundgebühr ist dabei eingerechnet. Teurer wird im nächsten Jahr auch das Regenwasser: Hier müssen die Bürger der Gemeinde Simmerath je Quadratmeter abflusswirksamer Fläche 53 Cent bezahlen, zwei Cent mehr als bisher; hinzu kommt jedoch noch eine Grundgebühr von 66 Euro (unverändert) je 500 Quadratmeter Maßstabsfläche.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat nun dem Gemeinderat empfohlen, die neuen Gebührensätze für das Abwasser festzusetzen. Die Verwaltung hat den Gebührenbedarf entsprechend ausgerechnet. Insgesamt müssen die Bürger für das Abwasser im nächsten Jahr 4,89 Millionen Euro aufbringen.

CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer, bezeichnete die Kanalgebühr in der Gemeinde Simmerath als „viel zu hoch”, sie müsste „eigentlich gesenkt” werden. „Wir wissen aber nicht wie”. Daher plädierte Bruno Löhrer für eine „höhere Hilfe des Landes”.

An Landeshilfe hat die Verwaltung in ihren Berechnungen 350.000 Euro einkalkuliert; im Jahr 2008 hat die Gemeinde zu den Kanalgebühren noch eine Landeszuweisung von 404.000 Euro erhalten.

Der Landeszuschuss für 2011 ist noch nicht absolut sicher, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Werde der Zuschuss nicht gewährt, dann werde die Gebühr für Schmutzwasser zusätzlich um 36 Cent steigen, die Gebühr für das Niederschlagswasser um sechs Cent je Quadratmeter. Bei einem Verbrauch von 150 Kubikmetern im Jahr müssten die Bürger ohne Landeshilfe noch einmal 50 Euro mehr aufbringen, so der Bürgermeister.

Ein Grund für die steigende Kanalgebühr ist der geringere Wasserverbrauch. Das sei „paradox”, sagte Hermann-Josef Bongard von der FDP: Die Leute sparen Wasser und müssen auch aus diesem Grund eine höhere Gebühr bezahlen. Beim Schmutzwasser rechnet die Gemeinde im nächsten Jahr mit einer Abwassermenge von 685.000 Kubikmetern, im Jahr 2008 waren es noch 702.000 Kubikmeter. Hermann-Josef Bongard appellierte an die Bürger, die „Regenwasser-Anlagen nicht auf Kosten der Allgemeinheit zu nutzen” und daher „ordnungsgemäß anzuzeigen”, wie viel Regenwasser nach dem Gebrauch ins Kanalnetz eingeleitet werde.

Claus Brust von der UWG kritisierte die Grundgebühr von 120 Euro im Jahr bei der Kanalgebühr als zu hoch, die Grundgebühr rege nicht zum weiteren Sparren beim Verbrauch an. Günter Mießen (Grüne) hingegen verteidigte die Grundgebühr auch mit Blick auf die Wochenendhäuser, in denen nur wenig Wasser verbraucht werde. Ohne Grundgebühr würde die Verbrauchsgebühr noch höher liegen.

Die Mehrheit des Ausschusses stimmte der Gebührenberechnung der Verwaltung zu (bei Stimmenthaltung der SPD, die sich erst im Rat entscheiden will). Die Niederschlagsgebühr wird insgesamt bei den Privatflächen 890.000 Euro in die Gemeindekasse bringen, hinzu kommt bei einer Fläche von zusammen 1,1 Millionen Quadratmetern eine Grundgebühr von 309.540 Euro.

Das Kanalnetz der Gemeinde ist insgesamt 222 Kilometer lang, der Wert ist auf rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Im nächsten Jahr, so ist vorgesehen, wird das Kanalnetz in Einruhr untersucht; Sanierungsmaßnahmen sind für die Ortsnetze Strauch (100.000 Euro) und Rollesbroich (50.000 Euro) geplant.
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