Dezember bot nur ein kurzes Wintergastspiel

Von: kjl
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Schneeräumen mussten die Eifeler wie hier in Eicherscheid im Dezember 2014 nur an wenigen Tagen: Sehr milde Temperaturen prägten auch diesen Monat. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Trotz der Schneefälle am Monatsende setzte auch der Dezember die Reihe der viel zu warmen Monate im Jahr 2014 fort.

Die Durchschnittswerte der Lufttemperatur lag im Raum Kalterherberg mit einer Abweichung von +0,4 Grad deutlich über dem dreißigjährigen Mittel (1981 bis 2010). Simmerath-Strauch dagegen meldete eine negative Abweichung von -0,3 Grad und Aachen (stellvertretend für die Niederungen des Kreises Aachen) lag ebenfalls -0,1 Grad unter dem Mittel der Jahre 1981 bis 2010.

In der Summe aller Monate war 2014 sowohl im Raum Aachen als auch in Simmerath und den Höhengebieten das wärmste Jahr seit Beginn der Beobachtungen (Forsthaus Schneifelforsthaus zum Beispiel seit 1889). Betrachten wir den Verlauf des Monats etwas genauer, so rücken folgende Extreme oder Ereignisse in den Mittelpunkt. Am 2./3. Dezember gab der Winter ein erstes kurzes Gastspiel mit einer dünnen Schneedecke bis ins Flachland. Die erste rodelfähige Schneedecke fiel aber erst am 8./9. Dezember (bis zu 10 Zentimeter). Danach regierten Sturm und sehr milde Temperaturen das Geschehen bis nach Weihnachten.

Zehn Schneetage in Kalterherberg

In den letzten vier Tagen des Jahres blieb der Schnee oberhalb von 300 m liegen, war aber mit 12 bis 20 cm nur bedingt tauglich für den Wintersport. Am Sonntag nach Weihnachten (28.) konnte man bei 2 bis 4 cm sogar im Flachland die erste Schneedecke seit März 2013 genießen. Wie gering die Zahl der Schneedeckentage war, zeigen Kalterherberg (mit 10 Tagen) und Roetgen (mit 7 Tagen).

Die niedrigsten Temperaturen des Jahres 2014 wurden dann allesamt nach Weihnachten über der dünnen Schneedecke gemessen: -6,0 Grad in Aachen (Boden -9,6 Grad), -9,7 Grad in Roetgen (Boden -11,9 Grad) und Kalterherberg -10,3 Grad (Boden -16,7 Grad).

Die höchsten Werte wurden am 18. Dezember mit 12,6 Grad im Raum Alsdorf gemessen (Mützenich nur 9,7 Grad). Gerademal sechs Frosttage (Aachen) in den Niederungen waren kein besonderes Aushängeschild für einen Winterauftakt (im Mittel 13 Frosttage).

Oberhalb von 500 m dagegen entsprachen die 12 bis 17 Frostnächte im Monschauer Höhengebiet den Erwartungen der Statistik (Mützenich sogar 19 Frosttage). Alle Besitzer einer Solaranlage werden die extrem trübe Witterung des Dezembers auf den Ergebnislisten des Monats gesehen haben. Nur 40 Prozent des üblichen Sonnenscheins wurde in allen Höhenlagen von den Instrumenten abgelesen: Mützenich 11 Stunden, Schöneseiffen Windpark und Kalterherberg 15 und im Raum Aachen 22 bis 29 Stunden. In den letzten 25 Jahren war nur der Dezember 2010 noch ärmer an Sonnenschein.

In der Jahressumme 2014 zeigen sich große Unterschiede zwischen Stau- und Leeseite der Nordeifel. Im Raum Alsdorf-Warden schien die Sonne besonders häufig (1887 Stunden), in Aachen-Orsbeck waren es 1636 Stunden und in Kalterherberg gerade mal 1534 Stunden.

Häufige Sturmwetterlagen aus westlichen Richtungen brachten mindestens ein Dutzend Tage mit Böen der Stärke 8 bis 9. In den letzten 35 Jahren gab es außer 1999 keinen so windigen Dezember (im Mittel 50 km/h in Kalterherberg). Die folgenden maximal Böen des Monats sorgten in den Versicherungsagenturen sicherlich wieder für rege Tätigkeit: Stolberg 79 km/h, Windpark Schöneseiffen 83 km/h, Kalterherberg 91 km/h, Aachen Bahnhof 87 km/h und im Raum Aachen-Orsbeck 95 km/h.

Zum Abschluss ein Blick auf die sehr unterschiedlichen Regensummen. Durch zahlreiche Sturmtiefs aus Westen erhielt die Stauseite der Eifel zwischen der Oleftalsperre, Kalterherberg und dem Hohen Venn große Regensummen, im Eifelschatten fielen dagegen – wie üblich – die geringsten Mengen. Die Abweichungen lagen verbreitet bei einem Überschuss von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu den Langzeitwerten. Hier die Extreme des Niederschlags: Kalterherberg 162 l/qm, Höfen 136 l, Roetgen 134 l, Perlenbachtalsperre 128 l, Simmerath 113 l, Alsdorf 60 l, Aachen 78 und in Stolberg 80 l/qm.

Zwischen Kalterherberg und Aachen zählten die Regenmesser 2014 folgende Jahresniederschlagssummen: Aachen 819 l/qm (Mittelwert 808 l), Roetgen 1083 l (Mittelwert 1045 l), Kalterherberg 1185 l (Mittelwert 1346 l) und Mont Rigi im Venn 1394 l/qm (Mittelwert 1426 l).

Auch der Januar präsentiert sich nach einigen Wintertagen in den Hochlagen inzwischen extrem mild und erneut eher stürmisch als winterlich. Temperaturen bis 15 Grad im Hochwinter (10. Januar) in der Voreifel und 19-21° bei Föhn im Alpenvorland sprechen eine deutliche Sprache.

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