Die Douglasien im Nationalpark geraten in Vergessenheit

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
10090305.jpg
Der Nationalpark Eifel im Wandel: Die Restbestände der Douglasien am Urftarm des Obersees sind zwar noch gut erkennbar, aber der beginnende Vegetationswechsel zeichnet sich bereits deutlich ab. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Als die Nationalparkverwaltung Eifel vor rund acht Jahren systematisch damit begann, die Douglasien-Bestände am Oberseeufer des Urftarms zu eliminieren, da setzte eine emotionale Debatte über den Sinn und Zweck dieser forstwirtschaftlichen Maßnahme im Großschutzgebiet ein, zumal es sich um eine gut einsehbare Stelle handelte.

Das künstlich herbeigeführte Waldsterben beginnt sich nun langsam in die Phase eines Neubeginns umzuwandeln. Der Folge-Bewuchs hat sich bereits Schritt um Schritt Platz verschafft und auch das Eifelgold hat den freien Hang schon erobert. Die Douglasien geraten langsam in Vergessenheit.

Gut 11.000 Hektar groß ist der Nationalpark Eifel – 200 Hektar davon waren ursprünglich mit Douglasien belegt, doch ständig werden es weniger, und in Kürze wird der nordamerikanische Nadelbaum ganz aus dem Großschutzgebiet entfernt sein.

Die Douglasie ist nämlich im Nationalpark Eifel nicht mehr erwünscht. Daher wurden damals die rund 40 Jahre alten Bestände geringelt, leicht angesägt, um dann, nachdem die Wasserzufuhr durch die Rundum-Entfernung der Rinde abrupt gestoppt worden war, auszutrocknen. Beim nächsten kleinen Sturm knicken die Bäume dann weg. So ist es schon mit Hunderten Douglasien geschehen, die dann die markanten braunen Stellen in den Beständen bilden. Einige der abgestorbenen Bäume halten sich jedoch hartnäckig und sorgen bei den Besuchern immer wieder für Irritationen, weil sie glauben, einen schweren Fall von Waldsterben vor Augen zu haben.

Fläche bleibt naturnah

Hätte man die Douglasien im Steilhang gefällt und auf den Oberseerandweg verfrachtet, hätte dies zu mehr Schäden als wirtschaftlichem Ertrag geführt, erläuterte damals die Nationalparkverwaltung das Vorgehen.

Nachdem dann noch die durch Naturverjüngung nachgewachsenen Jung-Douglasien entfernt worden waren, überließ man die Fläche sich selbst. Die Waldwissenschaftler verfolgen seitdem mit Spannung, welche Folge-Vegetation sich in einem ehemaligen Douglasienbestand entwickelt. Welche Pflanzen gewinnen die Oberhand, welche Pilze breiten sich aus und welche Insekten zieht es auf die Kahlflächen?

Henning Walter, der Leiter der Nationalparkverwaltung, sagte damals: „Was wir dort machen, ist hochrangiger Naturschutz und hat mit forstwirtschaftlicher Nutzung nichts mehr zu tun.“ Ab dem Jahr 2015 sollen im Kermeter übrigens keinerlei forstwirtschaftliche Eingriffe mehr erfolgen.

Allein aus forstwirtschaftlichen Gründen waren die schnell wachsenden und somit ertragreichen Douglasien vor gut 40 Jahren angepflanzt worden, und haben in dieser Zeit Stammdurchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreicht. Das schnelle Wachstum hatte aber auch seine Schattenseiten. Die an den vielen Steilhängen des Nationalparks typische Eichen-Vegetation stand in der Gefahr ins Hintertreffen zu geraten.

Erstaunliche 120 Jahre alt sind diese kleinen, widerstandsfähigen Bäume, die nicht höher als sechs bis acht Meter werden und zehnmal so langsam wie die Douglasien wachsen. Durch den starken Samenanflug der Douglasien, der bis zu 600 Meter weit trägt, bestand die Gefahr, dass der Nadelbaum die Dominanz übernimmt. Daher sollten allmählich die ursprünglichen Verhältnisse wieder hergestellt werden.

Die anfangs etwas gewöhnungsbedürftige optische Wirkung der über viele Jahre braunen Bestände verliert sich so langsam im neuen immer bunter werdenden Kleid der Natur.

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert