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Die großen Projekte 2017 in der Nordeifel

Von: Andreas Gabbert
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Der Rathausplatz in Simmerath: Über die Sanierung wurde lange diskutiert. In diesem Jahr soll der Platz nun ein neues Gesicht erhalten und komplett barrierefrei gestaltet werden. Foto: A. Gabbert
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Das überalterte und schadhafte Schmutzwasserleitungssystem, das derzeit noch über weite Strecken in der Rur liegt soll erneuert werden: Die mehrere Jahre dauernde Maßnahme soll in diesem Jahr beginnen. Foto: A. Gabbert
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Ein Projekt mit Symbolcharakter: Der Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ baut in Roetgen ein Wohnhaus für Flüchtlinge. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. In den drei Nordeifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen stehen in diesem Jahr viele Projekte an. Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihre Kollegen Karl-Heinz Hermanns (Simmerath) und Jorma Klauss (Roetgen) geben einen Überblick.

Monschau

In Monschau gehört die Kanalsanierung zu den großen Aufgaben im Jahr 2017. In diesem Jahr wird damit begonnen, das überalterte und schadhafte Schmutzwasserleitungssystem, das derzeit noch über weite Strecken in der Rur liegt, zu erneuern. Der sogenannte „Rursammler“ soll durch eine Abwasserleitung ersetzt werden, die von der Kurpark-Brücke bis zum Markt in der Stadt- und in der Rurstraße verlegt wird. Dies solle etappenweise in besucherarmen Zeiten über mehrere Jahre hinweg erfolgen, erklärt Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Sie gehe von Kosten in Höhe von 3 Millionen Euro für die Maßnahme aus, für die allerdings eine 80-prozentige Landesförderung in Aussicht gestellt sei. Auch auf die 68 betroffenen Hausanschlussbesitzer kommen nicht unerhebliche Kosten zu, die allerdings noch nicht genau beziffert sind. Die Besitzer können wohl mit einem Zuschuss von 50 Prozent rechnen. Dazu soll es im Frühjahr noch eine Informationsveranstaltung geben, kündigt die Bürgermeisterin an.

Ein anderes wichtiges Projekt für die Stadt Monschau ist der Höfener Windpark. Inzwischen liege die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz vor, sagt Ritter. Mit dem Baubeginn sei nun im Frühjahr zu rechnen und mit der Fertigstellung noch in diesem Jahr. Verbunden seien damit Einnahmen von rund 350 000 bis 400.000 Euro pro Jahr sowie Einmalzahlungen im Jahr 2017.

Ein großes Thema ist auch der Neubau des Kindergartens in Konzen durch die Städteregion auf einem Grundstück unterhalb der Kirche am Feuerbach. Die Pläne würden im Frühjahr vorgestellt, und mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes sei im Sommer 2018 zu rechnen, erklärt Ritter. Bedingt durch den Neubau wird die Schließung des Grundschulstandortes Imgenbroich um ein Jahr, auf 2018, verschoben.

Von hoher Bedeutung für die Stadt Monschau ist die geplante Umnutzung der Grundschule in Kalterherberg. Dafür sei rund eine Million Euro im Haushalt eingeplant. Der Eigenanteil der Stadt liege bei 100.000 Euro, 900.000 Euro würden durch Fördermittel generiert, erläutert die Bürgermeisterin.

Im Vordergrund stehe dabei die „touristische Inwertsetzung“ des Ortes, bei der es viele Facetten zu berücksichtigen gebe. Es gehe um die Schaffung touristischer Aktivitäten und einer Anlaufstelle für Touristen. Mit einer Entscheidung sei im Frühjahr zu rechnen, im Herbst könne dann mit der Umsetzung begonnen werden, sagt Ritter.

Das Gewerbegebiet „Nord-West“ in Imgenbroich solle weiter erschlossen und vermarktet werden, sagt Ritter. In diesem Jahr soll auch das Neubaugebiet „Knaag“ in Imgenbroich an den Start gehen. Inzwischen lägen alle Genehmigungen vor. Nun könnten die Aufträge für die Erschließung erteilt werden, und anschließend könne mit der Vermarktung der Grundstücke begonnen werden, sagt Ritter.

Simmerath

In Simmerath wurde seit mehreren Jahren über die Sanierung des Rathausplatzes diskutiert. Nun könne die Sanierung „endlich“ erfolgen, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Der Platz werde ein neues Gesicht erhalten und komplett barrierefrei gestaltet. Die Planung sei im Konsens mit allen Fraktionen und unter Einbeziehung des Gewerbevereins überarbeitet und ein Förderantrag bei der Bezirksregierung eingereicht worden, unter anderem wurde der oberer Bereich des Platzes mit in die Planung aufgenommen.

