Mützenich - Die Ernte trocken nach Hause gebracht

Die Ernte trocken nach Hause gebracht

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Stunden lang bahnte sich der 63. Mützenicher Erntedankzug seinen Weg durch das Ortszentrum des Venndorfes, wo Tausende Zuschauer die 35 Wagen und Fußgruppen bestaunten, immer wieder applaudierten und manch leckeres Schnäpschen oder Häppchen gereicht bekamen. Foto: Heiner Schepp
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Da traute sich sogar manch scheuer Waldbewohner ins Getümmel... Foto: Heiner Schepp
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Auch der Nachwuchs macht mit: Der Kindergarten hatte seinen Wagen vollgeladen mit lauter kleinen Gärtnern. Foto: Heiner Schepp
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Leni und Jana sangen, begleitet von ihren Papas Jo und Volker (v. li.) Volkslieder aus voller Brust. Foto: Heiner Schepp
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Die Beköstigung der vielen Zuschauer ist ein echtes Markenzeichen des Mützenicher Zuges. Leckere Kuchen und Muffins, Süßes für die Kinder bis zur Zuckerwatte und herzhafte Häppchen gibt es in Hülle und Fülle. Foto: Heiner Schepp
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Die Phantasie kennt keine Grenzen, wenn die Mützenicher mit viel Liebe ihre Wagen vorbereiten. Aus Früchten hatte diese Gruppe um Ingo Claßen (re.) eine bunte Herbstlandschaft „gemalt“. Foto: Heiner Schepp
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Den verregneten Hochsommer ´16 spielte diese Gruppe nach, fluchend erntete der Bauer das nasse Heu. Foto: Heiner Schepp

Mützenich. Weit über 10.000 Zuschauer am Straßenrand, mehr als 700 Zugteilnehmer und 35 Gruppen mit viel Witz und Fantasie: Der Erntedankzug in Mützenich war auch in diesem Jahr das größte und bunteste Herbstfest in der Region.

Dabei hatte sogar Petrus ein Einsehen und ließ den Landregen beinahe pünktlich mit der Aufstellung des Zuges für drei Stunden pausieren – zum Glück: Viele Gruppen hatten nach den trockenen Spätsommerwochen auf trockenes Wetter gesetzt und erst gar keinen Regenschutz für ihre tollen Motivwagen gebaut.

Die 35 Gruppen übertrafen sich dabei auch bei der 63. Auflage des traditionsreichen Erntedankzuges im Venndorf mit Ideen und Humor. Neben den klassischen Themen von Obst und Gemüse über Milch, Brot, Holz und Heu waren diesmal auch die Schnapsbrennerei, eine Schweinejagd oder die Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“ ein Thema.

Nur eine Gruppe lässt es regnen

Noch mittags hatten viele der Zugteilnehmer mit bangem Blick Richtung Himmel geschaut: Ob der Regen wohl endet? Er tat es, und so machten sich die gewohnten Besuchermassen auf den Weg nach Mützenich und ließen den Schirm im Auto. Denn nass wurde es an diesem Nachmittag nur dort, wo die Gruppe von Udo Steffens vorbeikam: Diese ließ nämlich mit dem Gartensprenkler auf dem Wagen die Heuernte 2016 ganz schön verregnen, fluchend hängte der Bauer das klamme Grünzeug über die Heuzäune. Ein bisschen Regen war aber immer noch besser als die Wetterlaunen, die eine andere Gruppe so beschrieb: „Schlägt der Blitz den Bauern tot, spart das Weib ein Abendbrot!“ Nicht ganz so arm dran war der Bauer, den Dani Müllers Pfannkuchen-Gruppe betextete: „Liegt der Bauer unterm Tisch, war der Pfannkuchen nicht mehr frisch...“

Zufrieden mit dem Erntejahr

Da waren andere schon weit zufriedener mit dem Erntejahr 2016. Mit tollen Sonnenblumen, knackigem Obst und frischem Gemüse hatten sie ihre Wagen dekoriert und ließen die Zuschauer am Rand teilhaben an den Leckereien, die die Natur bereithält.

Dazu gehört die Kaffeebohne nicht unbedingt in unseren Breiten, was natürlich kein Grund ist, die Kaffeerösterei nicht beim Erntedank zu feiern. Die große Gruppe um „Schobbe Karl“ (Volpatti) tat dies unter anderem mit Kaffeeschnaps. Während diese Gruppe wie auch viele andere seit Jahrzehnten zum Mützenicher Erntedankzug dazugehören, ließ der Kochs-Clan die Erinnerung an Arnold und Cili Koch wach werden, die 40 Jahre lang fester Bestandteil des Mützenicher Erntezuges waren und deren Kinderschar „schon aus Tradition“ das Thema der Eltern vor 50 Jahren – Brot und Butter – zum Jubiläum aufnahm.

Apropos Kinderschar: In Mützenich ist man schon von Kindesbeinen an mitten drin statt nur dabei im Erntedankzug – „als Kinder mit Kettcar und Spieltrecker, als junge Leute mit dem ersten Wagen“, kommentierte Rolf Müller an der Ecke Schiffenborn/Eupener Straße mit Blick auf „das viele Jungvolk im Zug – einfach toll“, schwärmte der Moderator. Als „Jong Jemös op Jöck“ (Junges Gemüse unterwegs) oder mit einer spaßigen Erntedankversion der TV-Sendung „Bauer sucht Frau“ bereicherte der Nachwuchs auch diesmal den Zug, der manchem Zuschauer trotz der stolzen 35 Gruppen und Wagen viel zu schnell vorbei war.

Immerhin konnte im Zelt – so wie schon am Freitag und Samstag ausdauernd geschehen – noch kräftig weiter gefeiert werden, und da störte es dann auch niemanden mehr, als der echte Regen auf das Zeltdach prasselte.

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