Die Esel gehören längst zum Ortsbild von Imgenbroich

Von: Andreas Gabbert
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Er ist wieder da: Seit Anfang der Woche steht der Esel des Vereins für Heimatgeschichte Imgenbroich mit dem Namen „Ömmscher Wönk“ wieder an seinem Platz in der Ortsmitte vor dem Mühlsteinbrunnen und leistet dem besonders bunt gestalteten Esel „Lona“ Gesellschaft. Der Geschäftsführer des Heimatvereins, Otto Drosson, sowie Helmut Schlagloth und Dr. Hajo Peters (von links) hoffen, dass die Skulpturen nicht wieder Opfer von Vandalismus werden. Foto: A. Gabbert
Ein Dorf voller Esel
Ende Oktober 2010 hielten die lebensgroßen Eselskulpturen in Imgenbroich Einzug. Sie sollten auf das Dorfjubiläum anlässlich des 650-jährigen Bestehens hinweisen. Foto: Archiv/P.Stollenwerk/H.Schepp
Ein Dorf voller Esel
Vereine und Firmen übernahmen Patenschaften für die Skulpturen, die dann von Künstlern, Grafikern, Schulklassen und Kindergärten farblich gestaltet wurden. Foto: Archiv/P.Stollenwerk/H.Schepp
Ein Dorf voller Esel
Schließlich wurden insgesamt neun Esel im Dorf aufgestellt, drei in der Ortsmitte und an allen Zufahrtstraßen. Bei den Einwohnern fanden sie großen Anklang. Foto: Archiv/P.Stollenwerk/H.Schepp
Ein Dorf voller Esel
Von Anfang an waren die Esel das Ziel von Attacken. Sie wurden gestohlen, besprüht, immer wieder umgekippt oder mit Gegenständen zerschlagen. Foto: Archiv/P.Stollenwerk/H.Schepp

Imgenbroich. Warum die Imgenbroicher auch als Esel bezeichnet werden, ist nicht genau überliefert. Dennoch stehen die Einwohner zu ihrem Symboltier und haben ihm schon vor Jahren ein Denkmal in Form einer Bronzeskulptur vor dem Bürger-Casino gesetzt.

Aber auch innerhalb des Casinos trifft man auf den „Ömcher Ösel“ (Imgenbroicher Esel), und zwar als „Gemälde“ auf den Wandfliesen der Toiletten. Darüber hinaus wird im Flur des Casinos das Mundartgedicht „De Ösele“ präsentiert, das der Imgenbroicher Franz Schnitzler im Jahr 1926 gereimt hat, und im Karneval gehört der Ösel-Song immer fest zum Programm. Dem Ösel begegnet man aber auch an vielen anderen Stellen im Ort und dann auch noch in Lebensgröße.

Ziel von Attacken

Seit Anfang der Woche steht der Esel des Vereins für Heimatgeschichte Imgenbroich mit dem Namen „Ömmscher Wönk“ wieder an seinem Platz in der Ortsmitte vor dem Mühlsteinbrunnen und leistet dem besonders bunt gestalteten Esel „Lona“ Gesellschaft. Die beiden Esel gehören zu einer „kleinen Herde“, die im Jahr 2010 in Imgenbroich eingezogen und von Anfang an das Ziel von Attacken war.

Sie wurden gestohlen, besprüht, immer wieder umgekippt oder mit Pflastersteinen zerschlagen. „Wir hoffen, dass dieser Esel diesmal von Vandalen verschont bleibt“, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Otto Drosson, nachdem der Esel am Montag auf seinen Platz gehoben wurde und Helmut Schlagloth nur noch die Schrauben an den Hufen festziehen musste, um die Skulptur zu verankern.

Die lebensgroßen „Ömmcher Ösel“ waren am 31. Oktober 2010 im Rahmen eines Dorffestes am Bürger-Casino mit echtem Imgenbroicher Brunnenwasser getauft worden. Damit wurde die „Eselparade“, mit der auf das Dorfjubiläum anlässlich des 650-jährigen Bestehens im Jahr 2011 hingewiesen werden sollte, offiziell eingeläutet.

