Die Eifel bleibt weiterhin ein sehr ruhiges Pflaster

Von: Robert Baumann
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Laut Kriminalstatistik für das Jahr 2011 hat der Einbruchsdiebstahl in Geschäfte in der Eifelregion zugenommen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Helmut Wälter hatte eine gute Nachricht für alle Eifeler Bürger. „Die Eifel ist ein ganz ruhiges und sicheres Pflaster mit einer niedrigen Kriminalitätshäufigkeitzahl. Da müsste man wohnen”, sagte der Chef der Aachener Kriminalpolizei beim Blick auf die Ergebnisse der Kriminalstatistik für das Jahr 2011.

Denn bei der so genannten Häufigkeitszahl (HZ), die die Anzahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner angibt, liegt die Eifelregion bei nur 3487. Zum Vergleich: In der Stadt Aachen beträgt die HZ 12 829. Das gab die Polizei bei der Vorstellung der Kriminalstatistik bekannt.

1264 Straftaten registrierte die Polizei im abgelaufenen Jahr in Monschau, Simmerath und Roetgen. Das sind nur 5,51 Prozent mehr Fälle als im Jahr 2010 (1198). 66 Fälle mehr seien im Vergleich zu anderen Kommunen sehr gering, erklärt Wälter. Die Aufklärungsquote aller erfassten Straftaten in der Eifelregion stieg um 0,64 Prozent auf 49,05 Prozent. „Solange die Aufklärungsquote nicht bei 100 Prozent liegt, könnte sie immer höher sein. Mit knapp 50 Prozent liegt die Eifel aber voll im landesweiten Trend”, erklärt der leitende Kriminaldirektor Wälter.

Die meisten Kopfschmerzen bereitet der Polizei nach wie vor der Bereich Diebstahl. Denn die mit weitem Abstand häufigsten Straftaten wurden wie schon im Jahr 2010 in diesem Sektor verübt. Insgesamt 492 Diebstähle (Aufklärungsquote: 17,68 Prozent) zählten die Beamten in der Eifelregion, 32 Fälle mehr als im Vorjahr. So stieg beispielsweise der Diebstahl an Kraftfahrzeugen um 96,88 Prozent von 32 (2010) auf 63 Diebstähle. „Bei so niedrigen Fallzahlen fällt die prozentuale Verschiebung dann immer sehr hoch aus”, relativiert Wälter die Zahlen.

Ein relativ neues Phänomen, das in der Kriminalstatistik auftaucht, sind die zunehmenden Metalldiebstähle. 20 solcher Diebstähle gab es in der Nordeifel, verstärkt auf Baustellen und bei Firmen in Simmerath. „Seit dem Anstieg der Metallpreise im letzten Jahr lohnten sich für die Täter schon kleinere Diebstähle”, sagt Wälter. Viele Firmen und Betriebe würden daher zunehmend ihr Gelände von einer Sicherheitsfirma überwachen lassen.

Die am zweithäufigsten verübten Straftaten liegen im Bereich der Straßenkriminalität und blieben mit 275 Fällen (2010: 269) auf konstant hohem Niveau. Aufgeklärt wurden hierbei 22,18 Prozent der Straftaten, eine leichte Verbesserung um 3,59 Prozent.

Eine Zunahme an Straftaten verzeichnet die Polizei im Bereich des Einbruchsdiebstahls bei Geschäften. 26 Mal wurde in Läden eingebrochen, eine Steigerung zum Vorjahr um 100 Prozent. Im Gegensatz zum NRW-weiten Trend, bei dem die Zahl der Wohnungseinbrüche um 12 Prozent auf 50400 gestiegen ist, sind die Einbruchszahlen in Monschau, Simmerath und Roetgen gesunken - von 99 auf 89 Fälle. „In der Stadt haben die Täter die Möglichkeit mehrere nebeneinanderliegende Wohnungen schnell in einem Gang aufzubrechen. Zudem sind die Menschen im ländlichen Raum häufig aufmerksamer und die Häuser sind besser gesichert”, erläutert Wälter.

Leicht gestiegen ist die Zahl der Körperverletzungen in der Eifelregion. 40 gefährliche und schwere Körperverletzungen, sechs mehr als 2010, zählte die Polizei. Auch die Zahl der vorsätzlichen leichten Körperverletzungen stieg von 91 auf 112. „Es gab vermehrt Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen in der Discothek San Diego in Simmerath und im Umfeld der berufsbildenden Schulen”, erklärt der Chef der Aachener Kriminalpolizei. Die Aufklärungsquote dieser Straftaten ist beachtlich. 80 Prozent der gefährlichen und schweren und ganze 95 Prozent der vorsätzlichen Körperverletzungen klärten die Polizeibeamten auf.

Auch sonst gibt es bei der Kriminalstatistik keine großen Ausreißer. Die Zahl der Sachbeschädigungen in der Eifelregion bleibt im Vergleich zu anderen Straftaten relativ hoch. 179 Fälle registrierte die Polizei, 11 mehr als 2010. Die Bürger werden zunehmend auch Opfer von Kriminellen im Netz: 37 Delikte im Bereich Computerkriminalität zählte die Polizei, acht mehr als 2010. „Das ist aber alles nicht besorgniserregend”, betont Wälter. Von solch niedrigen Fallzahlen könnten andere Städte und Gemeinden nur träumen.
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