„Dicke Sternschnuppe” zieht über die Eifel hinweg

Von: Ernst Schneiders
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Nordeifel. Wer am Samstagabend in der Eifel am Süd-/Südwesthimmel für wenige Sekunden einen „bunten Kometen mit einem großen Schweif” gesehen hat, der hat nichts mit den Augen, der hatte auch nicht zu viel getrunken. Das war schon genau so, wie es sich am Firmament abspielte.

Leserin Sibylle Schreiber aus Mützenich berichtete der Redaktion von einem gemütlichen Klönabend mit der Tochter auf der Terrasse, als sich um die 22 Uhr das Himmelsspektakel für wenige Sekunden sichtbar ereignete.

„So etwas habe ich noch nie gesehen”, gestand die Mützenicherin. Der Himmelskörper soll bunt gewesen sein und gelb, blau und rötlich geleuchtet haben, „mit einem großen Schweif, so wie man ihn auf Zeichnungen beim Stern von Bethlehem sieht”.

Sibylle Schreiber und ihre Tochter sind nicht die einzigen, die diesen „Kometen” gesehen haben. Auch von der Monschauer Burg aus wurde er beobachtet - und an der Nordseeküste. Dort hielt sich nämlich am Samstagabend zu besagter Uhrzeit Jürgen Balk auf, Leiter der Aachener Sternwarte. Er hat exakt das beobachtet, was auch in Mützenich zu beobachten war, und er hat eine Erklärung parat: Laut Balk handelte es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um eine „dicke Sternschnuppe”.

In großer Entfernung

Alljährlich, mit dem Höhepunkt zwischen dem 10. und 15. August, kreuzen sich die Bahnen der Perseiden und der Erde. Bei diesem Meteoritenschwarm handelt es sich, laienhaft ausgedrückt, um viele kleine Stücke eines zerbröselten Kometen. Der Schwarm tritt zum Teil in die Erdatmosphäre ein. Die meisten der kleinen Meteoriten verglühen, andere wiederum verglühen nicht völlig, sondern schlagen irgendwo auf - und erst wenn sie „unten” angekommen sind, nennt man sie korrekterweise Meteoriten.

Was dort gesichtet wurde, war ein größerer Meteorit, der seine Bahn in sehr großer Entfernung gezogen haben muss, so Balk, sonst hätte man ihn nicht in der Eifel und an der Nordsee gleichzeitig sehen können.

Jürgen Balk: „Was dort zu sehen war, ist absolut nichts Außergewöhnliches.” Aber die Nordseeküste und die Eifel sind Orte, an denen der Blick auf den Sternenhimmel kaum durch Fremdlicht getrübt wird. Und deshalb haben dort Menschen dieses Ereignis beobachten können.

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