Nordeifel - Die Drohnen erobern auch den Eifelhimmel

Die Drohnen erobern auch den Eifelhimmel

Von: ag
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Die Eifel von oben: Solche Bilder, wie hier von Imgenbroich, kann inzwischen jeder Privatmann mit einer Drohne selbst fotografieren. Die Technik macht es möglich. Foto: H. Schepp
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Sebastian Bauer aus Menzerath hat ein neues Hobby: Der 30-jährige IT-Systemtechniker lässt seine Drohne nur auf Wiesen außerhalb der Ortschaften aufsteigen. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Als sich das Flugobjekt schnell, aber kontrolliert dem Boden nähert und auf eine Person zufliegt, die mit einer großen Fernbedienung auf einem Feld steht, klingt das Geräusch wie ein wütender Hornissenschwarm.

Ist die Drohne hoch in der Luft, dann ist nur ein kleiner Punkt zu sehen, lediglich ein leises Surren ist zu hören. Was da auf den Wiesen zwischen Imgenbroich und Menzerath die Blicke der Spaziergänger auf sich zieht, ist eine ferngesteuerte Drohne.

Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, hat der rapide Fortschritt der Technik möglich gemacht. Solche Drohnen, mit der man auch aus einer Höhe von mehr als 100 Metern hochauflösende Fotos machen kann, sind inzwischen erschwinglich geworden, so dass sie immer öfter zum Einsatz kommen und irgendwo zu beobachten sind.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Zum Beispiel lassen sich Lasten transportieren und unzugängliche Gebiete erkunden. Viele nutzen die kleinen Hubschrauber mit mehreren Rotoren aber auch rein hobbymäßig, so wie Sebastian Bauer aus Menzerath. „Ich hab‘ mir gedacht, ich hol‘ mir so ein Ding und flieg‘ damit einfach rum. Dem war leider nicht so“, sagt der 30-Jährige.

Auch wenn für die private Nutzung der Fluggeräte kein Nachweis fachlicher Fähigkeiten nötig ist, muss doch eine Reihe von Dingen beachtet werden.

Sebastian Bauer hat sich zunächst im Internet in diversen Foren umgesehen. Dabei fielen ihm zwei Schlagwörter immer wieder ins Auge: Aufstiegserlaubnis und Haftpflichtversicherung. Eine Aufstiegserlaubnis braucht Bauer als Privatmann nicht, weil sein Modell weniger als fünf Kilogramm wiegt.

Eine „Luftfahrt-Halter-Haftpflichtversicherung“ hat er aber abgeschlossen und hat den Versicherungsschein immer in der Tasche, wenn er mit seiner Drohne unterwegs ist. Diese Versicherung kostet ihn knapp 60 Euro im Jahr.

Seit Mitte Mai erkundet er nun mit seiner Drohne die Landschaft der Eifel von oben. Einen Bezug zum Fliegen oder zur Fotografie hatte der IT-Servicetechniker vorher nicht. Auf den Geschmack kam er über eine kleine Spielzeugdrohne, die sich mit dem Handy steuern lässt. Beim Surfen im Internet stieß er dann auf ein Amateurmodell des Marktführers und investierte dafür mehr als 1000 Euro.

Die Steuerung ist relativ einfach, mit dem linken Hebel wird die Höhe gesteuert und mit dem rechten die Richtung. Das Smartphone wird in einer Halterung an der Fernbedienung eingeklinkt und mit ihr verbunden. Auf dem Handybildschirm sieht der Pilot dann genau das, was die an der Drohne befestigte Kamera aufnimmt.

Sebastian Bauer ist begeistert von der Kameraqualität und der Stabilität der Drohne in der Luft. Auch in windigen Höhen gibt es keine Ruckler, so dass die Foto- und Videoaufnahmen wirken als wären sie von einem Stativ aus aufgenommen. Das ist auch ein Grund, warum viele Bürger verärgert reagieren, wenn sie eine Drohne in der Nähe ihres Grundstücks bemerken. Mit den Fluggeräten kann man eben auch Menschen beschatten und ihre Privatsphäre ausspionieren.

Daran hat Bauer keinerlei Interesse. Im Sommer ist er rumgefahren, um rund um die Ortschaften freie Flächen zu finden, wo er seinem Hobby nachgehen kann. Zurzeit ist es sein Ziel, mit dem Fluggerät vertraut zu werden und es perfekt zu kontrollieren, um sich später näher an Bäume oder andere Objekte heranwagen zu können und spektakuläre Video- und Fotoaufnahmen machen zu können. „Bisher hab ich zum Glück noch keinerlei Ärger gehabt und noch nie jemanden gestört“, sagt Bauer.

Weitere Anschaffungen hat er erstmal nicht geplant. „Für mich ist das hier vollkommen ausreichend“, sagt er und zeigt auf die Drohne, die neben ihm bewegungslos in der Luft verharrt. Wenn kein Hebel an der Fernbedienung bewegt wird, bleibt die Drohne einfach stehen. Die Steuerung ist wirklich keine Hexerei.

Theoretisch könnte die Drohne bis zu 500 Metern Höhe aufsteigen und sich bis zu einem Kilometer vom Startpunkt entfernen. In Deutschland ist das aber nicht erlaubt. „Ich muss immer auf Sicht fliegen“, erklärt Bauer. So ist die Grenze schon nach 50 bis 60 Metern fast erreicht, dann ist das Flugobjekt nur noch als Punkt zu sehen.

Für den Fall, dass der Pilot seinen Multicopter dennoch aus den Augen verlieren sollte, ist das Gerät mit einer automatischen Rückkehrfunktion ausgestattet. Per Satellitennavigation kehrt es wieder an den Startpunkt zurück. Viel Zeit für Erkundungsflüge bleibt nicht, denn schon nach 20 Minuten ist der Akku leer. Wenn man die Welt aus der Vogelperspektive beobachten kann, vergeht die Zeit dabei wie im Flug

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