Die Gäste der Reit-EM zieht es nicht bis in die Eifel

Von: ag
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Nordeifel. Die Reit-EM zieht zurzeit Menschen aus ganz Europa nach Aachen, die in der Soers die Wettkämpfe der Reiter und Pferde hautnah miterleben wollen. Mit Blick auf die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Pensionen profitiert die Eifel aber nicht oder nur kaum von diesem Großereignis in der Kaiserstadt.

„Von den Besuchern der Reit-EM gibt es bei uns kaum Nachfragen. Bei der Reit-WM war das noch anders, offenbar hat Aachen inzwischen aufgerüstet“, sagt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter als Geschäftsführerin der Monschau-Touristik. Bei lokalen Großereignissen wie der Monschau-Klassik oder dem Monschau-Marathon sehe das aufgrund der räumlichen Nähe deutlich anders aus. Davon würden die Hotelbetriebe in der Region sehr wohl profitieren.

Das Carat-Hotel in Monschau ist zurzeit gut belegt. Das liege aber nicht an der Reit-EM sagt der Geschäftsführer, Freek Suringh. Nur wenige seiner Gäste seien wegen des Reitturniers da, gerne hätte er mehr von ihnen begrüßt. „Dafür ist der Weg wohl etwas zu weit, am liebsten haben die Leute alles gleich vor der Tür“, sagt Suringh. Die Monschau-Klassik hingegen sei „eine ganz andere Geschichte“.

Direkt würden sich die Festspiele nicht so stark auswirken. Dies liege daran, dass diese in der Hauptsaison stattfinden würden, wenn das Hotel ohnehin gut ausgelastet sei. Die jährliche Auslastung des Hauses liegt nach Angaben des Geschäftsführers bei rund 80 Prozent. Im Nachgang gebe es aber viele Folgebuchungen durch die Open-Air-Veranstaltungen auf der Burg.

„Die Monschau-Klassik ist unheimlich wichtig für den Tourismus. Ich will sie nie mehr missen. Da könnte es ruhig mehr von geben. So etwas ist für Monschau lebenswichtig“, sagt Suringh. Der Monschau-Marathon sorge zwar auch für ein „paar Buchungen“. In diesem Fall sei man aber als Hotelbetrieb zu wenig aktiv und mache zu wenig Werbung, räumt Suringh ein.

„Festspiele unverzichtbar“

Auch die Roetgen-Therme profitiert kaum von Reit-EM in Aachen. „Neue Gäste kommen dadurch nicht. Es sind Stammgäste von uns, die dann eben auch die EM besuchen“, sagt Geschäftsführer Stamos Papas. Die Monschau-Klassik sei hingegen „eine ganz tolle Geschichte“.

„Wir profitieren jedes Jahr massiv davon. Je nach Programmpunkt sind wir mit Klassikbesuchern ausgebucht. Die Festspiele sind für die drei Eifelkommunen unverzichtbar“, sagt Papas. Auch der Monschau-Marathon gebe einen Schub. Bei den Übernachtungsgästen handele es sich meist um Teilnehmer des Laufs, die gerne die Entspannungsmöglichkeiten in der Therme nutzen würden.

In der Gemeinde Simmerath sind in den Hotelbetrieben ebenfalls keine Auswirkungen der Reit-EM zu spüren. Aber auch die Monschau-Klassik und der Monschau-Marathon würden sich nicht in der Zahl der Übernachtungen niederschlagen, sagt die Geschäftsführerin der Rursee-Touristik, Astrid Joraschky. Dafür hat sie eine ähnliche Erklärung wie Suringh: Das liege daran, dass diese Veranstaltungen in der Hauptsaison stattfinden würden, in der die Auslastung ohnehin schon gut sei.

Zum Zeitpunkt des Rurseefestes hingegen sei am Rursee nirgendwo am See noch ein Bett zu bekommen. Deutlicher würde der Effekt solcher Großveranstaltungen aber außerhalb der Saison. Der Rursee-Marathon etwa ziehe im Herbst viele Menschen an, dann seien am Rursee auch in der Nebensaison alle Betriebe geöffnet, weil sich niemand das Geschäft entgehen lassen wolle.

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