Die Idee zu dieser „Esel-Parade“ hatte Otto Drosson aus dem pfälzischen Weinort Eschbach mitgebracht, dessen Einwohner von den Bewohnern der Nachbardörfer ebenfalls mit dem Spitznamen „Esel“ bedacht werden und die zu ihrem Dorfjubiläum im Jahr 2004 mit der „Eschbacher Eselei“ eine ähnliche Aktion gestartet hatten. „Zuerst wurde ich wegen dieser Idee komisch angeguckt, als ich dann aber eine der Figuren mitgebracht habe, haben sich alle gleich darin verliebt“, erklärte Drosson.

Vereine und Firmen übernahmen Patenschaften für die Skulpturen, die dann von Künstlern, Grafikern, Schulklassen und Kindergärten farblich gestaltet wurden. Schließlich wurden insgesamt neun Esel im Dorf aufgestellt, drei in der Ortsmitte und an allen Zufahrtsstraßen. Bei den Einwohnern fanden die Symbolfiguren großen Anklang, gleichzeitig wurden sie aber eben auch zum Ziel sinnloser Zerstörungswut. Als dann auch noch zwei Exemplare gestohlen wurden, läutete man das vorläufige Ende der Aktion ein und brachte die Esel in Sicherheit.

Nachdem die Skulpturen aus dem Ortsbild wieder verschwunden waren, kam man beim Heimatverein auf die Idee, zwei der Esel auf dem neuen Kreisverkehr am Bushof aufzustellen. „Wir haben gedacht, dass sie dort eigentlich gut hin passen würden, aber daraus wurde nichts“, berichtete Drosson. Da die Esel aber nicht dafür gedacht sind, private Gärten oder Geschäfte zu schmücken, wurden einige Exemplare wieder an ihren ursprünglichen Orten aufgestellt.

Rettungsaktion

Der Esel des Heimatvereins war schon im Jahr 2011 mit einem Pflasterschein beschädigt worden. Helmut Schlagloth „operierte“ dann rund 25 Stunden lang mit Styropor, Bauschaum und Kunstharz den Rücken des Tieres. Die Rettungsaktion gelang auch deshalb, weil sich Dr. Hajo Peters erneut bereit erklärt hatte, die künstlerische Gestaltung zu übernehmen. Als dieser Esel im vergangenen Jahr erneut aus dem Ortsbild verschwand, erhielt Otto Drosson viele besorgte und empörte Anrufe mit der Frage, ob der Esel wieder gestohlen worden sei.

Doch diesmal konnte der Geschäftsführer des Heimatvereins die Gemüter beruhigen. „Das Fell des Esels war etwas stumpf und verwittert, so dass er neu bemalt werden musste“, erklärte Drosson. Auch diesmal erklärte sich Peters wieder dazu bereit. „Ich habe mich bemüht, ihn in gleicher Form wiederherzustellen“, sagte er am Montag.

Um das neue und alte Imgenbroich im Übergang der Zeiten darzustellen, hatte er sich für vier Motive entschieden. Sie zeigen die katholische Pfarrkirche im heutigen Zustand, die evangelische Kirche an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts, das Tuchfabrikantenhaus „Klein Amsterdam“ in den 1930er-Jahren und den Wernershof an der Trierer Straße in den 1950er-Jahren.

Damit die Kunstwerke nicht mehr so schnell verwittern, fragte Peters einen Autolackierer um Rat und entschied sich für eine Bemalung des Esels mit Autolack. „Dabei muss man schnell und korrekt arbeiten. Man kann nichts mehr korrigieren. Die Farbe trocknet quasi auf dem Pinsel“, erklärte Peters.

Nun hoffen nicht nur die Mitglieder des Heimatvereins, sondern mit ihnen auch viele andere Imgenbroicher, dass „ihre Esel“ diesmal von Vandalismus und Zerstörung verschont bleiben.

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