Die Fassade bröckelt: Monschauer Weihnachtsmarkt in der Kritik

Von: Peter Stollenwerk
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Monschauer Weihnachtsmarkt
Die Stände schrumpften 2016 von 50 auf nur noch 31 und davon waren 20 Buden mit Getränken und Speisen. Jetzt soll eine Qualitätsoffensive den Monschauer Weihnachtsmarkt aufwerten. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Monschau. Der Monschauer Weihnachtsmarkt ist weithin bekannt und beliebt und in der Publikumsgunst hoch angesiedelt. Doch die Fassade des romantischen Zaubers in der Adventszeit beginnt zu bröckeln. Trotz hoher Besucherzahlen im Jahr 2016 und zufriedenstellender Umsätze hagelte es Kritik von Besuchern, die sich über das Erscheinungsbild, das dürftige Warenangebot und über eine insgesamt nachlassende Qualität beschwerten.

Damit eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt Monschau nicht weiter in Turbulenzen gerät und dauerhaft Schaden nimmt, soll die Veranstaltung jetzt runderneuert werden. Ob sich diese gute Absicht bereits durchschlagend auf den kommenden Weihnachtsmarkt 2017 auswirkt, darf dabei nicht erwartet werden.

In der Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses stellte jetzt die Monschau-Touristik als Veranstalter des Marktes das bisherige Konzept grundsätzlich zur Diskussion. Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik stellte fest: „Die Kulisse allein hat im letzten Jahr nicht mehr gereicht, um die Erwartungen der Besucher zu erfüllen.“

Mit diesem Eindruck steht die Monschau-Touristik nicht allein da, denn in einer Ende April stattgefundenen Gesprächsrunde mit Ausstellern und Gewerbetreibenden wurde der Eindruck geteilt, dass der Weihnachtsmarkt auf Talfahrt ist und nur eine gemeinsame Qualitätsoffensive aller Beteiligten, bis hin zu den Hauseigentümern, der Veranstaltung den nötigen Aufwind geben kann.

Die einst 50 Stände schrumpften im Jahr 2016 auf nur noch 31. Darunter waren 20 Buden mit Getränken und Speisen und nur noch elf Stände mit Verkaufsartikeln. Nur noch die Hälfte der Buden ist dabei in der Hand von Monschauer Gewerbetreibenden.

Als Ergebnis der Zusammenkunft wurde festgehalten, dass das Angebot mit weihnachtstypischen Artikeln verstärkt werden muss. Das Rahmenprogramm soll erweitert werden und die Dekoration aufgewertet werden. Das Erscheinungsbild insgesamt soll attraktiver werden, und vor allem soll der Müll aus dem Straßenbild verschwinden.

Auch wurde die Erwartung geäußert, dass sich die Aussteller auf den privaten Weihnachtsmarktflächen ebenso finanziell beteiligen. Entsprechende Signale wurden von der Monschau-Touristik bereits vernommen. Ebenso wurde aber auch an die Stadt Monschau die Erwartung einer stärkeren finanziellen Beteiligung ausgesprochen, da diese durch erhöhte Parkgebühreneinnahmen und höhere Anteile aus dem Fremdenverkehrsbeitrag auch Vorteile habe.

Die Stadt machte unterdessen geltend, dass der Weihnachtsmarkt auch mit ständig höheren Kosten verbunden sei, angefangen von zusätzlichen Kosten für die Müllbeseitigung, für den Bauhof und den Brandschutz durch die Feuerwehr. Immer höher würden auch die Anforderungen an das Sicherheitskonzept, für dessen Umsetzung in diesem Jahr 18.500 Euro anfallen.

Ein Hoffnungsschimmer ist, dass bereits acht neue Interessenten für den Weihnachtsmarkt 2017 vorgesprochen haben. In einem Arbeitskreis soll geklärt werden, ob die Standgebühren für Handwerk und Souvenirs erlassen werden sollten, was wiederum 6000 Euro Mindereinnahmen bedeuten würde. An sonstigen Standgebühren für Gastronomie und Lebensmittel nimmt die Stadt 26.500 Euro ein.

Längerfristig soll auch die Illumination des Weihnachtsmarktes in einem neuen Licht erstrahlen. Mit der jetzigen Form, ist man sich einig, ist kein Staat mehr zu machen. Es wurden bereits Angebote von entsprechenden Unternehmen eingeholt, die Straßenüberspannungen, Baumlichter und LED-Vorhänge im Angebot haben. Diese Dekoration hat allerdings ihren Preis, und noch ist zu klären, wer sie bezahlt.

Eine Gebührenbefreiung für kunsthandwerkliche Stände sei grundsätzlich zu befürworten, meinte Micha Kreitz (CDU). Und wenn man auf eine gemeinsame Linie komme, dann könne sicherlich auch die Stadt finanziell „noch etwas mehr tun“.

Wenn man den Weihnachtsmarkt attraktiv halten wolle, „dann müssen wir jetzt reagieren“, meinte Gregor Mathar (SPD). Es dürfe aber niemand über Gebühr belastet werden. Angesichts steigender Kosten für die Abwicklung des Marktes, sei diese Belastung in viermal zweieinhalb Tagen „nicht finanzierbar“.

Die Frage nach einer zeitlichen Ausdehnung des Weihnachtsmarktes, sagte Micha Kreitz, müsse man differenziert betrachten. Auch bei den Unternehmern seien die Meinungen darüber geteilt. Bürgermeisterin Margareta Ritter erinnerte an die Ursprungsidee des Weihnachtsmarktes, die vor 40 Jahren darin bestanden habe, den Monschauer Gewerbetreibenden einen Ausgleich für die umsatzschwächeren Wintermonate zu schaffen. Wichtig sei aber, dass die Monschau-Touristik jetzt „ein Signal“ erhalte.

Abschließend hielt Ortsvorsteher Georg Kaulen, der auch Weihnachtsmarktleiter ist, fest, dass die Monschauer Gewerbetreibenden immer von einer zeitlichen Ausdehnung des Weihnachtsmarktes abgeraten hätten, weil es am erforderlichen Personal fehle. Festhalten müsse man aber auch, dass viele Betriebe aus dem gesamten Stadtgebiet profitierten: „Während des Monschauer Weihnachtsmarktes ist in der ganzen Stadt kein freies Zimmer mehr zu bekommen.“

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