Die „Caritas-Chaoten” trafen sogar Vitali Klitschko

Von: Holger Richter
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Zurück von der EM: Müde, abe
Zurück von der EM: Müde, aber immer noch voller Begeisterung trafen die „Caritas-Chaoten” am Aachener Hauptbahnhof ein. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Würselen. Die deutsche Nationalmannschaft ist am Donnerstag bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Einsatz. Eine andere deutsche Fußball-Mannschaft ist von dort bereits begeistert zurückgekehrt.

Die „Caritas-Chaoten”, so nennt sich das Team der Caritas Lebenswelten selbst, haben zwei Wochen bei der Fußball-EM verbracht, dort unter anderem das 2:1 der deutschen Elf gegen Dänemark live im Stadion von Lemberg gesehen, selbst diverse Matches ausgetragen und viele neue Freunde kennengelernt.

Darunter war sogar Boxweltmeister Vitali Klitschko, der die acht Menschen mit Behinderung aus der Städteregion Aachen und ihren Betreuer Karlheinz Schmitt besuchte, sich Zeit für Fotos nahm und jede Menge Autogramme schrieb.

Am 7. Juni hatte sich Gruppe per Zug und Bus auf den weiten Weg in die Ukraine gemacht, wo sie in einem Caritas-Haus in Ivano-Frankivsk, rund 130 Kilometer südlich von Lemberg, Station machte. Von dort organisierte ihr Betreuer Schmitt über einen Kontakt, den der Alemannia-Fanbeauftragte Robert Jacobs hergestellt hatte, noch Tickets für das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft.

Doch die „Caritas-Chaoten” wurden auch selbst aktiv und spielten in der Ukraine gegen verschiedene Gruppen Fußball. Dabei war auch ein Spiel gegen eine ukrainische Caritas-Mannschaft, in der ebenfalls Menschen mit Behinderung antraten. „Dieses Spiel wurde aufgezogen wie ein richtiges Länderspiel”, erzählt Karlheinz Schmitt. „Es wurden beide Nationalhymnen gespielt, offizielle Vertreter der Stadt waren dabei, und im ukrainischen Fernsehen wurde eine Zusammenfassung gesendet.”

Auf der Rückreise machte die Gruppe dann noch zwei Tage Station in Auschwitz. „Durch den Würselener Arbeitskreis ?Kein Vergessen waren wir sehr gut auf den Besuch der KZ-Gedenkstätte vorbereitet, unsere Gruppe hat die Eindrücke gut verarbeitet”, sagt Sozialpädagoge Schmitt. Und auch dabei habe der Fußball geholfen. Denn abends in der Unterkunft wurde noch flugs ein Turnier mit einigen deutschen Schulklassen organisiert - und anschließend war der Kopf wieder frei, so dass die Gruppe gut zwei Tage später erschöpft, aber glücklich am Aachener Hauptbahnhof eintraf.
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