Die Erde dreht sich: MGM liefert Beweis

Von: jb
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Die Schüler der Klasse sieben lauschen gespannt, wenn Felix Hoff (vorne) und Marvin Schmitz das Prinzip des Foucault-Pendels erklären. Foto. Julia Bäumler Foto: Julia Bäumler

Monschau. 1661: Ein Jahr das weit zurückliegt, aber auch ein Jahr indem Vincenzo Viviani beweisen konnte, dass unsere Erde sich tatsächlich dreht. Und das dieser wissenschaftliche Fortschritt bis heute unvergessen bleibt, wird momentan sehr deutlich, denn zwei Schüler des St.Michael-Gymnasiums in Monschau lassen Geist Vivianis zur Zeit in den Fluren der Schule wieder aufleben.

Die Idee, die dahinter steckt, ist die anstehende Facharbeit der Schüler der Jahrgangsstufe Q1 (Stufe 11). Felix Hoff und Marvin Schmitz belegen gemeinsam den Physik-Leistungskurs bei Lehrer Ulrich Arndt. Zusätzlich besucht Felix noch die Seismik-AG, die der Lehrer ebenfalls leitet. Und dort liegt der Ursprung jeglichen Handelns.

Vor einiger Zeit habe dort Ulrich Arndt das sogenannte „Foucault-Pendel“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Pendel, durch das nachgewiesen werden kann, dass sich die Erde tatsächlich dreht. Daher hing Vincenzo Viviani 1661 einen Pendelfaden mit einem Pendelkörper in einen Rahmen und beobachtete wie das Pendel selbst bei Umstellen des Rahmens immer noch in ein und dieselbe Richtung pendelte. Durch die Veranschaulichung, dass das Pendel auf derselben Ebene schwingt, kam er auf die Idee, dass es die Erde sein muss, die sich sozusagen unter diesem wegdrehe.

Von Idee fasziniert

Erst 200 Jahre später veröffentlichte dann Jean Bernard Léon Foucault das Fadenpendel. Das grundlegende Prinzip dabei: Die Person denkt, dass sich das Pendel dreht, aber eigentlich ist es die Person die sich dreht. Lehrer Ulrich Arndt fasst dies in einer Präsentation mit den Worten: „In Wirklichkeit bleibt die Schwingungsebene konstant und die Erde dreht sich unter dem Pendel weg“ zusammen. Resultat bleibt also: Die Erde dreht sich um sich selbst!

Diese Idee faszinierte Felix Hoff so sehr, dass er gleich seinen Freund Marvin Schmitz von dem Experiment berichtete und sie dieses zum Thema ihrer Facharbeit ernannten. Mit großer Unterstützung von Ulrich Arndt begannen die Vorbereitungen. Denn was wäre eine Facharbeit über das Foucault-Pendel ohne Foucault-Pendel? Im Treppenhaus drei des St.Michael-Gymnasiums wurde der Pendelfaden dann hinunter gelassen. An der folgenden Ausführung nahmen dann zahlreiche Helfer teil.

Familie Ulrike Brandenburg aus Kalterherberg verlieh das Gerüst und brachte Bohrungen in die Decke ein. Prof. Dr. Thomas Hebbeker (Institutsdirektor) und Josef Grooten (Mechanikermeister) vom physikalischen Institut der RWTH Aachen fertigten den höhenverstellbaren Pendelkörper, eine Deckenplatte mit Klemmvorrichtungen, sowie eine justierbare Pendel-Startvorrichtung an. Familie Myrenne GmbH aus Roetgen und insbesondere Sebastian Staiger berieten die Schule in technischen Fragen. Zwei ehemalige Schüler, Philipp Koll und Hagen Schnuch fertigten zwei passgenaue Lehren an. Und zu guter Letzt unterstützte der Förderverein VEFF der Schule das Projekt materiell.

Seit zwei Jahren habe die Schule ein neues Pendel, berichtet Felix Hoff. Zuvor diente ein älteres Pendel, welches noch unter dem ehemaligen Schulleiter Alfons Rex, ebenfalls ein ehemaliger Physiklehrer, angefertigt wurde. Nach diesem ganzen Aufbauakt wurde das Pendel dann eine Woche lang allen Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis neun, sowie den Physikkursen der Oberstufe vorgeführt.

Dabei wurde das Verständnis der Schüler durch eine erklärende Präsentation von Ulrich Arndt gestärkt. Das Foucault-Pendel was momentan im MGM hängt ist 30 Meter lang. Eins der längsten Foucault-Pendel hängt mit ca. 70 Metern im Pantheon in Paris, wo auch schon Foucault ein Pendel installierte.

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