DGB-Landeschef Schneider unterstützt MZ-Beschäftigte

Von: Jutta Geese
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Solidarisch: Guntram Schneider, DGB-Landeschef, unterstützte gestern die streikenden Beschäftgten der MZ Servicegesellschaft. Foto: Harald Krömer

Aachen/Würselen. Ende März war Verdi-Bundeschef Frank Bsirske bei den Streikenden, am Dienstag stärkte Guntram Schneider, DGB-Landesvorsitzender NRW, ihnen den Rücken: Seit 55 Tagen kämpfen die 180 Beschäftigten der MZ Service GmbH, einer 100-prozentigen Tochter des Medizinischen Zentrums (MZ) der Städteregion mit Sitz in Würselen, um einen einheitlichen Tarifvertrag. Ein Ende des Streiks ist nicht in Sicht.

Ziel von Verdi ist ein Abschluss in Anlehnung an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. Die Arbeitgeberseite - das MZ gehört je zur Hälfte der Städteregion und der Bundesknappschaft - sieht nach ihrem Beitritt zum Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) jedoch nicht in Verdi ihren Verhandlungspartner, sondern in der NGG.

Dem widersprach am Dienstag DGB-Chef Schneider: „Aus meiner Sicht ist Verdi zuständig, weil die Ausgliederung der Servicegesellschaft aus einem traditionellen Verdi-Bereich erfolgte.” In NRW gebe es viele solche Fälle von Outsourcing, etwa am Uniklinikum Essen. „Dieser ganze Bereich muss neu reguliert werden. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Outsourcing, aber Lohndrückerei darf nicht stattfinden.”

Den Streikenden, die am Dienstag durch die Aachener Innenstadt zum Haus der Städteregion marschierten, rief Schneider bei der kurzen Kundgebung dort zu: „Ihr steht hier für viele andere im Land. Ich bewundere Euren Mut, es ist ja nicht einfach, bei diesen Rahmenbedingungen und dem miesen Lohn so lange zu streiken.” Gäbe es einen gesetzlichen Mindestlohn, „wäre das ganze Theater nicht nötig”. Verdi sei kompromissbereit, möglichst schnell müsse der Konflikt am MZ beendet werden. Er hoffe, dass bald auch „Städteregionsrat Helmut Etschenberg und die Grünen zur Einsicht kommen”. Er werde mit Reiner Priggen (MdL Grüne) reden und zudem den Landesschlichter einschalten.

Verdi fordere für die Beschäftigten der MZ Servicegesellschaft einen Stundenlohn von 8,65 Euro, der Arbeitgeber biete 8,40 Euro, wobei allerdings 80 Cent freiwillige Zulage und damit jederzeit rückholbar seien, sagte Verdi-Sekretär Stefan Jungheim.

Derweil hat Dehoga NRW Klage beim zuständigen Arbeitsgericht Düsseldorf eingereicht, erklärte dessen Pressesprecher Thorsten Hellwig. Der Verband halte die Streiks am MZ für rechtswidrig. Ziel der Klage sei es, Verdi zu untersagen, weiterhin zu Streiks aufzurufen. Klaus Hübenthal, Dehoga-Hauptgeschäftsführer NRW, kritisierte insbesondere „die Willkür, nach der Verdi verhandelt”. Es gehe „anscheinend um reine Machtpolitik, Fragen der inhaltlichen Zuständigkeiten bleiben leider unbeantwortet”.
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