Hellenthal - Die Holländer kommen und bleiben in der Eifel

Die Holländer kommen und bleiben in der Eifel

Von: Elke Silberer, dpa
Letzte Aktualisierung:
Holland
Holländer lieben die Eifel, immer mehr. Wegen der Hügel und der Einsamkeit.

Hellenthal. Man spricht Holländisch: Auf Campingplätzen, in Hotels, vielen Dörfern. Holländer lieben die Eifel, immer mehr. Wegen der Hügel und der Einsamkeit. Früher kamen sie nur als Touristen. Heute kaufen sie Häuser.<br />

Früher kamen sie nur als Touristen. Jetzt kaufen sie Häuser. Das klingt nicht gerade begeistert: „Wenn das so weitergeht, kaufen die Holländer noch die ganze Eifel auf.” „Die” sind ein Thema in der Eifel. So wie unlängst zwischen zwei Frauen in einem Linienbus. Es gab Zeiten, da kamen die Holländer mit dem Wohnwagen - blieben ein paar Tage und fuhren dann aber auch wieder. Jetzt gefällt es ihnen so gut, dass viele einfach bleiben. Sie kaufen Wohnhäuser, Hotels und Campingplätze. Anders als es bei der Dame klang, ist es aber kein Aufreger. Im Gegenteil.

Rudolf Westerburg kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus, wenn er über die Holländer spricht. Eigentlich muss es ja korrekt Niederländer heißen, aber das sagt niemand. Westerburg ist Bürgermeister im Touristenstädtchen Hellenthal. Besorgt war er in den letzten Jahren, weil zwei Hotels und ein Campingplatz immer mehr herunterkamen. Deutsche hätten abgewunken. Holländer investierten.

Klar gebe es ein Risiko. „Wenns nicht klappt, geht einer von uns wieder arbeiten”, sagt Janneke van der Lans. Sie ist seit einem Jahr Inhaberin des „Landhaus Eifelsicht”. Das Haus war bei der Übernahme nicht so romantisch wie der Name: Zehn Jahre vernachlässigt, zehn Jahre Leerstand. Janneke und ihr Mann kommen ursprünglich aus dem Norden der Niederlande. Sie wollten dieses Haus. Vor einem Jahr haben sie angefangen, ganz klein: Zuerst gab es nur den Thekenbetrieb. Dann haben sie die erste Etage renoviert, die zweite gehen sie noch an.

„Bei den Deutschen muss immer alles gleich perfekt sein. Die Holländer machen das anders”, sagt Bürgermeister Westerburg und lobt die positive Grundeinstellung der Nachbarn.

Er wohnt in dem Dorf Ramscheid mit 250 Einwohnern. In den letzten Jahren sind zehn Holländer und drei Belgier zugezogen. „Unsere Holländer”, sagt er, wenn er von seinen unmittelbaren Nachbarn spricht. Wenn die am Wochenende kommen, sagen sie immer mal schnell guten Tag.

Für den Immobilienhändler Jonathan von Straaten ist die Entwicklung in Ramscheid und Hellenthal kein Einzelbeispiel. „In den letzten fünf Jahren hat sich der Markt stark entwickelt”, sagt der Mann, der in der Eifel eine Niederlassung hat. Viele von denen, die jetzt kaufen, seien früher auf Klassenfahrt in der Eifel gewesen, oder als Jugendlicher mit dem Mofa oder Fahrrad. Natürlich seien Häuser und Grundstücke viel billiger als in Holland. Aber viel wichtiger sei für die Käufer die Ruhe und Abgeschiedenheit, die „heuvels” - die Hügel - und die weite Landschaft. „Es gibt Dörfer, wo wir fünf, sechs Häuser verkauft haben. Das macht die Orte auch wieder lebendiger”, meint van Straaten.

Als Rentner leisten sie sich ein Wochenendhaus, ziehen ganz in die Eifel, oder haben ganz andere Vorstellungen, wie Bart Hurkxkens aus Maastricht. Der baut mit seiner Frau gerade ein Bauernhaus in Rohren bei Monschau um. „Wir suchen die Ruhe und Abgeschiedenheit”, sagt er. Seine Frau will dort ein Meditationszentrum betreiben. Der Manager selbst arbeitet auch als Künstler und möchte sich ein Atelier einrichten. Ach ja, noch was: Die Leute dort seien so freundlich. Deutschland und die Oranjes, war da was?

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