Die älteste OGS hat sich zum Erfolgsmodell gemausert

Von: Heiner Schepp
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Erstklassige Räume, ein breites Angebot und gute pädagogische Arbeit haben dazu geführt, dass die Zahl der Kinder, die die Betreuungsangebote an der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen besuchen, sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat. Aktuell besuchen 92 Kinder die OGS (Bild) und weitere 25 die gesicherte Vormittagsbetreuung in den gleichen Räumen des Neubaus. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Vom Sorgenkind zum Erfolgsmodell: Mit der Aufnahme einer geregelten Nachmittagsbetreuung zum Schuljahr 2004/2005 ist die Offene Ganztagsschule der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen die älteste in dieser Form im Südkreis.

Nach recht schwierigen ersten Jahren mit mehrfachem Trägerwechsel, Elternkritik und der jahrelangen politischen Debatte um die Schulerweiterung ist Roetgens OGS (früher auch „Ogata“ genannt) mittlerweile eine erfolgreich arbeitende Einrichtung für die Grundschulkinder und ihre berufstätigen Eltern. Dies stellte nun auch der Roetgener Bildungs-, Generationen-, Sozial- und Sportausschuss in seiner letzten Sitzung für 2016 fest.

Neun Flüchtlingskinder

Anlass für das Thema war ein Sachstandsbericht zur Erhebung der Elternbeiträge in der Offenen Ganztagsschule. Die Verwaltung berichtete, dass derzeit 92 Kinder – und damit so viele wie noch nie in der zwölfjährigen Roetgener OGS-Geschichte – für die Betreuung angemeldet sind. Neun Kinder davon kommen aus Flüchtlingsfamilien. Zusätzlich sind 25 Kinder in der sogenannten „Besonderen Betreuungsform“ (BBF) angemeldet, die eine Betreuung zwischen 8 und 13.30 Uhr auch bei Unterrichtsausfall gewährleistet. Diese gesicherte Vormittagsbetreuung wird vom Land nur für eine Gruppe mit 25 Kindern gefördert, so dass in Roetgen alle Plätze belegt sind.

Die Verteilung in den sieben Einkommensgruppen der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule veranschaulichte dem Bildungsausschuss ein großes soziales Gefälle innerhalb der Klientel. Insgesamt 17 Roetgener OGS-Kinder kommen aus Familien, die weniger als 12.271 Euro Jahreseinkommen haben und somit keine Beiträge für die Betreuung entrichten müssen. Dem stehen 31 Kinder (25 erste und sechs Geschwisterkinder) gegenüber, deren Eltern über 85.897 Euro anrechenbares Jahresverdienst verfügen und somit den Höchstbetrag von 150 Euro pro Monat für das erste Kind und 75 Euro für das Geschwisterkind zahlen. Da weitere 20 Kinder aus Familien der zweithöchsten Einkommensgruppe (61.356 bis 85.897 Euro Einkünfte im Jahr) stammen, bilden die Mädchen und Jungen aus den einkommensstarken Roetgener Familien den Stamm und über die Hälfte der OGS-Kinder.

„Was fehlt, ist die Mitte“, stellte nicht nur Silvia Bourceau (UWG) im Ausschuss fest. Tatsächlich sind die mittleren Eltern-Einkommensklassen zwei (bis 24.542 Euro Jahreseinkommen/7 Kinder), drei (bis 36.813 Euro Jahreseinkommen/5 Kinder), vier (bis 49.084 Euro Jahreseinkommen/6 Kinder) und fünf (bis 61.355 Euro Jahreseinkommen/6 Kinder) in der Staffelung unterrepräsentiert bzw. besuchen nur wenige Kinder der „Mittelschicht“ das OGS-Angebot.

Das liege auch daran, dass in manchen Familien oft nur ein Elternteil arbeite, womöglich damit sich der Partner um das Kind oder die Kinder kümmern könne, nannte die Verwaltung einen Grund. Gleichwohl wünscht sich die Roetgener Politik, dass das Angebot auch bei den mittleren Einkommen künftig noch besseren Anklang findet. Die Beitragsstaffelung (0 – 30 – 60 – 80 – 100 – 120 – 150 Euro/für das zweite Kind jeweils die Hälfte) wurde aber noch nicht diskutiert.

Fünfstelliger Überschuss

Die Finanzierung des Angebots steht in Roetgen auf sicheren Füßen: Der Verein Invia Aachen, seit knapp zwei Jahren pädagogischer Träger der OGS und im Bildungsausschuss ausdrücklich vom Vorsitzenden Ronald Borning gelobt, erhält pro Monat und Kind 75 Euro, insgesamt also für das laufende Schuljahr 82.800 Euro. Die angeforderten Elternbeiträge belaufen sich – auch Dank der vielen Kinder aus einkommensstarken Familien – auf 95.760 Euro. Der Überschuss in Höhe von 12 960 Euro werde wie im Vorjahr (da waren es 17.615 Euro rechnerischer Überschuss) „zur Deckung der Betriebskosten des Betreuungsangebots genutzt“, teilte die Gemeindeverwaltung mit.

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