Die Eifel zittert mit Rebecca

Von: Sarah Maria Berners
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Erst der Jubel, dann die EnttÀ
Erst der Jubel, dann die Enttäuschung: Als Rebecca Mir unter die besten zwei Topmodels kommt, brechen die Höfener Fans in großen Jubel aus. Zum Sieg hat es dann doch nicht gereicht. „Die beste war sie dennoch”, sind sich die Topmodel-Gucker Foto: S.M. Berners

Höfen. Mit Sekt, Wein und Knabbereien haben es sich die Frauen auf den Sofas im Jugendraum bequem gemacht. Der Blick ist auf die große Leinwand gerichtet, aus den Boxen schallt laut und grell die Stimme von Heidi Klum.

In der hinteren Ecke haben sich die Jungs hinter einem Stehtisch verschanzt. „Ich bin häufig donnerstags im Jugendraum”, sagt René Kell. Und da hat ihn auch das Topmodel-Finale nicht von abgehalten. Während die jungen Männer trotz Topmodel im Jugendraum sind, haben die Damen der ersten Reihe ihre Partner lieber Zuhause gelassen - und die, so erzählen sie, seien nicht allzu traurig darüber.

Spontan haben sich die Höfener via Internetplattform Facebook zum Rudelgucken verabredet. Macht auch mehr Spaß, als zuhause alleine vor der Glotze zu hängen. Und noch bei keiner Staffel hat es den Eifelerinnen so viel Spaß gemacht, wie in dieser - wo ein Mädchen von hier im Rampenlicht steht. „Bisher ist ja eigentlich nicht viel passiert”, sagt Elena Pauls nach guten Stunde. „Die sind da nur was rumgelaufen.” Und damit charakterisiert sie auch schon, was da noch kommen soll. Die Show ist umstritten, unumstritten ist Rebecca.

Selbstbewusst und souverän

Auch Andrea Lenzen, Roswitha Kaulartz und Andrea Lutterbach - nicht mehr ganz im Topmodel-Alter - hat die Begeisterung gepackt, und sie stehen dazu. „Rebecca ist so klasse, so selbstbewusst und souverän”, schwärmt Andrea Lutterbach. Und wenn schon eine Eifelerin dabei ist, dann sollte ihre Heimat auch die Daumen drücken. Sogar ein kleines Plakat haben die Fans ausgedruckt.

Wer wird gewinnen? Evelyn Kaulartz glaubt an Amelie, Diana Roder auch, Elena Pauls setzt auf Jana, Andrea Lenzen auf Beccy - hoffen tun sie alle aber natürlich auf die Imgenbroicherin.

Nach viel Show, viel Werbung und wenig Ereignissen kommen Amelie, Jana und Rebecca mit ihren feuerroten Kleidern auf die Bühne. „Das sieht ja sch... aus”, kommentieren die Fans. „Aber Beccy könnte sogar aus einem Kartoffelsack noch etwas machen”, sagt Andrea Lutterbach.

Und als Rebecca sich bei Heidi Klum für so manchen „Arschtritt” bedankt, haben auch die Jungs ihren Spaß.

Gegen 22 Uhr steht die erste Entscheidung an. „Und jetzt Ton aus”, grölen die Herren in der hinteren Reihe. „Ruhe jetzt”, rufen die Damen von vorne zurück. Gebannt blicken die Frauen auf die Leinwand, die Daumen fest gedrückt. Heidi Klum strapaziert die Nerven mit künstlicher Spannung. „Das nervt”, kommentiert Anne Bergs. Und dann bricht der Jugendraum in Jubel aus. Rebecca ist eine Runde weiter. Freuen sich da etwa auch die Jungs ein wenig? Trotz aller Freude - so sind Frauen nunmal - tut die sechzehnjährige Amelie den Höfenerinnen doch etwas leid. „Die ist doch noch jung, aus der kann doch trotzdem noch etwas werden”, kommentiert Ruben Timmermanns. „Aber jetzt muss sie ins Bett.”

Hartes Geschäft

„Ich glaube, dass das Modelbusiness wirklich hart ist”, sagt Andrea Lutterbach. Rebecca sei mit ihrer Art wie dafür gemacht. Die Eifelerinnen sind stolz darauf, dass ein Mädchen aus dem Nachbarort, eine ganz normale Schülerin es so weit gebracht hat. Egal, wie es jetzt ausgeht. Während der Show, vor allem während der Auftritte von Lady Gaga und Keri Hilson ist die Stimmung groß.

Dann steht der letzte Wettbewerb an. Jana und Rebecca müssen sich im Trapez in luftiger Höhe beim Posen beweisen. Ob das die Entscheidung der Jury wirklich noch beeinflusst? „Rebecca ist bei dieser Challange definitiv besser gewesen”, sagt Andrea Lenzen. Dann geht es - mit (Werbe-)Unterbrechungen auf die finale Entscheidung zu. Einmal mehr werden die hinteren Reihen zur Ruhe ermahnt.

„Boah, ist das spannend”, sagt Evelyn Kaulartz, die sich immer tiefer in das Sofa presst. Es scheint, als könnten die meisten kaum mehr hingucken. „Wie fühlt ihr euch?”, fragt Heidi Klum. „Noch gut”, sagt Rebecca.

„Nicht so gut”, sagt Jana, während die drei auf das noch leere Cover der Cosmopolitan blicken. Es dauert und dauert und dauert. Ziemlich lange Minuten für die Fans im Höfener Jugend. Anne Bergs - keine ausgewiesene Topmodel-Guckerin - schüttelt den Kopf. Nicht ihr Ding, das merkt man.

Endlich erscheint das Bild auf dem Cover. Es ist die blonde Jana. Die Höfener Fans - und mit ihnen der Rest der Eifel - sind enttäuscht. „Zweite bei Germanys next Topmodel zu werden ist doch immer noch super”, sagt Britta Roder. Nachvollziehen können die Frauen und die Herren in der Ecke die Entscheidung der Jury aber nicht. „Ihren Weg wird Beccy auch so machen”, sagen sie. Den Traum vom Topmodel aus der Eifel will so recht niemand aufgeben.
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