Die Asche: Sogar in China sitzen Dürr-Mitarbeiter fest

Von: Carmen Krämer
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Stefanie Borger und Verena Schmitz-Käfer vom Reisebüro Flugbörse in Imgenbroich werden täglich mit mit den Auswirkungen des Vulkanausbruchs auf Island konfrontiert. Foto: Carmen Krämer

Nordeifel. Aprilwetter in der Eifel, statt Sonne auf Gran Canaria: „Das ist höhere Gewalt, da steckt der Mensch einfach nicht drin”, tröstet sich Claudia Claßen (20) aus Imgenbroich über ihre im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgelöste Reise hinweg. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Ihr Flug wurde aufgrund der Staubwolke abgesagt.

Nicht nur Claudias Urlaubsreise muss verschoben werden, auch Firmen wie Junker in Lammersdorf und Dürr in Imgenbroich sind von den Auswirkungen der Aschewolke betroffen. Vier Mitarbeiter der Firma Dürr stecken derzeit in China fest und warten seit dem Wochenende auf einen Rückflug. Zwei Besucher aus den USA, die das Imgenbroicher Unternehmen besuchten, konnten erst mit zwei Tagen Verzögerung wieder den Heimweg ab Amsterdam antreten.

Anders als die beiden USA-Gäste wartet ein Mitarbeiter der Firma Junker weiterhin seit Tagen auf einen Flug nach Saudi-Arabien.

Der Betrieb, der ständig Mitarbeiter ins Ausland schickt, spürt eindeutig die Auswirkungen des Flugverbots: „Ein Gast aus Oslo hatte am Wochenende keine Möglichkeit mehr, nach Hause zu fliegen. Mit Ach und Krach haben unsere Mitarbeiter es geschafft, ihm einen der letzten Mietwagen zu organisieren, mit dem er dann bis zur Grenze nach Dänemark fahren durfte. Da musste er das Auto aber wieder abgeben und mit der Fähre weiterfahren. Außerdem wartet einer unserer Mitarbeiter mit gepackten Koffern darauf, endlich nach Moskau fliegen zu können”, erklärt Jörg Paradies, Leiter der Montage- und Service Abteilung bei Junker.

Doch das ist noch nicht alles: Einer der Junker-Mitarbeiter fuhr kurzerhand mit dem Auto nach Polen, ein anderer musste mit dem Zug nach Wien reisen, um von dort nach Istanbul zu gelangen, und ein weiterer musste über Rom aus Athen zurückgeflogen werden, landete dann aber in Stuttgart statt in Köln und musste von dort mit einem Mietwagen zurück transportiert werden. „Das ist höhere Gewalt, da haben wir keinen Einfluss drauf”, erklärt auch Paradies die teils komplizierte Situation.

Auf die Auswahl an exotischen Lebensmitteln wie Trauben aus Südafrika oder Kiwis aus Neuseeland hat der Vulkan mit dem seltsamen Namen bisher keine Auswirkungen, wie Real-Marktleiter Christian Trumm und auch Kartoffel- und Gemüsehändlerin Trude Schmitz berichten.

Die Damen vom Reisebüro „Flugbörse” in Imgenbroich hingegen spüren, dass nicht nur der Vulkan, sondern auch ihre Köpfe langsam rauchen, denn ständig rufen Urlauber an, die sich darüber informieren möchten, ob sie ihren Urlaub wie geplant antreten können.

Auch Angehörige von Reisenden, die überall auf der Welt festsitzen, belagern die Reiseverkehrskauffrauen. „Die meisten Kunden sind nett und verständnisvoll, aber wenn sie Fragen zu ihrem Rückflug stellen, können wir leider auch nicht wirklich weiterhelfen. Das ist höhere Gewalt”, erklärt Stefanie Borger, Reiseverkehrskauffrau der Flugbörse.

„Besonders große Probleme haben Individualreisende, die Flug und Hotel einzeln gebucht haben. So auch Kreuzfahrturlauber, bei denen der Flug zum jeweiligen Ablegehafen nicht stattfindet, denn das Schiff wird die Reise trotzdem antreten.”

„Die Probleme werden sich in den nächsten Tagen weiter häufen, denn selbst wenn die Flughäfen wieder öffnen, gibt es ja noch die regulären Flüge. Darum müssen Passagiere von Inlandsflügen damit rechnen, dass diese abgesagt werden, da man sich mit Bus und Bahn fortbewegen kann”, erklärt Stefanie Borger weiter.

Wenn auch die Natur wieder einmal ihre Unberechenbarkeit zeigt und den Menschen in seine Schranken weist, hatten die Simmerather Modellfluggruppe „Kranich” kein Problem mit der Asche, denn die Modellflieger die am Sonntag ihr 40-jähriges Bestehen feiern, konnten zum Saisonstart ihre Flugzeuge trotz des Wirbels um Eyjafjallajökull starten lassen.
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