Die Eifel sieht das Aquis Plaza mit Gelassenheit

Von: P. St.
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Auch die Geschäftswelt in der Nordeifel, ob wie hier in Imgenbroich oder in der Umgebung, bietet ein vielfältiges Angebot. Foto: Archiv/ P. Stollenwerk
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Inzwischen eine feste Geschäftsadresse in Simmerath: das Kraremann-Karree.

Nordeifel. 130 Geschäfte, 290 Millionen Kosten und für den Mittwoch erwartete 80.000 Besucher: Beim Aachener Shopping-Center Aquis Plaza, das um 8 Uhr seine Türen öffnet, soll alles eine Nummer größer sein. Der neue Konsumtempel am Kaiserplatz ist auch in der Eifeler Geschäftswelt selbstverständlich ein großes Thema.

Während in den Kleinstädten nahe der Kaiserstadt und auch in Düren viele Geschäftsleute mit Sorgen auf den gläsernen Neubau schauen, sieht man in der Eifeler Geschäftswelt entspannt auf die neue Errungenschaft in der Aachener City.

„Aus Monschauer Sicht können wir der Eröffnung sehr gelassen entgegen schauen“, meint Werner Krickel, Vorsitzender der Arbeitsgenmeinschaft Monschauer Unternehmer (AMU). Er sehe im Aquis Plaza keine ernsthafte Konkurrenz für die Geschäftswelt in der Region. Bereits seit 20 bis 30 Jahren sei ein Trend erkennbar, dass die Eifeler Kunden nicht mehr regelmäßig zum Einkaufen nach Aachen führen, da vor Ort das Angebot wesentlich umfangreicher geworden sei.

Es werde bestimmt in der Eröffnungsphase den Effekt geben, dass Kunden aus Neugier zum Aquis Plaza fahren würden, aber langfristig sehe er keine Abwanderung der Kaufkraft aus Aachen nach Monschau. Krickel: „Wer bislang nicht zum Einkaufen nach Aachen gefahren ist, wird das auch in Zukunft nicht tun“, ist er überzeugt.

Mit der gleichen Situation habe man sich im übrigen auseinandergesetzt, als vor etwa zehn Jahren die Aachen-Arkaden in Aachen Rothe Erde eröffnet hätten, oder auch vor gut einem Jahr das Outlet-Center in Bad Münstereifel. Auch da habe man keine spürbaren Auswirkungen auf Monschau feststellen können. Als „viel massiver“ schätzt er hingegen die Auswirkungen der neuen Shopping-Meile auf die Aachener Geschäftswelt ein.

Keine „dramatischen Auswirkungen“ auf den örtlichen Handel sieht auch Lars Harmens, der als Marketing-Experte den Gewerbeverein Simmerath berät. In den ersten Wochen nach der Neueröffnung würden möglicherweise Kunden das Aquis Plaza aufsuchen, allein schon der Architektur wegen. „Danach aber wird sich alles wieder normalisieren“, ist Harmens überzeugt. Er sehe darüber hinaus das Angebot des örtlichen Einzelhandels als umfassend und attraktiv.

Verschiebungen in Aachen

Auch müsse man abwarten, ob die prognostizierten Besucherzahlen (die Betreiber rechnen mit 25 000 Besuchern pro Tag) sich auch tatsächlich bewahrheiten würden. Sollten die für den Eröffnungstag erwarteten Besucherzahlen kommen, „dann wird es echt ungemütlich“.

Dank der großen Auswahl in nahezu allen Branchen in der Nordeifel sieht auch Klaus Victor, Inhaber des Kaufhauses Victor fashion & sport in Imgenbroich, durch die Aquis-Plaza-Eröffnung keinen „Verlagerungseffekt“ der Kaufkraft in Richtung Aachen. Auch schon die Eröffnung des Outlet-Centers in Bad Münstereifel habe nicht spürbar auf die Eifeler Geschäftswelt ausgewirkt.

Deutliche Verschiebungen hingegen werde es in der Aachener Innenstadt geben, und auch die Aachen-Arkaden, so sei zu befürchten, dürften sich jetzt „noch schwerer“ tun. Zudem müsse man sehen, dass die Erreichbarkeit des Oberzentrums Aachen verkehrstechnisch nicht optimal sei, und auch die angekündigte Umweltzone für die Innenstadt könnte für manchen Kunden einen Hinderungsgrund darstellen. Die Geschäftswelt müsse sich der Situation stellen – und Geschäftszentren dieser Art gebe es ja längst in allen größeren Städten.

Gelassen sieht auch Thomas Plum vom Roetgener Sport- und Schuhhaus Plum die Entwicklung am Kaiserplatz. Auch wenn Roetgen etwas näher an der Stadt Aachen liege, erwarte er keine negativen Auswirkungen. Schwierig werde die Situation für den Roetgener Einzelhandel insgesamt, und er stelle sich auch die Frage, ob das Angebot in Aachen auch ohne das Aquis Plaza nicht schon ausreichend sei.

Die offizielle Eröffnung steht am Mittwoch, 8 Uhr, an. An diesem Tag erwarten Betreiber ECE und die Stadt neben dem Liefer- und Baustellenverkehr (denn die Einkaufsmeile wird mitnichten überall pünktlich fertig werden) noch bis zu 80.000 Kunden – ebenso an den darauf folgenden Tagen bis Samstag.

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