Diamantene Hochzeit: Öcher Mädche, Foaschter Jong

Von: M. S.
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„Um die Familie drehte sich stets unser ganzes Leben!“ Ida-Maria und Werner Lutter (vorn, von rechts) feiern 60 Ehejahre im kleinen Kreis ihrer Angehörigen. Foto: Manfred Schmitz

Imgenbroich. „Ich bin ein original Öcher Mädche aus dem Jakobiner-Viertel und mit Brunnenwasser getauft. Mein Mann ist ein waschechter Foaschter Jong und stammt von Krummerück. In der Nordeifel fühlen wir uns superwohl!“ Bekenntnis einer Monschauer Neubürgerin.

 Ida-Maria Lutter geborene Laschet und Ehemann Werner zogen vergangenen Mai von Aachen-Brand nach Imgenbroich. Hier fanden sie in der Seniorenresidenz „Betreutes Wohnen im Grünen Tal“ spontan eine neue Heimat. Offenbar die ideale Bleibe, wie das Paar empfindet. Denn hier feiern Werner (89) und seine zwei Jahre jüngere Partnerin am Donnerstag, 15. Oktober, im intim-familiären Rahmen, körperlich fit und geistig frisch, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.

Ihr Goldjubiläum begingen die gut gelaunten Senioren vor zehn Jahren in repräsentativem Rahmen, „mit Kirche, Kutsche und zahlreichen Gästen, diesmal lassen wir es weit ruhiger angehen“, entschieden sich die Brautleute für eine gemütliche Runde in den eigenen vier Wänden.

Sie erwarten zur Gratulation und Prosit auf noch so manches Jahr bei guter Gesundheit drei ihrer Kinder, „unseren Goldjungen Walter und seine Schwestern Thekla und Elisabeth. Unsere Tochter Monika ist leider verstorben. Vier Enkel werden den Großeltern zum denkwürdigen Ereignis ebenso persönlich ihre Aufwartung machen: Christian, Laura, Lydia und Gloria.

Werner Lutter ist gelernter Elektriker und arbeitete viele Jahre als Straßenbahnschaffner bei der ASEAG wie in der kaiserstädtischen Schokoladenindustrie. Ida-Maria führte den Haushalt, war Weißnäherin und Bäckerei-Verkäuferin. Als die junge Frau am Palmsonntag Palmwedel-Schmuck zum Grab ihres Vaters brachte, zielte Amor bereits auf sie. Denn in der Tram lächelte ihr ein gewisser Schaffner Werner freundlich zu. Und die Rückfahrt dauerte ein bisschen länger.

„Wollen wir nicht einmal in einer kleinen Konditorei Kaffee trinken?“, hatte er gefragt. Und seine Auserkorene bedurfte zum Ja keiner langen Überredungskunst… Bei Mokka und Kuchen im Kaffeehaus, erinnert sich Ida-Maria, als sei es gestern gewesen, „lachte mich mein Zukünftiger unentwegt an. Schon zum Jahresende folgte ein zweistimmiges Ja; es wurde geheiratet. Was sollten wir noch warten“?!

„In unserem Leben dreht sich alles um unsere Familie, für die gaben wir stets alles“, geben die Diamanthochzeiter ihre Philosophie preis. Entsprechend individuell auch das Festprogramm, in dessen Verlauf Sohn Walter „ein paar schöne Überraschungen“ ankündigt. Ida-Maria sang für ihr Leben und eben dieses ganze Leben gern: „Ich war mein eigener Chor, brauchte keinen Gesangsverein.“ Werner liebte die Gartenarbeit über alles, „das Hobby pflegte ich mit meinem Schwager in Oberforstbach“.

Beide verbindet eine gemeinsam ausgeübte Passion: der regelmäßig genossene Urlaub in Österreich, „unserer zweiten Heimat“. Und so kommt es wohl nicht von ungefähr, dass drittens nun Eifelhöhen statt alpiner Kulissen den Lebensraum des Jubelpaares markieren; denn aller guten Dinge sind bekanntlich drei!

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