Roetgen - Die Hauptstraße ist lebhafter geworden

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Die Hauptstraße ist lebhafter geworden

Von: Peter Stollenwerk
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Tempo 30 auf der Roetgener Hauptstraße gibt es teilweise bereits. Jetzt soll der Bereich ausgedehnt werden. Nicht immer herrscht hier allerdings ein so hohes Verkehrsaufkommen wie während der baustellenbedingten Umleitungsphase. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Roetgen. Wenn es nach den Wünschen der Roetgener Kommunalpolitiker geht, dann dürfte einer Ausdehnung der Tempo-30-Zone auf der Hauptstraße nichts mehr im Wege stehen. Der Bauausschuss unterstützte jetzt einstimmig eine Initiative der SPD-Fraktion, die eine Erweiterung der bereits bestehenden Zone beantragt hatte.

Entscheiden über diesen Vorstoß wird aber die Straßenverkehrsbehörde der Städteregion Aachen. Tempo 30 soll auf dem Abschnitt zwischen den Einmündungen Rommelweg und Hackjansbend erfolgen. Der entsprechende Antrag soll jetzt gestellt werden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch erläuterte noch einmal den Antrag der SPD, der ausgelöst worden sei durch die jüngste Gesetzesnovelle der Straßenverkehrsordnung auf Bundesebene, wonach für Länder und Kommunen die Hürden für die Anordnung von Tempo 30 vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen herabgesetzt worden sind. Demnach muss künftig nicht mehr nachgewiesen werden, dass es sich bei dem jeweiligen Streckenabschnitt um einen Unfallschwerpunkt handelt.

An der Argumentation der SPD hat sich in den letzten drei Jahren nichts geändert. Inzwischen erschlossene Baugebiete sorgten in diesem Abschnitt der Hauptstraße für zusätzliche Belebung. Außerdem seien hier Grundschule, Privatschule und AWO-Kindergarten angesiedelt, heißt es als Begründung.

Die Umsetzung der Maßnahme wird aber noch eine Zeit lang dauern, da dem Gesetz noch die sogenannte „Durchführungsverordnung“ fehlt.

Mit der aktuellen Verkehrssituation auf der Hauptstraße, wie sie umleitungsbedingt durch eine Baustelle auf der Bundesstraße kurz vor Weihnachten vorübergehend entstand, stehe der Antrag in keinem Zusammenhang, versichert Onasch. Allerdings habe man während der Umleitungsphase beobachten können, „dass Tempo 30 auf der Hauptstraße gut funktioniert, auch wenn es wegen des dichten Verkehrsaufkommens gar nicht anders möglich war“.

In ihrem Antrag bittet die SPD auch darum, dass die Verwaltung prüfen möge, inwieweit auch die Quirinusstraße in Rott zumindest in Teilbereichen als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden könne. So sehe man in Höhe des Restaurants „Zur Maus“ eine „besondere Gefährdungslage“.

Tempo 30 in Quirinusstraße eher kritisch

Während die Verwaltung einer Tempo-30-Umsetzung auf der Hauptstraße sehr optimistisch entgegen sieht, wird das Vorhaben auf der Quirinusstraße eher kritisch gesehen. „Dieses Anliegen deckt sich nicht mit den Neuerungen der besagten Verordnung. Seitens der Verwaltung wird ein solcher Schritt aber zweifellos für sinnvoll gehalten. Insofern wird eine für die Anordnungsbehörde plausible Begründung im Sinne des vorliegendes Antrages der SPD-Fraktion geführt werden“, heißt in der Verwaltungsvorlage.

Auf generelle Zustimmung, aber nicht ohne kritische Untertöne, ist die Tempo-30-Ausweisung auf der Hauptstraße beim Roetgener FDP-Fraktionsvorsitzenden Franz-Josef Zwingmann gestoßen. Die neue Verordnung ermögliche in erster Linie „neue Flickschusterei“, teilt der Liberale mit.

Aufgrund der neuen Verordnung werde in Roetgen nunmehr von morgens bis abends auf der Hauptstraße auf fast einem Kilometer Länge eine 30-km/h-Zone eingerichtet. „Eine der wenigen wirklich verkehrstüchtigen Straßen, an denen einige Schulen und Kindergärten liegen, soll jetzt einfach zur offiziellen Kriechstrecke erklärt werden, obwohl auf dem fast einen Kilometer langen Teilstück, nämlich zwischen Rommelweg und einer Privatschule, alleine schon die Verkehrsdichte es gar nicht zulässt, dass man schneller fährt.“

Die rechts und links der Fahrbahn parkenden Fahrzeuge auf dieser „innerörtlichen Schlagader des Ortes“ sorgten allein schon für eine Beruhigung, so Zwingmann. Es sei nun zu befürchten, dass einige andere Straßen, wie Rosental-, Jennepeter- oder Faulenbruchstraße, vermutlich folgen würden. Außerdem befürchtet Zwingmann auch eine Verdrängung des Vermeidungsverkehrs in Bereiche entlang der Hauptstraße, wo noch keine Tempo-30-Zonen eingerichtet seien.

Mit den Betrieben entlang der Hauptstraße müsse man auch das Gespräch suchen. Handel und Betriebe in der Ortsmitte und entlang der Hauptstraße hätten eine gewisse „seismographische Funktion“, denn sie erführen in der Regel am Kundenverhalten immer unmittelbar, ob ein solches Konzept erfolgreich sei oder nicht.

In der Bauausschusssitzung regte Zwingmann die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für den fraglichen Bereich der Hauptstraße unter Beteiligung der Bürger an. Von dem nun gefassten Beschluss, den er mittrage, erhoffe er sich den Startschuss für eine solche Gesamtkonzeption.

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