Es habe zwar schon eine Bewilligung der Förderung gegeben, durch die überarbeitete Planung sei aber auch ein neuer Förderantrag nötig gewesen. Hermanns hofft nun auf eine zeitnahe Bewilligung der Fördermittel in Höhe von 380.000 Euro, damit der Baubeginn nach dem Frühjahrsmarkt erfolgen und die Maßnahme möglichst vor dem Herbstmarkt abgeschlossen werden könne. Die Gesamtkosten liegen bei rund einer Million Euro.

Mit der Erschließung der geplanten Neubaugebiete in Lammersdorf (Ortskern), Rollesbroich (Schlad) und Kesternich (Sportplatz) solle in diesem Jahr, spätestens aber 2018 begonnen werden, erklärt Hermanns. Auch mit der Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses in Einruhr sei in diesem Jahr zu rechnen, die Gesamtkosten lägen bei rund 410.000 Euro.

Außerdem hofft Hermanns, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rollesbroich auf den Weg bringen zu können. Dafür habe die Gemeinde rund 450.000 Euro eingeplant. „Eine Entscheidung über den Standort soll bald erfolgen“, sagt der Bürgermeister. Erst am Dienstag gab es noch eine Infoveranstaltung dazu in Rollesbroich.

„Sehr froh“ ist Hermanns darüber, dass noch vor Weihnachten das letzte der sieben neuen Windräder im Lammersdorfer Wald an das Stromnetz angeschlossen wurde. „Die jährlichen Pachteinnahmen von rund 500.000 Euro kommen letztendlich allen Bürgern zugute, weil sie die Finanzsituation der Gemeinde verbessern und dieser Beitrag nicht über Steuern eingenommen werden muss“, sagt Hermanns.

Beim Bau des neuen Sport- und Kulturzentrums in Kesternich handele es sich zwar nicht um eine Maßnahme der Gemeinde, sondern der Vereine, das Projekt sei aber von hoher Bedeutung für Simmerath, sagt Hermanns. Dort sollen ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Sportzentrum mit einem Kunstrasenplatz, einer kleinen Gymnastikhalle und Umkleidemöglichkeiten entstehen. Er rechne damit, dass der Spatenstich in diesem Jahr erfolge, sagt Simmeraths Bürgermeister.

Roetgen

Zu den großen Projekten für die Gemeinde Roetgen zählt Bürgermeister Jorma Klauss den Breitbandausbau. Der Förderantrag werde eingereicht, die Ausschreibung erfolge planmäßig in diesem Jahr. Mit der Realisation sei dann im kommenden Jahr zu rechnen.

Abhängig von einer Lösung der Knotenpunktproblematik auf der B 258 mit dem Landesbetrieb Straßenbau und der Städteregion Aachen, strebe die Gemeinde eine Erweiterung des Gewerbegebietes an. In diesem Jahr würden weitere Planungsschritte erfolgen, so dass man möglicherweise ab dem Jahr 2018 mit der Umsetzung beginnen könne, kündigt Klauss an.

Außerdem stehe im April 2017 die vorübergehende Erweiterung des städteregionalen Kindergartens in der alten Schule an. Zu diesem Zweck werde die Volkshochschule ab März in andere Räumlichkeiten am sogenannten Vennhof ausgelagert. Der Neubau des Kindergartens hinter der alten Schule durch die Städteregion starte voraussichtlich im Jahr 2018. Im Jahr 2019 sei dann mit der Fertigstellung zu rechnen, erläutert Klauss.

Nach einem Beschluss durch den Gemeinderat könne der Investor mit dem Bau der Erweiterung des Seniorenzentrums an der Jennepeterstraße beginnen. Das Gleiche gelte auch für den geplanten Neubau eines Hotels an der Roetgen-Therme, sagt der Bürgermeister.

Ein wichtiges Projekt für die Gemeinde ist auch die Einführung eines Ortsbusses. Dieser könne voraussichtlich Ende des Jahres an den Start gehen. Zuvor müsse noch die Festlegung der Linienführung und der Umsteigehaltestellen erfolgen, erklärt Klauss.

Der Bürgermeister rechnet im Jahr 2017 auch mit der Fertigstellung des Wohnhauses für Flüchtlinge durch den Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ und mit dem Baubeginn für den Edeka-Markt an der Rosentalstraße.

Weitere Projekte seien die Umrüstung der Freiwilligen Feuerwehr auf Digitalfunk, ein Neustart der Internetseite der Gemeinde und die Einführung eines Bürgerportals, sagt Klauss.

Außerdem solle die Sanierung der Hausanschlüsse an der B 258 und die anschließende Sanierung der Asphaltdecke abgeschlossen werden. Für das Jahr 2017 plane die Gemeinde auch weiterhin die Anpachtung des ehemaligen Bahnhofgeländes, um dort einen „touristischen Hotspot“ zu entwickeln. Mit Blick auf die Ortsgestaltung erwarte man den Abschlussbericht des städtebaulichen Instituts der RWTH Aachen, anschließend könne dann eine politische Beschlussfassung erfolgen, sagt Roetgens Bürgermeister.

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