Die Eifel wird wieder zum Filmschauplatz

Von: Andreas Gabbert
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Die Schauspielerin Rebecca Immanuel bei den Dreharbeiten in Woffelsbach: Sie ist die Hauptdarstellerin der ARD-Degeto-Reihe mit dem Namen „Ausgerechnet Eifel“, für die jetzt in Monschau, Rurberg, Woffelsbach und anderen Orten in der Nordeifel wieder gedreht wurde. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Dem Filmteam bleibt nicht viel Zeit, um die nächste Szene einzufangen, denn über der Woffelsbacher Bucht ziehen schon wieder die nächsten Regenwolken auf. Aber auch die Schiffe, die am Wildenhof in Woffelsbach vorbeifahren, und die Flugzeuge, die hoch am Himmel ihre Bahnen ziehen, sind ein Problem für das Filmteam.

Dazwischen gibt es nur kurze Unterbrechungen, die genutzt werden müssen. „Die Geräusche wären sonst später im Film zu hören und würden die Zuschauer irritieren“, erklärt Rebecca Immanuel. Sie ist die Hauptdarstellerin der ARD-Degeto-Reihe mit dem Namen „Ausgerechnet Eifel“, für die jetzt in Monschau, Rurberg, Woffelsbach und anderen Orten in der Eifel wieder gedreht wurde.

Der erste Teil mit dem Titel „Ausgerechnet Eifel – Erste Hilfe aus Berlin“, der im September 2015 in der Nordeifel gedreht wurde, sei bei den Verantwortlichen der ARD „herausragend angekommen“, so dass zwei weitere Folgen in Auftrag gegeben wurden, noch bevor der erste Teil überhaupt im TV zu sehen war. „Das ist schon eine große Ehre“, sagt Immanuel. Sie hat den ersten Teil bereits gesehen. „Der Film ist sehr charmant und liebenswert, eben echtes Seelenfutter“, sagt die Schauspielerin, die durch die Serie „Edel & Stark“ bekannt geworden ist.

Rebecca Immanuel spielt eine Krankenschwester aus Berlin, die mit ihren Kindern Mia (Mascha Schrader) und Paul (Tom Böttcher) in die Eifel zieht, um dort in einer Landarztpraxis als Versorgungsassistentin zu arbeiten. Im Gegensatz zu seiner kleinen Schwester Mia hat ihr 16-jähriger Sohn Paul keine Lust auf das Landleben.

So kämpft Vera nicht nur um den Familienfrieden, sondern auch noch mit ihrem neuen Chef. Denn der eng gesteckte Zeitraum, den er ihr vorgibt, ist mit Veras Arbeitsweise kaum zu vereinbaren. Sie nimmt sich Zeit und sieht genau hin.

In der Szene, die an diesem Tag auf dem Gelände des Aachener Bootsclubs am Wildenhof gedreht wird, geht es um Veras Besuch bei der Frau des Schuldirektors, die ein gesundheitliches Problem hat und sich immer mehr von ihrem Mann entfernt.

Die Nordeifel war schon oft Schauplatz für Kino- und Fernsehproduktionen. „Weihnachten für Einsteiger“ wurde auch in der Monschauer Altstadt gedreht. „Als ich den Film gesehen habe, dachte ich noch: Wie hübsch, wo ist das denn? Kurz darauf durfte ich dann selbst hier drehen“, sagt die Schauspielerin, die einige Vorzüge der Eifel schätzen gelernt hat.

Sie liebt die Luft, hier kann sie im Vergleich zur Großstadt richtig durchatmen. „Außerdem gibt es hier beim Dorfbäcker die leckersten Brötchen, so wie ich sie aus meiner Kindheit kenne“, schwärmt sie. Auch die Menschen hat sie ins Herz geschlossen: „Was man den Eifelern immer lassen muss ist, dass sie liebenswürdig und hilfsbereit sind. Auf mich wirkt das so, dass die Menschen hier zusammenhalten und auch Fremde mit einbeziehen.“

Minimum elf Stunden dauert die Arbeit am Filmset jeden Tag, manchmal werden es auch bis zu 15 Stunden. Für diejenigen, die hinter den Kulissen arbeiten, so wie die Lichttechniker, Kostüm- und Maskenbildner, sind die Tage am Set besonders lang. Wenn die anderen schon Feierabend haben, sind sie noch mit dem Abbau und der Pflege ihres Equipments beschäftigt.

Trotz allem Stress wird aber auch viel gelacht. „Die Arbeit macht sehr viel Spaß, wenn man nicht grade dauernd unterbrochen wird. Der Teamgeist und die Gemeinschaft hier sind toll. Vielleicht ist das auch etwas den lustigen Dialogen geschuldet“, sagt Immanuel.

Der zweite und dritte Teil der Filmreihe würden fast noch lustiger und spannender als der erste Teil. Sie tragen die Titel „Ausgerechnet Eifel – Ein heißer Sommer“ und „Ausgerechnet Eifel – Väter und ihre Söhne“. „Das Publikum wird lachen, weinen und mitfühlen. Da ist für jeden was dabei. Die Erwartungen der Verantwortlichen bei der ARD wurden mehr als übertroffen. Ich hoffe, dass es beim Publikum auch so gut ankommt, ich bin ja die meiste Zeit des Films im Bild zu sehen“, sagt die Schauspielerin und lacht.

In dieser Woche wartete eine besondere Herausforderung auf das Team. Ausgerechnet in der kürzesten Nacht des Jahres waren Nachtaufnahmen eingeplant. „Dann müssen wir noch schneller sein“, erklärt Immanuel.

In den Sommermonaten, wenn viel mit Tageslicht gearbeitet werden kann, ist Hochsaison in der Filmbranche. „Wir sind Saisonarbeiter. Einige von uns eilen zurzeit von einem Set, von einer Probe, von einer Produktion zur anderen. Zurzeit bin ich nur am arbeiten und hatte gar nicht viel Zeit für die Gegend“, sagt Immanuel. Ein kurzer Ausflug war dann aber doch noch drin. Der führte sie zur Burg Nideggen. „Das war sehr beeindruckend, der Kontrast zwischen dem roten Stein und den grünen Wäldern und wie liebevoll das alles hergerichtet wurde“, schwärmt sie.

Am 9. September wird der erste Teil um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt. „Wenn der Film auch beim Publikum gut ankommt, sind wir demnächst noch öfter hier und werden noch zwei bis drei weitere Filme drehen. Dann werden sie uns nicht mehr los“, kündigt Immanuel an.

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