Die Hälfte der Wanderwege bleibt gesperrt

Von: Marlon Gego
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Ein Wandersteg im Hohen Venn:
Ein Wandersteg im Hohen Venn: Allein im wallonischen Teil des Hochmoor-Gebietes gibt es 15 Kilometer dieser Holzstege. Die Hälfte dieses Wegenetzes zwischen Baraque Michel und Monschau-Kalterherberg verbrannte am 25. April. Der Forstdirektion fehlt das Geld, sie wieder instandzusetzen. Foto: VDN/Elke Grundhöfer

Botrange. Die während des Vennbrandes Ende April zerstörten Wanderstege werden zunächst nicht wieder instandgesetzt. Das ergaben Recherchen unserer Zeitung, die Forstdirektor Leo Schlembach bestätigte.

Damit bleibt etwa die Hälfte der Wanderwege im wallonischen Teil des Hohen Venns zwischen Baraque Michel und Kalterherberg nicht nur vorübergehend, sondern auf unbestimmte Zeit gesperrt. Bei dem Großfeuer, das am 25. April ausgebrochen war, wurden zehn Quadratkilometer Moorlandschaft und 7,5 Kilometer der Wandersteg-Strecke zerstört.

Die Aufgabe dieser Holzstege besteht zum einen darin, die Wanderer sicher durchs Venn zu führen, ohne dass sie sich verlaufen. Zum anderen wird durch das Wandern auf den Stegen verhindert, dass geschützte Tier- oder Pflanzenarten achtlos zertreten werden. Bei dem Brand nun wurde die Hälfte der insgesamt 15 Kilometer Wanderstege zerstört.

Zu teuer

Eine Instandsetzung würde 70 Euro pro zerstörtem Meter kosten, bei 7,5 Kilometern also insgesamt 525.000 Euro. „Zu viel für uns”, sagte Schlembach, der die für die belgische Seite des Venns zuständige Forstdirektion in Malmedy leitet.

Der Schaden, der der Region dadurch entstehen könnte, lässt sich im Moment noch gar nicht beziffern. Das Hohe Venn ist nach den Küsten im Westen des Landes die zweitwichtigste touristische Region Belgiens mit jährlich bis zu 350.000 Besuchern, allein zwischen April und November.

Aus dem laufenden Etat kann der benötigte Betrag nicht mal annähernd finanziert werden, sagte Schlembach. Er mache sich auch wenig Hoffnung, dass die Provinzregierung das Geld in vollständiger Höhe zusätzlich zum nächsten Jahresbudget zur Verfügung stelle, wenn überhaupt etwas über den vorgesehenen Betrag hinaus.

Versicherung vergessen

Auch die Verwaltung des Naturparks Hohes Venn-Eifel, der das Hohe Venn mit einschließt, verfügt nicht über Mittel, die Schlembach signifikant weiterhelfen würden. Es könnte Jahre dauern, ehe das Wanderwegenetz im Hohen Venn wieder so intakt wäre wie vor dem Großbrand.

Nach Informationen unserer Zeitung haben es die für das Hohe Venn verantwortlichen Instanzen über Jahrzehnte versäumt, sich je über eine Versicherung des Holzstegenetzes Gedanken zu machen. Auch das bestätigte Leo Schlembach. „Wir haben nicht für möglich gehalten, dass es zu einem solchen Maß an Zerstörung kommen könnte”, sagte er. Sollten die Holzstege je wieder komplett instandgesetzt werden können, müsse man sich „auch einmal Gedanken über eine Versicherung machen”.

Die Brandursache ist weiterhin ungeklärt. Schlembach rechnet aber damit, dass die Polizei die Ermittlungen in Kürze abschließt.
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