Die ersten Schüler haben schon Ferien

Von: P. St.
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Die Feuerwehr Monschau rückte gestern nachmittag an, um das Dach der Hauptschule zu räumen. Wegen zur hoher Gefährdung wurde der Einsatz aber abgebrochen. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Tumulte auf Flughäfen, eisglatte Straßen, völlig überfüllte Züge und verstopfte Autobahnen: So sieht die Winterwelt im Dezember 2010 im Lande aus. Für die Nordeifel fällt die aktuelle Lagebeschreibung allerdings weniger dramatisch aus.

Auch wenn allein 20 Zentimeter Neuschnee am Wochenende die Region unter Bergen von Schnee versinken ließen und für eine durchschnittliche Schneehöhe von rund 50 Zentimetern sorgte.

Montag nachmittag entschloss sich die Stadt, die Hauptschule Monschau wegen der hohen Schneelast komplett zu schließen, nachdem eine Rücksprache mit dem Statiker ergeben hatte, dass das Risiko zu hoch wäre, die bereits vor Ort weilende Feuerwehr zum Räumen auf das Flachdach zu beordern. So kommen die Schüler bereits in den Genuss verfrühter Weihnachtsferien.

Ansonsten gilt für die Eifel: Gut geräumte Hauptverkehrsstraße, wenig Verkehr und ein besucherschwaches letztes Weihnachtsmarktwochenende in Monschau. Der Skihang Rohren meldet allerbeste Wintersportbedingungen, und einige Sportvereine können früher als geplant in die Winterpause starten, nachdem am Montagmittag die ersten Sporthallen in Simmerath und Monschau wegen zu hoher Schneelast auf dem Dach geschlossen wurden. Gesperrt wurde in der Nacht zum Montag auch die Landstraße 238 zwischen Zweifall und Mulartshütte, weil hier die Gefahr von Schneebruch drohte.

Der mehrstündige Schneefall war zwar nicht angekündigt, stellte aber auch kein unlösbares Problem dar. So hatten zwar etliche Autofahrer Mühe, am Montagmorgen ihre Grundstücke zu verlassen, weil einige Nebenstraßen in den Orten erst am Mittag geräumt waren, aber der Schulbusverkehr rollte bis auf kleine Verzögerungen weitgehend planmäßig.

Nicht gut auf den Extrem-Winter zu sprechen ist allerdings Speditionsunternehmer Bernd Kreutz aus Kalterherberg. Die Bewegungsfähigkeit seiner Lkw-Flotte ist bereits seit Donnerstag eingeschränkt, als die belgische Polizei erstmals die Autobahnen sperrte. Am Sonntag nun weitete sich die Sperrung auch auf viele Regierungsbezirke in NRW aus, darunter auch der Regierungsbezirk Köln, während gleichzeitig das vorübergehend verhängte Verbot in den Niederlanden wieder aufgehoben wurde.

Als Lkw-Unternehmer musste man also immer ein Ohr am Radio haben, um über die jüngsten Entwicklungen im Bild zu sein. „Die Kommunikationswege stellen mit Sicherheit ein großes Problem dar”, sagt Bernd Kreutz: „Wer nicht zufällig mitgehört hat, war nicht informiert.” Sollte das Lkw-Fahrverbot in dieser Woche noch verlängert werden, dann gebe es mit Sicherheit die ersten Versorgungs-Engpässe.

Grundsätzlich, findet der Kalterherberger Unternehmer, sei es keine Lösung, bei Schneefall eine generelles Lkw-Verbot auszusprechen. Das komme einer „Kapitulation vor dem Winter” gleich. Er habe den Eindruck gewonnen, dass mancherorts die Räumdienste nicht auf diese Situation eingestellt gewesen seien.

Dies betreffe insbesondere jene Gebiete, die selten von Schneefall betroffen seien. Durch den Wintereinbruch und die Verbote wurden jedenfalls beim Kalterherberger Spediteur die Aktivitäten nicht vollkommen lahm gelegt. Bernd Kreutz: „Wir haben die Situation mit Augenmaß eingeschätzt und entsprechend gehandelt.”

„Wir wissen nicht mehr wohin mit dem Schnee”, beschreibt Klaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath, die aktuelle Lage. Damit reagiert er auch auf Kritik von Bürgern, die beklagen, dass bei der Räumung in den Ortsdurchfahrten der Schnee zwangsläufig wieder auf den Gehweg zurückgeworfen wird. Aufgrund einer Vereinbarung mit den Kommunen räume der Landesbetrieb auch alle Ortsdurchfahrten. Dollmann: „Eine Feinräumung ist da nicht mehr möglich.”

Den bislang geleisteten Service versuche man weiterhin aufrecht zu erhalten, wenngleich aufgrund des Straßenreinigungsgesetzes für den Landesbetrieb keine Räum- und Streupflicht bestehe. Dollmann: „Wir arbeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten.” Es bestehe aber kein Anspruch auf Schneeräumung. Die Pflicht bestehe nur an besonders gefährlichen Stellen, die mit Schildern (Eiskristall) gekennzeichnet sein.

Seit Freitag ist die Straßenmeisterei im Dauereinsatz. Dollmann machte aber wenig Hoffnung, dass man in absehbarer Zeit auch dazu kommt, die rund 100 Kilometer kombinierte Rad/Gehwege zu räumen. In der Regel müsse man dafür eine langsam arbeitende Fräse einsetzen. „Da wären wir wochenlang unterwegs.”

Zu schaffen machen auch der Straßenmeisterei liegen gebliebene Lkw´s auf Steigungsstrecken. Klaus Dollmann empfiehlt, dass Schwerlastfahrzeuge mit einem zuschaltbaren Kettensystem ausgestattet werden sollen. „So könnte man mit einfachen Mitteln viel erreichen.”
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