Nordeifel - Die Apotheken werden auch in der Eifel weniger

Die Apotheken werden auch in der Eifel weniger

Von: Andreas Gabbert
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Die Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen: Apotheker Andreas Hündgen hat sich entschlossen, die Linden-Apotheke mit der Ahorn-Apotheke in Simmerath zusammen zu legen. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Die Apotheken-Landschaft in der Eifel wird sich verändern. Die Eifel-Apotheke in Roetgen schließt zum 30. April und die Linden-Apotheke in Simmerath hat bereits zum 31. Dezember 2012 für immer geschlossen. Sie war die älteste noch bestehende Apotheke in der Region. Nur die Burg- und Hirsch-Apotheke in Monschau waren älter, aber die beiden gibt es schon länger nicht mehr. Die Notdienste sind für die verbliebenen Apotheken in der Eifel deshalb nicht mehr wie bisher zu leisten (siehe Box).

Josef Baehrens hatte die Linden-Apotheke 1958 an der Hauptstraße in Simmerath gegründet. Ihren Namen verdankt sie den Linden, die damals noch die Straße säumten. 1964 übernahm Hans-Josef Hündgen das Geschäft. 30 Jahre später löste ihn sein Sohn Andreas ab. Nachdem im Jahr 2004 das so genannte Mehrbesitzverbot gefallen war und die Gründung von Filialen möglich wurde (Filialgesetzgebung), baute Andreas Hündgen an der Fuggerstraße die Ahorn-Apotheke auf.

Für die Schließung der Linden-Apotheke zu diesem Zeitpunkt gibt es mehrere Gründe. „Der Mietvertrag für das Gebäude läuft aus, und die neue Apothekenbetriebsordnung würde einige Umbaumaßnahmen erfordern“, erklärt Andreas Hündgen. Dazu zählt die barrierefreie Umgestaltung des Verkaufsraums und das Schaffen von einem größeren Abstand zwischen den Beratungsplätzen, um mehr Vertraulichkeit zu gewährleisten. Ein weiterer Grund sind „ständig sinkende Erträge“. Hintergrund davon sind Einsparungen, die der Gesetzgeber vorsieht. Das Stichwort lautet Rabattgesetzgebung. Auch die Zunahme von frei verkäuflichen Arzneimitteln und der Versand über das Internet hätten dazu beigetragen, erklärt Hündgen.

Seit 2008 nimmt die Zahl der Apotheken bundesweit ab. Das belegen Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände. Während es 2008 noch insgesamt 21.602 Apotheken gab, seien es jetzt nur noch knapp unter 21.000, erklärt ein Sprecher der Vereinigung.

Schon 2004 hatte Hündgen über einen Umzug nachgedacht, sich aufgrund der der damals eingeführten Filialgesetzgebung aber entschieden, doch zweigleisig weiter zu fahren.

„Jetzt ist aber der richtige Zeitpunkt für die Zusammenlegung gekommen“, sagt Hündgen. Die Ahorn-Apotheke sei so gebaut, dass sie auch als Einzel-Apotheke funktioniere, sie sei größer, moderner und verfüge über ein automatisches Warenlager. „Das sind die Möglichkeiten besser“, sagt Hündgen.

Die Entscheidung ist dem 46-Jährigen nicht leicht gefallen, schließlich ist er in diesem Haus aufgewachsen und hat bis zum Jahr 2011 mit seiner Familie selbst dort gewohnt. „Manchmal muss man aber im Leben eine Entscheidung treffen“, sagt Hündgen.

Dabei war Apotheker gar nicht sein Traumberuf. Eigentlich wollte er Sportmediziner werden, aber ein Motorradunfall machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Also studierte er nach dem Abitur Chemie und arbeitete während der Semesterferien in der Apotheke des Vaters. Schließlich hat er sich dann doch für diesen Beruf entschieden. Diese Entscheidung hat er nie bereut. „Wenn mein Vater gewusst hätte, dass die Nachfolge gesichert ist, hätte er damals das Haus vielleicht doch gekauft“, sagt Hündgen. Was nun aus dem Haus wird, weiß er nicht.

Zurzeit beschäftigt Hündgen noch acht Mitarbeiterinnen in Voll- und Teilzeit. Zwei Zeitverträge werden nicht mehr verlängert und eine Mitarbeiterin wird den Beruf wechseln.

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