Die Esel kehren wieder zurück ins Dorf

Von: P. St.
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Wieder unter den Kastanienbäumen im Ortskern Imgenbroich zu sein, ist nicht nur aus der Sicht von Heimatverein-Geschäftsführer Otto Drosson der schönste Platz für die Glasfieber-Esel. Foto: P. Stollenwerk
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Wieder vollkommen hergestellt: Der Esel namens „Ömscher Wönk“.

Imgenbroich. „Die Esel geben dem Ort eine Seele“, sagte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter als vor ziemlich genau fünf Jahren in Imgenbroich an markanten Punkten acht lebensgroße Esels-Skulpturen aus Glasfieber-Kunststoff errichtet wurden.

Bunt bemalt oder mit künstlerischer Note versehen, bereiteten die Kunstesel den Menschen viel Freude, und alle waren begeistert von der originellen Idee des Heimatvereins, dem Imgenbroicher Wappentier mit einem ironischen Augenzwinkern jetzt auch im Ortsbild einen würdigen Platz einzuräumen. Im Laufe der Zeit schlossen sich auch noch weitere Initiatoren an. Momentan stehen zehn Esel im Ort.

Doch die Freude sollte nicht lange währen, denn nur ein gutes Jahr später, im November 2011, erklärte die Heimatverein die Aktion, Esel-Skulpturen im öffentlichen Raum aufzustellen, für beendet. Mit einem dicken Pflasterstein war nachts einer der Kunststoff-Esel, der seinen Platz am Dorfbrunnen im Ortskern hatte, zerstört worden.

Zwei Skulpturen gestohlen

„Wir hätten den Menschen gerne weiter mit den Eseln Freude bereitet, aber um die verbliebenen an öffentlich zugänglichen Plätzen aufgestellten Skulpturen vor weiteren Attacken und Diebstahl zu schützen, sah sich der Heimatverein gezwungen, diese abzubauen“, erklärte damals Otto Drosson, der Geschäftsführer des Heimatvereins, nachdem die Attacken ein bisher nicht gekanntes Ausmaß angenommen hatten und zwei Skulpturen sogar komplett gestohlen wurden.

Der am historischen Ursprung des Ortes Imgenbroich zerstörte Esel mit der Bezeichnung „Ömscher Wönk“ wurde von den tief enttäuschten Mitgliedern des Heimatverein abgebaut, da er als nicht mehr reparierbar galt.

Knapp vier Jahre später aber staunen nun Imgenbroicher und Gäste nicht schlecht, dass der als irreparabel zerstört gegoltene Esel seit Anfang der Woche wieder seinen angestammten Platz eingenommen hat und wie einst friedlich und treu die Vorbeigehenden betrachtet. Ihm zur Seite gestellt wurde ein zweiter bunt bemalter Esel, der damals den internen Wettbewerb der am schönsten gestalteten Skulptur gewonnen hatte. Die Gestaltung hatten Schüler des St.-Michael-Gymnasiums übernommen.

Der Heimatverein möchte also jetzt noch einmal einen weiteren Versuch starten, die Esel wieder aus dem geschütztem Raum zu nehmen und ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. „Wir hoffen, dass diesmal nicht wieder zerstörerische Kräfte aktiv werden, denn wir haben die Esel zur Freude der Mitmenschen aufgestellt“, sagt Otto Drosson. Überraschenderweise war es gelungen, den zerstörten Esel mit Hilfe von Montageschaum wieder in seine alte Form zu bringen, und der Imgenbroicher Maler Dr. Hajo Peters hatte sich bereit erklärt, die Skulptur wieder mit den historischen Imgenbroicher Motiven auszustatten. Zuletzt hatte der Esel in sicherem Hort in einem Schaufenster an der Trierer Straße gestanden.

Eigentlich hätte der Heimatverein den restaurierten Esel gerne auf dem neuen Kreisverkehr am Himo gesehen, doch für diese Idee konnte man nicht alle Verantwortlichen begeistern.

Der zweite Esel unter den Kastanien am Dorfbrunnen hat ebenfalls seinen bisher sicheren Platz auf dem Gelände der Firma Weiss Druck verlassen, um dem „Ömscher Wönk“ fest verankert Gesellschaft zu leisten. Mit der Rückkehr der beiden Esel an den angestammten Platz findet die bewegte Geschichte der Imgenbroicher Esel ihre Fortsetzung.

Die beiden gestohlenen Esel aber sind wohl für alle Zeiten verschwunden. Es tauchten zwar Gerüchte auf, wonach die Esel-Skulpturen in einem Ort in Polen gesichtet worden sein sollen, doch diese Spur wurde nie ernsthaft verfolgt.

Viel aushalten musste der Esel am Autohaus Schmitz, der mehrfach gewaltsam umgestoßen wurde und inzwischen seinen festen und unumstößlichen Platz im Inneren des Betriebsgebäudes gefunden hat. Ähnlich war es auch der Skulptur ergangen, die bereits nach zwei Monaten auf dem Parkplatz am Ehrenmal häufiger attackiert wurde und schließlich auf sicheres Terrain aufs Weiss-Gelände verfrachtet wurde.

Als die beiden Esel jetzt im Ortskern wieder aufgestellt wurden, freute sich Otto Drosson über die vielen positiven Reaktionen. Auch heute noch werde er regelmäßig auf die Esel-Aktion angesprochen.

In Zusammenhang mit den damaligen Zerstörungen herrscht in einem Punkt immer noch ein wenig Verwunderung bei Otto Drosson. Obwohl teilweise auch Belohnungen ausgesetzt wurden, „ist es verwunderlich, dass wir den Vandalen nie auf die Spur gekommen sind“.

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