Die ersten Kraniche sind schon wieder eingetroffen

Von: Karl-Josef Linden
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Keine Spur von Winter: Schon eher Frühlingsgefühle bietet der Blick auf die Waldstraße in Dedenborn mit dem Kreuz auf dem Spicher im Vordergrund. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Nach dem sehr milden Dezember wurde das schneelose Wetter in den Niederungen der Nordeifel auch im Januar fortgesetzt. Erst im letzten Monatsdrittel gab es oberhalb von 500 Meter die ersten dünnen Schneedecken.

Leider (je nach Betrachtungsweise) ist auch bis Weiberfastnacht kein Wintereinbruch mit Schnee bis in die Niederungen zu entdecken.

Beim Blick auf die Wetterdaten des vergangenen Monats fallen die viel zu hohen Temperaturen auf. Mit einer Mitteltemperatur von +5,3 Grad im Raum Aachen wurde der Langzeitwert um 2,5 Grad übertroffen.

Zwischen Kalterherberg und Roetgen lagen die Abweichungen sogar bei 3 Grad (Mitteltemperatur Kalterherberg 2,7 und Mützenich 2,5 Grad). In den ersten drei Januarwochen wurden fast überall Plusgrade gemessen, erst danach wurde es von Osten etwas kühler. Den Höchstwert von 13,1 Grad (6. Januar) konnte man in der Städteregion Aachen in Aachen-Orsbeck messen. Nnicht ganz so warm war es in Roetgen mit 12,0 Grad. Während die Ostdeutschen und die Westfalen bei minus 20 Grad zum Monatsende froren, war im Rheinland oft sonniges Frühlingswetter mit ersten Frühblühern zu beobachten.

An der Wetterstation in Simmerath-Strauch wurde ein schlappes Minimum von minus 3,0 Grad gemessen. So schwachen Januarfrost gab es seit 1945 im Raum Simmerath nur zweimal: 1975 mit -2,6 Grad und 1988 mit ebenfalls -3,0 Grad.

Kältester Ort rund um Monschau war diesmal Höfen mit -5,3 Grad Lufttemperatur.

Auch die Niederschlagswerte fielen in diesem wenig winterlichen Januar aus dem üblichen Rahmen. Gerade mal 50 Prozent der Langzeitwerte fielen in den verschiedenen Höhenlagen. Die trockensten Orte im Kreis Aachen waren Aachen-Orsbeck (33 l/qm) und Alsdorf-Warden (30 l); die feuchtesten Standorte waren Kalterherberg (102 l), Höfen (85 l) und die Perlenbachtalsperre (77 l).

Vom 21. Januar bis zum Monatsende lag im Monschauer Höhengebiet eine dünne Schneedecke bis zu sieben Zentimeter in Kalterherberg und 13 Zentimeter im Hohen Venn bei Botrange - ein Alptraum nicht nur für den Liftbetreiber in Rohren.

Wie schon im Dezember, so war auch in Januar die Sonnenscheindauer deutlich überdurchschnittlich. Bei einem Plus von 20 bis 30 Prozent konnten sich alle Solarzellenbesitzer die Hände reiben. Hier einige Werte zum Vergleich: Alsdorf-Warden Deponie: 86 Stunden Sonne, Aachen: 77, Windpark Schöneseiffen/Wahlerscheid: 63 und Kalterherberg 49 Stunden.

In den vergangenen 75 Jahren gab es rund um Aachen und Monschau keinen vergleichbar sonnigen Winter wie bisher in den Monaten Dezember und Januar. Auf der Nordseite der Eifel lösten die meist südwestlichen Winde die Wolken auf und ermöglichten somit große Sonnenscheinsummen. Zu diesen „spätherbstlichen“ Kapriolen passen auch die vielen Sturmtiefs mit Böen bis 91 km/h, z. B. in Kalterherberg am 3. Januar. An 13 Tagen wurden Böen der Stärke 8 bis10 im Monschauer Höhengebiet gemessen.

Die ersten Kraniche werden seit Ende Januar auch schon beobachtet, der Frühling scheint in diesem Jahr recht früh zu kommen. „Wollen wir hoffen, das späte Fröste die frühen Blüten Ende Februar oder im März nicht noch zerstören,“ hofft auch Wetterbeobachter Karl-Josef Linden. Zurzeit sieht es eher nach neuen Stürmen am Wochenende aus als nach rodelfähigen, schneebedeckten Wiesen. Der Schlitten rostet also weiter vor sich hin.

Auch im Winter 2006/07 war es bis Ende Februar so mild. Danach folgte ein sehr warmes Frühjahr aber ein bescheidener Sommer ohne Höhepunkte.

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