Höfen - Dichterlesung geriet zur anstrengenden Kost vom Poeten

Dichterlesung geriet zur anstrengenden Kost vom Poeten

Von: wm
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Höfen. Zu einer Dichterlesung in seinem Geburtsort hatte der Poet und Philosoph Siegfried Pauls am Mittwoch in die Alte Molkerei in Höfen eingeladen. Der 1959 in Höfen geborene Siegfried Pauls lebt seit 1987 in England und schreibt unter dem Pseudonym Fynn Stirm. Unter den Titel „Fynn Stirm liest Siegfried Pauls.

Eine Frage der Herkunft” hatte er die Lesung gestellt. Pauls, der Christian Rosenkreutz (14. Jhd.) zu den populärsten und wichtigsten Deutschen zählt und ein großer Verfechter von Rainer Maria Rilke ist, nutzte die Lesung, um seinen bisherigen Lebensweg, der geprägt ist von der Macht der Sprache und dem Glauben an die Inkarnation des Menschen, aufzuzeigen.

Geboren in der Eifel zog es den jungen Pauls bald nach dem Abitur am Monschauer St. Michael Gymnasium fort aus der Enge der bürgerlichen Gesellschaft.

Er verweigerte sich, wollte kein Geldverdiener werden und sich von den Fesseln des Seins befreien. Einen steinigen Weg hat er hinter sich gelassen, bis er zu seinem heutigen Ego gefunden hat. Mit dem Fahrrad hat er sich als junger Mann auf den Weg gemacht und ist in einer zweijährigen Odyssee bis nach Istanbul gekommen. Zurück in der Eifel merkte er bald, dass ihm dieses Leben zu eng ist; er siedelte um, um sich in England unter dem Pseudonym Fynn fridlip Stirm ganz der Macht der Sprache zu widmen.

„Die Sprache spricht und du bist ihr Knecht” lautet sein Lebensmotiv. Pauls hebt sich damit gänzlich vom jetzigen Sein ab, bezeichnet den Tod als großen Bruder der Hebamme, der frei macht von dem Dilemma des unzulänglichen Lebens im Körper. Esoterik und der Glaube an die Inkarnation bestimmen sein Handeln und Denken.

Er ist überzeugt, schön öfter auf der Erde gewesen zu sein und zeichnet vier Zufluchtsstätten dessen auf, was man als Seele bezeichnet. Erst dann, wenn man mit seinem Körper, seinem Haus, dem Universum und dem Nichtsichtbaren im Einklang ist, dann ist man zuhause.

In seinem jüngsten Manuskript zeichnet Pauls 34 Augenblicke auf, in denen er sich mit der Spaltung des Augenblicks auseinandersetzt. Sozusagen als Eintrittskarte in die geistige Welt folgt er nicht mehr dem Inhalt seiner Texte sondern dem Klang der Laute.

Anstrengende Kost und für manchen der wenigen Zuhörer sich nicht erschließende Gedankengänge bot Pauls am Mittwoch in Höfen seinen Zuhörern über zweieinhalb Stunden an.

Von den 16 Zuhörern verlies ungefähr ein Drittel nach der Pause den Ort der Handlung. Ob er wirklich dem Motiv der Lesung „Es ist eine Frage der Herkunft” gerecht wurde, darf angesichts des Werdegangs des Poeten und Philosophen Fynn fridlip Stirm angezweifelt werden.
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