Monschau - Die Bürgerschützen Montjoie feiern 650-jähriges Bestehen

Die Bürgerschützen Montjoie feiern 650-jähriges Bestehen

Von: egl
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Bürgerschützen mit König, E
Mit König, Ehrenkönig und Präsident an der Spitze, marschieren die Bürgerschützen durch die beflaggte Monschauer Altstadt. Foto: H. Egerland

Monschau. „Beflaggung ist Ehrensache!”, fordert der Präsident der Bürgerschützen seine Monschauer Schützenbrüder auf. Da an den Häusern noch viele Fahnen aus der Zeit der Monschauer Klassik hängen, ist für das Fest der Altstädter eigentlich schon gesorgt: Die Schützen feiern nicht nur ihre traditionelle Kirmes, sondern zugleich ihr 650. Jubiläum.

Es ist eine ganz besondere Kirmes, die die Schützen mit den Bürgern aus der Altstadt feiern wollen: Seit 650 Jahren gibt es die Bürgerschützen in Monschau, die Bürgerschützen zählen zu den ältesten Schützenvereinen Nordrhein-Westfalens. Das soll ausgiebig gefeiert werden, die Feierlichkeiten ziehen sich vom 1. bis 13. September.

Am Donnerstag wurde eine liebevoll erstellte Ausstellung in der Sparkasse Monschau eröffnet, in der die Schützen ihre Schätze und Fotomaterial aus fünf Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentieren. Am Freitag erfolgt dann gegen 18.30 Uhr das Aufstellen der Schützen, die ihrem noch amtierenden Schützenkönig Heinz I. (Mertens) einen Fackelzug durch die Altstadt präsentieren. Anschließend wird auf dem Marktplatz mit Musik und Imbiss gefeiert.

Der Samstag, 3. September, ist der eigentliche Kirmessamstag. Was bei herkömmlichen Kirmesfesten in der Regel erst am Sonntag passiert, erfolgt diesmal einen Tag früher: Gegen 13.15 Uhr treffen sich die Ortsvereine am Rathaus und marschieren dann mit ihrem Schützenkönig zum Schießplatz Burgau. Hier wird dann aber nicht nur der neue Schützenkönig des Jahres 2011 per Schuss mit der Donnerbüchse auf den hölzernen Königsvogel ermittelt, man sucht auch einen neuen Ehrenkönig. Neun Jahre hatte Klaus Kaulard dieses Amt inne. Alle ehemaligen Könige der Bürgerschützen dürfen auf den Vogel schießen. Erst dann gibt es einen zweiten Wettkampf, den um den aktuellen Schützenkönig. Vogelbauer Georg Foerster hatte dieses Mal also zwei massive Holzvögel bauen müssen. Nachdem die neuen Majestäten gefunden sind, werden die Schützen einen großen Jubelzug durch die Altstadt veranstalten. Die Inthronisation der Könige erfolgt in den frühen Abendstunden auf dem Marktplatz.

Am nächsten Tag wird gegen Mittag die Bierköniggesellschaft ihren Herrscher mit Steinen auswerfen; zum ersten Mal in ihrer Historie seit 1978 wird sie auch offizieller Bestandteil der Kirmes sein und in das Geschehen integriert werden.

Eine knappe Woche später kommt es dann zu den eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten, die am Freitagabend, 9. September, gegen 18.30 Uhr mit dem traditionellen Kinderfackelzug beginnen. Die Kinder werden, das alte Kirmeslied auf den Lippen und selbst gebastelte Laternchen in den Händen, vom Marktplatz aus durch das Städtchen ziehen.

Am Abend, um 20 Uhr, gibt es den großen „Festabend zum Jubiläum” für alle Schützen mit ihren Familien und für geladene Gäste in der „Markthalle Monschau”. Dort erhalten die Kinder auch ihren Knipplatz, das traditionelle Kirmesgebäck.

Am Samstag, 10. September, marschieren die Schützen mit ihren neuen Majestäten zur Freude der Monschauer mit Fackeln gegen 19.30 Uhr durch die Altstadt. Eine halbe Stunde später gibt es dann eine Neuerung in der Geschichte der Bürgerschützen: Der große Jubiläumsball in der „Markthalle Monschau” ist für alle Besucher - und eben nicht nur für die Schützen - offen. Damit sind die Tage einer „geschlossenen Gesellschaft” endgültig gezählt.

„Die Kirmes soll für alle da sein”, erklärt Vereinspräsident Georg Kaulen. Wer lange feiert, wird dennoch nicht ausschlafen können, denn schon gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen wecken einige Schützen mit Unterstützung des Trommler- und Pfeiferkorps die Stadt und werfen Schläfer aus den Betten. Gegen 9.15 Uhr erfolgt der gemeinsame Kirchgang mit anschließender Prozession von der Aukirche zur alten Pfarrkirche, anschließend lädt die Kolpingfamilie zum Kirmesfrühschoppen ins Kolpinghaus.

Der Sonntag, 11. September, ist ohnehin der große Feiertag, denn zahlreiche Vereine aus Belgien, den Niederlanden, England und Deutschland haben sich angekündigt. Sie alle treffen sich um 14 Uhr am Parkplatz Burgau, um am großen Jubiläumszug durch Monschau teilzunehmen. Einen solchen gab es zuletzt vor 50 Jahren, als die Schützen ihre 600-Jahr-Feier begingen.

Am Montag, 12. September, sind die Monschauer dann wieder unter sich. Die Kinder stehen an diesem Tag im Mittelpunkt, wenn es wieder die „Kinderbelustigung” gibt. Auf dem Marktplatz sollen in alter Tradition Spiele veranstaltet werden. Der Dienstag, 13. September, schließt die Feierlichkeiten ab: Die Schützen gehen zum Königsfrühschoppen ins „Restaurant Flosdorff”, die Damen treffen sich zum „Damenkaffee” im „Café Kaulard”.

„So viel gefeiert wurde schon lange nicht mehr”, erläutert der Bürgerschützen-Präsident. So bleibt den Monschauern nicht zuletzt die Hoffnung auf gutes Wetter, damit diese große Jubiläumskirmes auch gelingt.
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