Die Faszination von Kunst und Eisenbahn

Von: Helga Giesen
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Viele Besucher interessierten sich für die Eröffnung der Ausstellung „Schotter - Schienen - Schwellen” im Roetgener Kulturbahnhof. Ein Blickfang im Außenbereich sind die schwebenden Gleise, die sich über dem ortsfesten und erdgebundenen Schienenstrang erheben als Symbol für das Dahinrollen des Zuges. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Kunst- und Eisenbahnfreunde gleichermaßen kamen auf ihre Kosten bei der Vernissage zur neuen Kunstausstellung im Roetgener Kulturbahnhof. „Schotter - Schienen - Schwellen” heißt das Thema und weckt Assoziationen an die Welt des Reisens und der Reisenden.

Auf Anregung von Roman Harvertz, Initiator und Betreiber des Kulturbahnhofs, haben sich die Künstler Peter Schneider und Peter Malzahn inspirieren lassen und Objekte eigens für diesen Ort und diese Ausstellung konzipiert. Sie führten die zahlreichen Besucher, die sich in und um den kleinen ehemaligen Vennbahn-Bahnhof drängten, kurz in ihre Installationen ein.

Peter Malzahn war schon immer fasziniert von Schwellennägeln. Die meisten hat er in Urlauben auf einer stillgelegten Bahnstrecke in Südfrankreich gesammelt. Mit ihren unverwechselbaren, auf den Köpfen eingeprägten Ziffern waren die Schwellennägel einmal jeder für sich als ein verlässliches Verkehrszeichen fest verankert in ihrem Bahnstreckenabschnitt, erklärte er.

Der Künstler hat sie nun, in Rahmen gefügt, zu Verkehrszeichenbildern neu zusammengesetzt. Aber auch auf der nahegelegenen Vennbahnstrecke war der Sammler fündig geworden. Im Unterschied zu ihren französischen Pendants seien die Vennbahn-Schwellennägel etwas „dickköpfig”, merkte er hintersinnig an.

Peter Schneider hat sich in seinen Installationen im Außen- und Innenbereich des Kulturbahnhofs Gedanken gemacht über die Situation von Reisenden. „Reisebericht” heißt eines der Objekte, das mit einem offenen Fenster und dahinschwebenden Federn die Erinnerungen und die Leichtigkeit des Reisenden symbolisiert.

Die obligatorischen Worte „Die Ausstellung ist eröffnet” sprach Karl Meurer, Ehrenvorsitzender des Fördervereins Vennbahn e.V. Er hatte in seiner Ansprache die Zuhörer mitgenommen auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, beschwor im Bericht eines Augenzeugen die Romantik der Dampflok und erinnerte an die Aufbruchstimmung, hervorgerufen durch die beginnende Industrialisierung.

Durch die Vennbahn kamen Arbeitsplätze in die Region und den Menschen rückte die weite Welt ein Stück näher. Was mit der Zeche Zollverein in Essen in großem Maßstab hervorragend gelungen sei, nämlich aus wirtschaftlichem und technischem Niedergang kulturelle Werte für die Nachwelt zu schaffen, das setze im Kleinen auch der Kulturbahnhof um.

Das historische Ambiente und die modernen Objekte der Ausstellung werden in der Betrachtung des Besuchers zu einem Eisenbahntraum zusammengeführt.

Zur Vernissage unterhielt Trommler Kwasi Esson Seth Nunoo aus Ghana die Besucher, in seinen Rhythmen ließ er das Stampfen und Schnaufen alter Dampfloks hörbar werden.

Die Ausstellung „Schotter - Schienen - Schwellen” im Roetgener Kulturbahnhof ist bis zum 3. Mai geöffnet an jedem Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Wenn sich nicht neue Perspektiven und Finanzierungsmöglichkeiten abzeichnen, wird es voraussichtlich die letzte sein.

Dr. Georg Dittmer, Vorsitzender der Roetgen Touristik, die Träger des Kulturbahnhofs ist, dankte Roman Harvertz für das große ehrenamtliche Engagement, mit dem er den Kulturbahnhof zum Leben erweckt und bisher betrieben hat. Neben Ausstellungen haben hier auch Lesungen und Konzerte stattgefunden.
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