Kalterherberg/Nordeifel - Die Eifel kauft und tauscht im Internet

Die Eifel kauft und tauscht im Internet

Von: ag
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Sie hatte die Idee: Anja Haß aus Kalterherberg hat die Kauf- und Tauschbörse für den Altkreis Monschau vor circa drei Jahren gegründet, um die Anfahrtswege zwischen den Tauschpartnern kurz zu halten. Foto: A. Gabbert

Kalterherberg/Nordeifel. Wer etwas zu verkaufen hat, der macht das heute im Internet. Die Funktion, die früher Anzeigenblätter wie die „Annonce“ hatten, haben weitgehend Internetseiten wie Ebay übernommen. Aber auch in den sozialen Netzwerken wird verkauft und getauscht, was Speicher, Keller und Garage so hergeben.

Oft sind die Angebote in den einschlägigen Gruppen auf eine Region oder einen Ort beschränkt. Ein Beispiel dafür ist die Facebookgruppe „Altkreis Monschau. Kauf- und Tauschbörse“, der fast 2000 Personen angehören. Jeden Tag gibt es zahlreiche neue Angebote. Einer verkauft einen Sportauspuff, die Nächste sucht einen Töpferofen und ein Dritter möchte gerne Kinderkleidung loswerden. Angeboten werden ganze Küchen, Windeln, Spielzeug und vieles mehr. Das Ganze gleicht einem überdimensionalen Flohmarkt im Internet, in dem man nach Herzenslust stöbern und mit den Verkäufern in Kontakt treten kann.

Einzugsgebiet verkleinert

Was für viele eine bequeme Möglichkeit ist, nicht mehr benötigte Gegenstände in neue zu Hände zu vermitteln, bedeutet für Anja Haß aus Kalterherberg jeden Tag auch eine Menge Arbeit. Die 49-Jährige Fahrlehrerin war es, die diese Gruppe vor etwa drei Jahren ins Leben gerufen hat. Sie selbst hatte damals versucht, einige Dinge zu verkaufen. Wenn sie nach dem Abholort der Ware gefragt wurde, war Kalterherberg den Meisten dann doch zu weit. Umgekehrt war ihr der Weg oft auch zu weit.

„Bei Ebay entdeckt man ja schon mal schöne Sachen, aber dann muss man die in Dortmund oder sonst wo abholen“, sagt Haß. Also gründete sie ihre eigene Kauf- und Tauschbörse für die Eifel. Kurze Wege waren das Ziel. Doch die Eifel erwies sich als größer als zunächst gedacht. Leute aus der gesamten Eifel und auch aus Köln und Düsseldorf wollten dort mitmachen. Vor etwa einem Jahr organisierte Anja Haß dann eine Abstimmung, um das Gebiet noch mehr zu verkleinern.

„Jemand hat mir dann den Tipp gegeben, die Kauf- und Tauschbörse auf den Altkreis Monschau zu beschränken“, berichtet Haß, die vor etwa zehn Jahren in die Eifel gezogen ist. „Ich wusste gar nicht, dass es das mal gab und hab mich gewundert, was alles mal zum Altkreis Monschau gehört hat. Aber es hat super gepasst“, sagt Haß. Wer unsicher ist, welche Orte zum Altkreis Monschau gehören, findet in der Beschreibung der Gruppe eine Liste mit den Orten.

Jede Woche wollen etwa 30 Personen der Kauf- und Tauschbörse beitreten, angenommen werden aber nur fünf bis sechs. Wer Mitglied werden möchte, sollte einen Bezug zum Altkreis Monschau haben. Das ist Anja Haß wichtig und darauf achtet sie. „Oft ist das über das Profil sichtbar. Im Zweifelsfall kann man mir auch einfach eine Nachricht schicken“, erklärt Haß.

Damit die Gruppe funktioniert, gibt es auch einige Regeln, auf deren Einhaltung Anja Haß ebenfalls achtet. „Manche bezeichnen mich als pingelig. Die Regeln müssen aber eingehalten werden Wenn ich da schluderig bin, läuft es aus dem Ruder“, sagt sie. Wichtig sind zum Beispiel die Angaben von Abholort und Preis. „Dann weiß jeder Bescheid.“ Wenn etwas verkauft wurde, sollte die Anzeige außerdem gelöscht werden, „sonst ist schnell die ganze Pinnwand voll“. Diese und andere Regeln müssen immer wieder neu erklärt werden, schließlich wächst die Gruppe ständig weiter. Die Meisten seien aber nett und einsichtig, sagt Haß.

Damit ihr diese Arbeit nicht über den Kopf wächst, erhält Anja Haß seit etwa einem Jahr Unterstützung von Nancy Daniels aus Konzen. Der Zusammenhalt in der Gruppe ist groß. Es gibt junge Mütter, die sich gegenseitig unterstützen und Klamotten tauschen, und durch die Gespräche mit den Tauschpartnern ergeben sich viele nette Kontakte. Als Anja Haß das Fahrschulschild von ihrem Auto geklaut wurde, startete sie in der Tauschbörse einen Aufruf, der zigfach geteilt wurde. Es dauerte nicht lange und das Schild war wieder da. „Hier in der Eifel halten die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Hier kennt ja jeder jeden. Das ist das Schöne daran“, sagt Haß.

Gekauft und getauscht werden darf alles, was man auch sonst auf dem Flohmarkt findet. Am häufigsten werden Kindersachen gehandelt. Unerwünscht sind neue Sachen und Werbung. Wer nach Dienstleistungen sucht oder solche anzubieten hat, sollte sich die Gruppe „Altkreis Monschau Dienstleistungen aller Art“ ansehen, die die Administratorin Astrid Thienemann nach dem Vorbild der Kauf- und Tauschbörse aufgebaut hat.

Wer die Gruppen im sozialen Netzwerk Facebook finden will, muss dort in der Suchmaske „Altkreis Monschau: Kauf & Tauschbörse“ beziehungsweise „Altkreis Monschau Dienstleistungen aller Art“ eingeben.

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