Die ewige Ruhe kurzfristig unterbrochen

Von: Ines Kubat
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Martin Krings, Vorsitzender des Kirchenvorstands (rechts) sorgte gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs für eine pietätvolle Umbettung der Gräber der Konzener Priester Henn, Jansen und Stieler an ihre neue Ruhestätte. Am 19. April findet die feierliche Einsegnung statt. Foto: Ines Kubat
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Bisher fiel der Blick der Friedhofsbesucher zuallererst auf diesen großen Grabstein mit den Namen bisheriger Konzener Priester. Foto: Ines Kubat

Konzen. Die Kirchengemeinde St. Peter und Pankratius wappnet sich für die Zukunft: Der große Umbau der Pfarrkirche rückt näher. Doch bevor der richtig losgehen kann, müssen noch einige Vorkehrungen getroffen werden – unter anderem müssen die Gräber der früheren Konzener Priester Johannes Henn, Franz Jansen und Josef Stieler umgebettet werden.

Das geschah Anfang dieser Woche: Mehrere Sichtschutz-Elemente wurden zunächst aufgebaut, um die offenen Gräber vor neugierigen Augen zu schützen, erklärt Martin Krings, Vorsitzender des Kirchengemeindevorstands in Konzen: Denn „es ist schon eine sensible Angelegenheit“. Und eine nicht ganz Alltägliche noch dazu.

Grund für die Umbettung ist, dass die Kirchengemeinde die Energieversorgung von Heizöl auf Erdgas umgestellt hat. Dadurch wurde der Öl-Tank, der ohnehin in die Jahre gekommen ist und möglicherweise schon Mängel aufweisen könnte, überflüssig. Die Schwierigkeit seiner Entsorgung liege darin, dass er unterirdisch gelagert wird. Genauer gesagt unter dem Friedhof: in unmittelbarer Nähe zu den drei Gräbern, die nun umziehen mussten. „Wir hatten Bedenken, dass die Gräber nachrutschen könnten, wenn der Tank rausgenommen wird“, so Krings.

Aber so eine Umbettung, das ist ein Euphemismus wie er im Buche steht. Denn das Prozedere ist alles andere als einfach. Und zimperlich sollte man auch nicht sein, wenn man mit anpacken will. Zuständig dafür waren ein Bestattungsunternehmen und Mitarbeiter der Stadt Monschau: zunächst öffnete man das alte Grab, und begutachtete den Zustand der Särge. Weil der Verrottungsprozess des Holzes zum Teil zu weit vorangeschritten war, wurden die Gebeine zunächst in einen neuen Sarg gelegt, erklärt Krings. Schließlich wollte man sichergehen, dass die Gebeine der drei Geistlichen unversehrt an ihrem neuen gemeinsamen Ruheort vor der Pankratius-Kapelle ankommen.

Dass der Aufwand einer Umbettung betrieben wurde, ist der Friedhofsatzung geschuldet. Die besagt, dass Gräber eigentlich eine Liegefrist von 30 Jahren haben. Das heißt, dass sie so lange unangetastet bleiben müssen. Es sei denn, besondere Umstände erfordern eine Umbettung oder Auflösung. Das hängt aber wiederum davon ab, wie lange die Gräber bereits existieren, ob Angehörige zustimmen und der Amtsarzt den Vorgang für unbedenklich hält: Sind die Gräber unter 25 Jahre alt, besteht die Möglichkeit der Umbettung. Wenn sie allerdings schon zwischen 25 und 30 Jahre lang auf dem Friedhof bestehen, können die Gräber ganz aufgelöst werden - sofern die Angehörigen zustimmen.

Die Gebeine von Henn, Jansen und Stieler liegen erst seit 20, beziehungsweise seit 16 Jahren in Konzen begraben. Eine Auflösung war daher noch längst nicht möglich. Am Sonntag, 19. April, wird die neue Ruhestätte der drei Priester feierlich eingesegnet. Dieser Gottesdienst wird der letzte in der Kirche sein, bevor der Umbau los geht.

Mit der Umbettung der Priesergräber ist es noch nicht genug für die Ruhenden auf dem Friedhof: Wenn die schweren Baumaschinen anrollen, die dem Mauerwerk der Kirche auf den Pelz rücken, werden die Bauarbeiter recht wenig Platz zum Manövrieren haben: Denn an der Ostseite der Kirche stehen einige Gräber den Maschinen schlichtweg im Weg. 45 an der Zahl seien es, so Leiter des Tiefbaus für die Stadt Monschau, Bernd Steffens.

Die Gräber dort seien zwischen 25 und 30 Jahre alt, könnten also bereits aufgelöst werden. Die endgültige Entscheidung obliegt aber den Hinterbliebenen, die alle schon dazu befragt wurden. Bisher jedoch hätte der Großteil der Hinterbliebenen nichts gegen die Grabes-Auflösung einzuwenden. „Sie wollen dem Umbau keine Steine in den Weg stellen“, so Steffens. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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