Die Ameisen halten Einzug ins Erlebnismuseum

Von: P. St.
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Die Natur ganz nah im Erlebnismuseum Monschau. Hermann Carl (re.) und Heinz Hallmann bieten regelmäßig Führungen im Museum an. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Einfach überwältigend ist der Anblick, wenn man das Erlebnismuseum in Monschau zum ersten Mal betritt. Auf nur wenigen Quadratmetern eröffnet sich dem Besucher hier der regionale Naturraum praktisch auf einen Blick, sei es der Lebensraum des Bibers oder die kleine aber perfekt organisierte Welt eines Ameisenvolks. Tausende Einzelstücke finden sich hier auf zwei Etagen.

Als Zugabe sozusagen kann der Besucher aber auch einem Löwen oder einer Giraffe ins Auge blicken. Langweilig wird es im Erlebnismuseum, das im Handwerkerdorf an der Burgau untergebracht ist, jedenfalls nie. Die neueste Errungenschaft ist die so genannte Küstenecke, wo der Naturraum an Nord- und Ostsee anschaulich dargestellt wird. Diese kleine Sammlung stammt aus einem Nachlass. Kanada, Alaska und Afrika sind ebenfalls mit einer Vielzahl von Präparaten vertreten. Neu ist auch ein präparierter Hirsch aus Lammersdorf, der während der Brunft etwas eilig beim Überqueren der Straße war.

Das Erlebnismuseum Lernort Natur in den ehemaligen Räumen des Stadttheaters öffnete Mitte Mai 2013, und schon bald entwickelte sich die Einrichtung der Kreisjägerschaft, die vor Ort von Hermann Carl, dem Initiator der allseits bekannten Rollenden Waldschule und seinem Team, zu einem Publikumsmagneten. Die Besucherzahlen, ob Monschau-Touristen, Schulklassen oder Kindergärten, sind immer noch steigend, wenn sie auch zuletzt etwas unter den Erwartungen blieben. Dies ist lebenswichtig, weil das Museum sich selbst finanzieren muss. Geschätzte 8000 Besucher kamen seit der Eröffnung vor 16 Monaten ins Museum.

„Erst mit einer Führung beginnt das Museum zu Leben“, sagt Hermann Carl, denn die vielen Details lassen sich auf die Schnelle kaum erfassen., ist doch praktisch mit jedem Ausstellungsstück eine kleine Geschichte verbunden.

So sprechen die Verantwortlichen im Museum auch nicht gern von toten Tieren, die zu sehen seien. Es gehe vielmehr darum, präparierte Tiere der Nachwelt zu erhalten.

Ganz wichtig ist es für das Erlebnismuseum auch, dass es als außerschulischer Lernort anerkannt wird. Die Gruppen bewerten das Museum, und für die Einrichtung in Monschau gab es zu 95 Prozent die Note „sehr gut“. Eine Bessere Werbung für das Museum kann es nicht geben. Besonders stolz ist das Museum aber auf seine jüngste Errungenschaft, eine komplette Ameisenstation. Vom Ameisenwart NRW, Christoph Kessler, erhielt das Erlebnismuseum jetzt ganz offiziell die Anerkennung als Ameisenstation. Diese Anerkennung wurde innerhalb von Nordrhein-Westfalen bisher nur zweimal überhaupt verliehen.

Die Ameisen hatten sich draußen nahe des Küchenbereiches einen Krankenhaus in Viersen angesiedelt und kamen so den Menschen immer näher. Diese Wahl des Wohnortes war nun mehr als ungünstig, also wurde eine sanfte Umsiedlung des Volkes in Angriff genommen, wozu ein Kammerjäger zunächst einmal eine Zuckerstraße legte. So kamen die Waldameisen, die ganzjährig unter Naturschutz stehen, unter fachlicher Begleitung der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion nach Monschau, erzählt Heinz Hallmann ehrenamtlicher Naturpädagogen im Erlebnismuseum die ungewöhnliche Geschichte der Ameisen-Umsiedlung in die Eifel. „Fast alle, die kommen, sind vom Museum begeistert.“

Die Ameisen-Station besteht im Prinzip aus zwei Plexiglas-Boxen. Die eine Box simuliert den Wald, die andere die Wohnung. Zwischen den beiden Plätzen wandert das rund 2000-köpfige Ameisenvolk fleißig hin und her. Sogar ein Ameisenfriedhof wurde von den Tieren, die über eine erstaunliche instinktive Sozialkompetenz verfügen, angelegt. Mit künstlicher Bewässerung aus der Sprühflasche wird der Morgentau simuliert.

Nach zuletzt einigen bewegten Monaten ist das Erlebnismuseum jetzt wieder in einem ruhigeren Fahrwasser, und die Beteiligten hoffen, dass man sich nun endlich wieder mit ganzer Kraft auf das Kerngeschäft, die Natur auf möglichst einfach aber lehrreiche Weise näherzubringen, konzentrieren kann. In diesem Herbst soll zur Deckung der laufenden Kosten auch ein Förderverein ins Leben gerufen werden.

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